Scheich-Zayid-Moschee bei Nacht mit ihren strahlenden Rundbögen unter dem blauen Himmelsschein.

Abu Dhabi: Ein Tag in der Hauptstadt der VAE!

Abu Dhabi ist die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Doch auch hier gab es vor ein paar Jahrzehnten nur ein kleines Wüsten-Dorf, wie im Emirat Dubai. Und auch hier hat niemand daran gedacht, dass Abu Dhabi zu einer Metropole heranwächst. Doch dann kam das Öl.

Voller Erwartung kamen wir also mit der Mein Schiff 5 in Abu Dhabi an und hatten einen Tag Zeit die Stadt zu entdecken.

Hop-on/Hop-off-Bus

Wir entschieden uns mal wieder für eine Fahrt mit dem Hop-on/Hop-off- Bus. Mit 60,00 € pro Person war das ein teures Vergnügen. Doch immerhin waren Wasser und Free-WiFi im Preis enthalten und für uns war es der einfachste Weg direkt vom Hafen aus die ganze Stadt zu erkunden.

Die Tour führt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei und man kann ebenfalls eine Dhau-Fahrt vor der Küste Abu Dhabis mitmachen und eine weitere Bus-Tour über Yas-Island, die an der Sheik Zayed Moschee startet.

Doch zunächst fuhren wir vom Hafen aus durch die Schluchten der Hochhäuser in Richtung Al Kasir. Auf dem Weg sahen wir beim Überfahren der Brücke auf der 18th Street auf der gegenüberliegenden Seite des Ufers den riesigen, fast schon gigantischen Palast des Scheichs. Ein überaus imposantes Bauwerk.

Dhau-Fahrt

Am Hafen angekommen gingen wir schnurstracks zum Anleger für die Dhau-Fahrt. Unterwegs konnten wir einen Blick in kleine Zelte mit Speedboaten werfen. Scheinbar wurden gerade Testfahrten durchgeführt. Wir sahen ein anderes Speedboat über das Wasser rasen. Eine unglaubliche Geschwindigkeit und ein enormer Krach den diese Maschinen machen.

Die große Dhau, mit der wir unterwegs waren, war dagegen eine lahme Ente. Dafür allerdings auch weit weniger laut, bequem und ungefährlich. Bevor wir uns auf den Weg machten, rieben wir uns verwundert die Augen: Wir sahen einen Bus, der direkt und ohne zu bremsen ins Hafenbecken fuhr. Und er schwamm. Verrückt! Im Gegensatz zu den Amphibienbussen, die wir vorher gesehen haben, wirkte dieser wie ein normaler Linienbus.

Auf unserer etwa 30-minütigen Dhau-Fahrt wurde es dann recht windig. Es ging einmal im großen Bogen vor Abu Dhabis Skyline am Abu Dhabi und Corniche Beach vorbei. Eine wirklich attraktive Skyline. Doch wie in Dubai war es hier ebenfalls recht diesig – trotzdem bietet sie einen beeindruckenden und modernen Anblick. Daher lohnt sich diese Dhau-Fahrt. Hier legt die Dhau übrigens ab:

Emirates Palace

Nach der Dhau-Fahrt und einem kurzen Abstecher in die Marina Mall ging es weiter mit der Hop-on/Hop-off Tour. Wir hielten als nächstes beim Emirates Palace.

Ein Palast wird zum Hotel

Ursprünglich als Königspalast geplant, ist dieses Bauwerk zum Hotel der Superlative mit absoluten Wow-Effekt geworden. Wir betraten ein wundervolles Areal mit viel Grün und bunten, hübsch blühenden Blumen. Die dominante Treppe vor dem Haupteingang des Hotels ist umgeben von schlichten, doch sehr ansehnlichen Wasserspielen. Architektonisch besticht es durch klassische Elemente, wie man sie überall in den arabischen Staaten sieht. Besonders fallen die 115 Kuppeln des Hotels auf. Die größte hat einen Durchmesser von sagenhaften 42 Metern und ist damit genauso groß wie die Hauptkuppel des Petersdoms. Die 1,4 km lange Außenfassade ist in Sandtönen gehalten, wie sie in der arabischen Wüste ebenfalls vorzufinden sind.

Im Inneren wird man von unglaublichen Dekorationen aus Silber- und Goldelementen und tollen Malereien zum Staunen gebracht. Es steckt sehr viel Prunk in dem Emirates Palace, jedoch wirkt es dabei sehr stilvoll und nicht aufgesetzt. Natürlich findet man zudem einige Shopping- und Essgelegenheiten: Zu den zehn Top-Restaurants kommen 17 Luxusmarken die im Hotel ihre Shops eröffnet haben. Dadurch lädt es förmlich dazu ein ein wenig durch die Hallen zu schlendern, selbst wenn man kein Gast ist. Ein Klassiker hier ist Goldblatt-Kaffee, den wir allerdings nicht probierten. 17,oo € für einen mit Blattgold verzierten Kaffee – dafür sind wir zu geizig.

