Hochhäuser um ein wundervolles Hafenbecken und eine Flaniermeile mit Lokalitäten.

Dubai: Ein Superlativ jagt den anderen in diesem Emirat!

Dubai ist in der Tat eine Stadt der Superlative: Künstlich angelegte Inseln in der Form einer Palme oder einer Weltkarte, der Burj Khalifa als höchstes Gebäude der Welt, eine riesige Shopping-Mall in der ihr auch ein riesiges Aquarium und eine Eislaufbahn findet. Dubai ist verrückt! Aber finden wir das toll? Oder ist es „nur“ beeindruckend? Wir konnten uns während unserer Kreuzfahrt auf der TUI Mein Schiff 5 davon überzeugen.

Wir waren insgesamt etwa 2,5 Tage in Dubai. An unserem ersten Tag sind wir, nachdem wir unsere Kabine eingerichtet hatten, am späten Nachmittag vom Hafen Richtung Zentrum aufgebrochen. Wir wussten noch nicht, wie wir dorthin kommen. Doch als wir das Hafenterminal verließen, sahen wir gleich einen schwarzen Shuttle-Bus der Dubai Mall. Damit stand für uns unser erstes Ziel gleich fest. Wir konnten mit diesem Bus nämlich kostenlos zur Mail fahren.

Dubai Mall

Auf dem Weg zur Dubai Mall konnten wir schon einige beeindruckende Gebäude sehen. Das Shopping-Center leicht direkt am Burj Khalifa. Eines der größten Einkaufscenter der Welt (350.000 qm Verkaufsfläche) neben dem höchsten Gebäude der Welt. Passend! 

Die Dubai Mall verspricht jedoch nicht nur Shopping-Spaß, sondern weitaus mehr: U. a. 120 Gastronomieläden laden zur Stärkung ein, eine 24 m hohe Wasserkaskade und eine Kunsteisbahn sorgen für staunende Gesichter. Dazu noch ein Kino mit 22 Sälen und ein Aquarium der Superlative, das sich über drei Etagen erstreckt und von Barschen über Rochen bis hin zu Haien über 33.000 verschiedene Meeresbewohner beherbergt. Eine unfassbare Shopping-Mall!

Burj Khalifa

Direkt an der Dubai Mall wurde der imposante Burj Khalifa erbaut. Mit 828 m Höhe ist dieser Wolkenkratzer das höchste Gebäude der Welt. Ihr könnt den Turm max. hinauf bis zur Aussichtsterrasse auf der 148. Etage. Ein Ausblick in ca. 555 m Höhe ist in Dubai leider sehr oft sehr diesig. Dementsprechend haben wir uns dagegen entschieden und nur von unten staunend hinauf geschaut.

Die Fontänen-Show im 275 m langen Wasserbecken am Fuße des Burj Khalifa haben wir uns jedoch angesehen. Ab 18:00 Uhr starten hier halbstündlich die Dubai Fountains. Etwa 1.000 Fontänen, die ihre Wasserstrahlen zwischen einem und 150 m,  begleitet von Musik und Lichteffekten, in die Höhe schießen. Die Show ist recht stimmungsvoll und kurzweilig. Tipp: Kommt nicht zu spät, damit ihr nicht ins zweiter Reihe stehen müsst.

An unserem zweiten Tag wollten wir neben einer actionreichen Wüsten-Safari das alte Dubai entdecken und starteten beim Dubai Museum.

Dubai Museum

Das Dubai Museum ist recht klein, doch sehr interessant. Und es kostet lediglich 3 AED (etwa 0,70 €) Eintritt p. P. Ihr findet es in dem ältesten noch bestehenden Gebäude Dubais ganz in der Nähe des Dubai Creek: Dem Al-Fahidi-Fort aus dem Jahre 1787. Früher als Festung zur Abwehr von Angreifern und als Gefängnis genutzt, ist es heute Herberge vieler interessanter Ausstellungsstücke, die den ursprünglichen Alltag Dubais veranschaulichen. Also die Zeit vor dem Erdöl. 

