Das Stadtbild von Maskat, kleine Läden, Autos und zimmermal wieder ein Hügel auf dem ein Wachturm erbaut ist.

Maskat: Eine wunderbar traditionelle Hauptstadt!

Der zweite Stop im Oman während unser Orient-Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 5 führte uns in die Hauptstadt Maskat. Maskat ist nicht unbedingt grundverschieden zu Khasab. Die Lage am Meer (am Golf von Oman), die umliegenden kargen Berge und die gelebten und erhaltenen Traditionen sind Gemeinsamkeiten, die die beiden Städte teilen. 

Die etwa 635.000-Einwohner Stadt ist trotz ihrer Größe und Entwicklung traditionell geblieben. Anstatt Hochhäuser oder Einkaufshallen wie in den VAE aus dem Boden zu stampfen, erhält man sich hier noch den arabischen Zauber wie aus 1001-Nacht. Das mag auch daran liegen, dass sich die Stadt (Capital Area) eigentlich aus vielen kleinen Orten zusammenfügt (z.B. Muttrah, der Hafen oder Maskat, die Altstadt und zugleich das aktuelle Regierungsviertel). Ärgerlicherweise sind nicht nur Bilder aus Khasab verloren gegangen. Es hat Maskat genauso getroffen, eher noch schlimmer. Sehr schade!

Vom Hafen in die Stadt

In Maskat ist es ein wenig aufwendiger den Hafen zu verlassen. Ihr könnt direkt in den Big Bus einsteigen und eine zweistündige Stadtrundfahrt für 73,00€ p.P. starten oder auf eigene Faust losziehen. Entscheidet ihr allein zu gehen, warten schon einige Taxi-Fahrer am Hafentor auf euch. Die Stadt ist fußläufig gut zu erreichen, daher werden euch auch hier Stadtbesichtigungen angeboten. Dazu kommen wir aber noch.

In jedem Fall dürft ihr nicht zu Fuß über das Hafengelände laufen. Dieses Verbot führt zu einem recht umständlichen Shuttle-Prinzip. Sobald ihr das Schiff verlasst, müsst ihr in einen Shuttle-Bus steigen. Dieser fährt euch etwa 80m bis zum Terminal. Dort steht der Sicherheitscheck an – wie am Flughafen werden eure Taschen durchleuchtet und ihr werdet gescannt. Positiv geprüft, dürft ihr ein zweites Mal im Shuttle-Bus Platz nehmen und werdet ca. 150m zum Hafentor gebracht. 

Eine Organisation, die definitiv überdacht werden sollte. Im Bus nach uns etwa fuhr ein querschnittsgelähmter älterer Herr mit. Dieser musste also zweimal in den Bus hinein und hinaus getragen werden, um das Protokoll nicht zu verletzen. Es wäre für alle ganz sicher leichter und angenehmer gewesen, wenn man das Gelände zu Fuß bzw. im Rollstuhl hätte überqueren dürfen. Aber nein: Regeln sind Regeln…

Souk von Muttrah

Die Horde wartender Taxifahrer am Hafentor wimmelten wir zunächst freundlich aber entschieden ab, um zu Fuß entlang der Hafenpromenade bis zum Souq von Mutrah zu laufen. Ein großer, alter Markt in schöner Lage. Der Souq ist größtenteils überdacht und dementsprechend angenehm und kühl ist es dort. Seine Gassen sind eng und verzweigt und laden förmlich dazu ein sich in ihnen zu verlaufen.

Kaschmir, Kräuter und Gewürze, Schmuck, Textilien und Parfüm – alles was man von einem orientalischen Markt erwartet. Darunter sind Waren mit guter Qualität, aber auch Nippes. Was ihr sucht, werdet ihr finden. Immer umgeben vom Geruch des Weihrauch der über den gesamten Souq wabert. Neben den traditionellen Krummdolchen – die sich vielleicht nicht so gut als Souvenir eignen – ist der Weihrauch die Spezialität des Omans. Tipp: Wenn ihr den Geruch mögt, solltet ihr zuschlagen. Der Weihrauch aus dem Oman gilt als einer der besten weltweit. 

Wie auf jedem arabischen Markt gehört auch hier das Feilschen zum guten Ton – doch absolut nicht unser Ding. Was uns dagegen gefiel war, dass die Händler überhaupt nicht aufdringlich waren. Auf dem Old Souk in Dubai war es ja kaum auszuhalten. Und sie sind sehr flexibel bei der Währung: Neben dem Omanischen Rial könnt ihr in Euro oder Dollar zahlen. 

Der Souk von Muttrah ist in der Regel vormittags und nachmittags geöffnet, freitags nur am Nachmittag. Egal wie lange ihr in Maskat seid, einen Bummel über den Souk solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Der Eingang zum überdachten Souk in Maskat

Eingang zum Souk

Stadtrundfahrt

Der Big Bus war uns zu teuer, also suchten wir nach einer Alternative und stießen direkt vorm Souk von Muttrah an der Hafenpromenade auf weitere geschäftige Taxi-Fahrer. Wir einigten uns mit dem Organisator auf 50 € für eine zweistündige Rundfahrt und sogleich ging es ins Taxi zu unserem Fahrer und wir fuhren los.