Als Gast oder nur zu Besuch

Möchte man als Gast in einem der 302 luxuriösen Zimmern oder einer der 92 Suiten unterkommen, muss man tief in die Tasche greifen, genießt allerdings haufenwesie Service und Luxus.

Was jedoch niemand zu Gesicht bekommt, sind die sechs Ruler Suites. Diese sind den Staatsoberhäuptern der Länder des Golf-Kooperationsrates vorbehalten – den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Oman, Saudi-Arabien, Katar und Kuwait.

Ihr könnt das Hotel sehr gut besuchen, auch wenn ihr keine Gäste seid. Ihr müsst auch nicht übertrieben schick angezogen sein. Wir waren mit Shorts und Birkenstock unterwegs. Was allerdings nicht so gerne gesehen wird, sind große Gruppen. Eine Gruppe Asiaten hatte kein Glück und durfte nicht ins Emirates.

Yas Islands

Vor der Sheik Zayed Moschee wechselten wir – nach der ersten Besichtigung bei Tageslicht – die Linie und fuhren mit dem Hop-on/Hop-off Bus noch einmal über Yas Islands. Yas Island ist die Vergnügungsinsel Abu Dhabis. Neben der Ferrari World mit der schnellsten Achterbahn der Welt, finden Spaßbegeisterte noch einen Wassserpark, einen Warner Bros. Themenpark sowie eine riesige Shopping Mall.

Rennsportfans können sich auf Yas Islands zudem die moderne Formel 1 Rennstrecke des Emirats Abu Dhabi anschauen. Für uns blieb es allerdings bei einer Rundfahrt, da wir die Sheik Zayed Moschee unbedingt noch ein zweites Mal in der Dämmerung bewundern wollten.

Sheik Zayed Moschee

Jetzt kommt das absolute Ober-Highlight: Die Sheik Zayed Moschee. Eine umwerfende und imposante Moschee. Sie ist nicht nur wundervoll gestaltet, sondern auch riesig. Bis zu 40.000 Gläubige finden in der Moschee Platz. Aus der Ferne erblickt man schon die vier Minarette mit ihren je 107 Metern Höhe. Die Hauptkuppel ist mit ihren 75 Metern Höhe dagegen eher klein – ihr Durchmesser von 32 Metern dagegen umso beeindruckender. Aber die Fakten mal außen vor: Ihr werdet staunend vor der Moschee stehen und Probleme haben euren Unterkiefer wieder hochzubekommen. Sie wirkt wie ein wahrhafter Traum aus 1001 Nacht.

Prunkvolle Hallen

Im Inneren beeindruckt sie auf die gleiche Weise: Hochwertige Marmorsorten, ein 5.600 Quadratmeter großer, handgeknüpfter Teppich, 15 Meter hohe Kronleuchter aus Swarovski-Kristallen und viel Blattgold mit dem nicht nur die Malereien an den Wänden verziert sind. Hier ist definitiv eine Hommage an den Islam entstanden.

Wir waren total beeindruckt und beschlossen direkt nach unserem ersten Besuch wiederzukommen und die Moschee noch einmal bei Nacht zu bewundern. Zum Sonnenuntergang waren wir dann also wieder in der Moschee. Am besten können wir dieses Bauwerk allerdings mit den Bildern, die wir machen konnten, beschreiben:

Verhalten in der Moschee

Der Besuch der Moschee ist kostenlos. Ihr müsst euch lediglich an ein paar Regeln halten – wie üblicherweise an religiösen Stätten: Männer sollten eine lange Hose und ein T-Shirt tragen, Frauen sollten ebenfalls entsprechend gekleidet sein, bekommen wahrscheinlich dennoch einen blauen oder beigen Umhang samt Kopftuch beim Eintritt (dieser ist ebenfalls kostenlos). Nicht erlaubt sind Rauchen, Essen und Zärtlichkeiten zwischen Pärchen und allen anderen. Wenn ihr die Moschee betreten wollt, müsst ihr zudem eure Schuhe ausziehen. Fotografieren ist erlaubt, ihr solltet allerdings keine betenden Menschen fotografieren. Wir durften sogar unser mitgebrachtes Stativ aufstellen. Kurz gesagt: Seid respektvoll und lasst euch von der Sheik Zayed Moschee beeindrucken!

Fazit aus Abu Dhabi

Abu Dhabi ist groß und prunkvoll, mit einigen enormen Bauwerken. Wie Dubai. Allerdings schreit Abu Dhabi es nicht so heraus. Es ist bodenständiger als Dubai. Vielleicht sogar etwas schüchtern. Das macht es aber für uns auch ansprechender. Die Tour durch Abu Dhabi zeigte eine sympathische Hauptstadt der VAE, die weit weniger proletenhaft ist als Dubai. Hätten wir die Wahl noch einmal länger in den VAE zu bleiben und müssten uns zwischen Dubai und Abu Dhabi entscheiden: Wir würden uns für Abu Dhabi entscheiden!

Seid ihr auch schon in Abu Dhabi gewesen? Was habt ihr erlebt, wie hat es euch gefallen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular und teilt eure Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns auf euer Feedback!