Es war überaus aufschlussreich die alten Häuser anzusehen, alte Traditionen kennenzulernen und die rasante Entwicklung dieser Metropole nachzuvollziehen. Vor nicht allzu langer Zeit bestand Dubai lediglich aus ein paar Lehmhäusern und Plantagen. Und jetzt? Eine spektakuläre, teilweise unwirkliche Metropole die von einem Superlativ zum nächsten jagt. 

Al-Bastakiyya

Auf unserem Weg von Dubai Museum zum Old Souk machten wir einen Abstecher durch das alte, denkmalgeschützte Viertel Al-Bastakiyya – in dem auch das Al-Fahidi-Fort liegt. Mittlerweile hat sich diese Gegend zu einem Künstler- und Kulturviertel entwickelt.   

Charakteristisch für dieses Viertel sind seine engen Gassen und die alten Häuser mit dem emporragenden Windtürmen, die für eine angenehme Klimatisierung in den Häusern sorgen sollen. Insgesamt war es recht ruhig in Al-Bastakiyya. Eine Handvoll netter Shops und Galerien sowie das ein oder andere Café – mehr gab es nicht. Trotzdem war es ein netter Bummel für uns und wir hatten eine entspannende Pause in toller Atmosphäre im XVA Gallery Art Hotel & Café. Tipp: Genießt hier unbedingt einen Kaffee in dem einladenden, offenen Innenhof.

Deira Old Souk am Dubai Creek

Gut gestärkt und entspannt kamen wir am Deira Old Souk an. Der Souk ist direkt am Dubai Creek gelegen und wir dachten, hier muss eine tolle Atmosphäre herrschen: Kleine Läden mit Ramsch zu kaufen und daneben viele Geschäfte mit ihren bunten, aufgetürmten Gewürzhändlern. 

So ähnlich war es dann. Mit einem riesigen Haken: Die Entspannung und Neugier war sofort vorbei, da wir direkt von aufdringlichen Verkäufern belästigt wurden. Direkt der erste Verkäufer wollte mir ein Tuch andrehen und trotz meines Kopfschüttelns verfolgte er mich und versuchte das Tuch über meine Schultern zu legen. Eigentlich hat es da schon gereicht. 

Trotzdem gingen wir weiter. Doch es wurde nicht besser. Von den Seiten haben wir die Verkäufer aus den Läden rufen hören: „Shakira!“, „Jack Sparrow!“, „Angelina Jolie!“. Und vor uns strömten sie aus ihren Geschäften und wir liefen quasi in einen Trichter aus Verkäufern.. Dabei fühlten wir uns wie ein blutiger Finger im Piranha-Becken..!

Flucht im Abra

Unser Ausweg war eines der Wassertaxis. Wir bogen bei der ersten Möglichkeit die wir hatten zum Dubai Creek ab und liefen schnurstracks zu den Abras. Für einen AED (ca. 0,23 €) konnten wir auf die andere Seite des Dubai Creek fahren. 

Abras sind traditionelle, aus Holz gefertigte Boote. Der Führer sitzt in der Mitte und um ihm herum passen etwa 20 Menschen unter den Baldachin des Wassertaxis. Die Abras werden heute noch rege von den Einwohnern Dubais genutzt, um von der einen Seite des Dubai Creek auf die andere zu kommen. Tipp: Das Abra ist eine tolle Fluchtmöglichkeit, um den Fängen des Old Souks zu entkommen und gehört zum traditionellen Dubai!

Von den Souks hatten wir also erst einmal für lange Zeit genug, zumal wir nach dem Old Souk noch auf dem Gold Souk waren. Dort waren die Verkäufer zwar nicht aufdringlich, doch wenn man kein Interesse am (Schmuck-) Kauf hat, kann man den Gold Souk durchaus ungesehen von der Buckeltest streichen. Zum Glück gibt es so unglaublich viel in Dubai anzuschauen, dass wir weiterhin die Qual der Wahl hatten.

Dubai Marina

Mit der Metro fuhren wir noch zur etwa 25 km entfernten Dubai Marina. Leider konnten wir nur ein Teilstück mit dem Taxi fahren, da wir zwischendurch festgestellt hatten, dass wir unsere Kreditkarte vergessen und nicht ausreichend Dirham dabei hatten. Ärgerlich. 