Unser Fahrer war leider sehr wortkarg und unsere Hoffnung, dass wir noch viele interessante Dinge direkt von einem Omani erfahren, hat sich sehr schnell zerschlagen. Stattdessen fürchteten wir uns vor Viren und Bakterien, da der Fahrer einen überaus fiesen Husten hatte. Nichtsdestotrotz fuhren wir mit ihm durch Maskat und es ging gut – wir sind gesund wieder aufs Schiff gekommen.

Große Sultan-Qabus-Moschee

Nicht ganz so beeindruckend wie die Scheich-Zayed-Moschee in Abu Dhabi, aber trotzdem schon eine Klasse für sich. Die sehr hell gestaltete Große Sultan-Qabus-Moschee ist die größte Moschee des Oman und auch die Hauptmoschee des Landes. Bereits von der Straße aus kann man ihre Größe erahnen, wenn man die emporragenden Minarette neben der wuchtigen Hauptkuppel erblickt. Dabei zeigt sich zugleich der prächtige Vorgarten mit vielen bunten Blumen. 

Die Besuchszeit der Moschee ist von samstags bis mittwochs in der Zeit von 08:00 Uhr bis 11:00 Uhr. Leider waren wir ein paar Minuten zu spät dran und konnten die Moschee nicht mehr betreten. Uns blieben also nur die Blicke von draußen.  Wenn ihr die Moschee besucht, denkt an lange, weite Kleidung und für die Frauen ein Kopftuch. Seid ihr nicht passend angezogen, müsst ihr euch für 5 Rial einen Umhang leihen.

Opernhaus

Das Royal Opera House ist eines der ganz wenigen Opernhäusern in den Golfstaaten. Es ist in einem sehr modernen, omanischen Stil erbaut. Eröffnet wurde das Opernhaus im Jahre 2011 mit einer Oper von Verdi. Wie die Große Sultan-Qabus-Moschee zeichnen dieses Bauwerk die sehr hellen Farbtöne aus. In der omanischen Mittagssonne waren die grellen Reflexionen des Kalksteins sehr unangenehm. Da schafft nur eine Sonnenbrille Abhilfe.

Für eine Führung im Opernhaus hatten wir keine Zeit, sodass wir den Prunk im Inneren nicht mehr sehen konnten. Es wurde nämlich nicht mit hochwertigen Materialen gegeizt. Dazu hat der Hauptsaal eine beachtliche Größe und bietet 1.100 Gästen Platz.  Schade, dass wir nur ein paar Stunden dort waren.

Sultanspalast

Zum Abschluss fuhren wir zum Sultanspalast, dem Qasr Al-Alam. Dieser wird im Regierungsviertel der Altstadt von den zwei Festungen Jalai und Mirani beschützt. Das Regierungsviertel liegt nicht in der Nähe der Corniche bei Muttrah. Es liegt in einer kleinen, hügeligen Bucht und die Passstraße dorthin bietet traumhafte Blicke auf das alte Maskat. Es lohnt sich hier den ein oder anderen Stopp einzulegen und ein paar Fotos zu schießen und die Aussicht zu genießen.

Den Sultanspalast haben wir nur aus der Ferne betrachtet. Das reichte schon, um den bunten, von indischen Einflüssen geprägten Palast und den langen, zu ihm führenden Fußgängerboulevard zu betrachten. Die blauen und goldenen Säulen wirken im Zusammenspiel mit den weiteren Verzierungen sehr interessant und harmonisch. Eine Besichtigung von innen ist nicht möglich. Auch aus dem Grund liefen wir nicht ganz bis vor das schwere gusseiserne Tor des Palastes.

Riesiges Räuchergefäß

Zurück auf der Mein Schiff 5 ließen wir unseren Blick noch einmal die Corniche entlang wandern. Von unserem Balkon aus hatten wir eine erstklassige Sicht auf den höchsten Punkt des Al Riyam Park: Ein Denkmal in Form eines riesigen Räuchergefäßes thront von hier über der Stadt. 

Die Küste Maskats, im Hintergrund ist ein riesiges Räuchergefäß zu erkennen.

Hinten links, rechts oben von den Booten ist es.

Unser Fazit zu Maskat

Nach nur ein paar Stunden in Maskat konnten wir schon einige, wenn auch sehr oberflächliche Eindrücke sammeln. Die Menschen dort scheinen wirklich nett und zurückhaltender als in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu sein. Dazu haben wir ein sehr traditionelles Stadtbild vorfinden können. Die alte arabische Kultur in vielen Teilen Maskats noch zu Greifen.

Habt ihr mehr Zeit, sind zwei bis drei Tage sicher empfehlenswert für Muskat. Neben den Stadtteilen könnt ihr dann noch das Umland erkunden. Wandert durch ein Wadi (ausgetrocknetes Flussbett), macht eine Wüstensafari oder besucht die (etwas weiter entfernte) Oasenstadt Nizwa im Hadschar-Gebirge. Es gibt genug zu entdecken. 

Seid ihr auch schon in Maskat  gewesen? Was habt ihr erlebt, wie hat es euch gefallen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular und teilt eure Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns auf euer Feedback!