Um einen künstlich angelegten, 4 km langen Kanal befinden sich an der Dubai Marina unzählige, kleine Cafés und Restaurants. Hingucker sind die Jachten, die dort anlegen und die vielen imposanten Hochhäuser die rund herum in den Himmel ragen. Ein Spaziergang durch dieses Viertel lohnt sich – es ist schon beeindruckend, was dort in den Wüstensand gestampft wurde. 

Ganz in der Nähe befindet sich der Jumeirah Beach. Wir wollten allerdings noch auf The Palm fahren und unsere Neugier auf künstlich Erschaffenes stillen.

The Palm, Jumeirah

Ein weiteres verrücktes Bauprojekt des Emirats Dubai. Eine künstliche Insel in Form einer Palme. Eine zweite (>The Palm, Jebel Ali) ist bereits im Bau. Der Bau der dritten wurde hingegen abgebrochen und man gestaltete daraus eine kleine Inselgruppe (Deira Islands). The Palm, Jumeirah besteht aus dem 4 km langen und 6 m breitem „Stamm“, insgesamt 16 „Palmenwedeln“ und den die Palme im Halbkreis umrundenden Schutzwall. Das Emirat hat damit eine 560 ha große Insel direkt vor der Küste erschaffen.

Natürlich waren wir neugierig und wollten auf die Insel. Also stiegen wir in die führerlose Monorail. Diese Elektrobahn verbindet die Insel – neben den Straßen/Brücken – mit dem Festland. Sie befördert euch den kompletten Stamm entlang bis zum Atlantis Hotel, dem Superlativ auf dem Superlativ. 

Die Aussicht ist am Anfang beschränkt, da ihr zur linken Seite nur auf Wohn- und Geschäftsgebäude schauen könnt. Sobald ihr die Palmenwedel erreicht, wird der Ausblick besser. Ihr könnt direkt auf die Privatstrände der Anwohner schauen. Doch ob ein Grundstück dort wirklich beneidenswert ist? Wir sind unsicher. Überzeugt hat uns der Anblick nicht. Leider konnten wir aus der Monorail keine guten Bilder schießen. 

Beeindruckender als die Architektur der Häuser und die Grundstücke auf den Palmenwedeln ist das Atlantis Hotel. Diese unglaubliche Größe allein lässt einen staunen. Wir konnten ein kleines Stück ins Innere bis zum Eingang des Wasserparks – den ihr, wenn ihr mehr Zeit habt als wir, unbedingt besuchen solltet. Unzählige spektakuläre Rutschen (u.a. eine Freefall-Rutsche), Zip-Lines und viel mehr klingen nach reichlich Spaß. Der kleine Teil den wir vom Atlantis Hotel sehen konnten, erfüllte unsere Erwartungen definitiv: Prunk, Protz und üppiger Luxus. Eine sehr extravagante Zurschaustellung der Öl-Milliarden des kleinen Emirats. 

Unser Dubai-Fazit

Dubai ist eine Stadt der Superlative. Vor ein paar Jahrzehnten – vorm Öl – gab es hier nur ein paar einfache Lehmhäuser. Doch durch die Entdeckung des schwarzen Goldes ist aus der einstigen Sandwüste eine Betonwüste geworden.

Wir waren sehr beeindruckt von dieser Stadt. Aber nicht begeistert. Zu künstlich und wenig authentisch waren unsere Empfindungen. An jeder Ecke erkennt man die Jagd nach Rekorden: größer, breiter, weiter – was man sich nur vorstellen kann. In seinen Bann ziehen, konnte uns das Emirat dennoch nicht. 

Trotzdem würden wir jedem empfehlen zumindest bei einem Stopover ein wenig Zeit in Dubai zu verbringen. Einfach, um diese Metropole selbst erlebt zu haben, um ein eigenes Bild zu gewinnen. 

Seid ihr auch schon in Dubaigewesen? Was habt ihr erlebt, wie hat es euch gefallen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular und teilt eure Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns auf euer Feedback!