Washington, D.C.: Unser Kurztrip in die Hauptstadt Amerikas!

Washington, D.C.: Unser Kurztrip in die Hauptstadt Amerikas!

Warum nach Washington? Wir hatten nur eine Woche Zeit in New York, trotzdem wollten wir ausnutzen, dass wir an Amerikas Ostküste waren. Da Julia ein ziemlicher Washington-Fan ist bzw. eigentlich eher Fan des Weißen Hauses wollten wir die Gelegenheit beim Schopfe packen und fuhren nach Washington, D.C.

Greyhound

Aber wie kommt man am besten für einen Kurztrip von New York nach Washington? Wir entschieden uns gegen das Fliegen und nutzen den Überlandbus. Viele werden schon von den berühmten Greyhound Bussen gehört haben. Ein Unternehmen, das in Amerika bereits seit über 100 Jahren existiert und zum Mythos geworden ist (hier ein schöner Artikel in der Zeit).

Man liest viel Gutes und viel Schlechtes über den Greyhound. Unsere Erfahrung auf der Strecke New York City – Washington, D.C. war durchweg positiv. Die Reise startete früh morgens am Port Authority, wo wir in einen klimatisierten Reisebus mit bequemen Sitzen und guter Beinfreiheit einstiegen. Dazu kamen Steckdosen und WLAN für die digitale Unterhaltung – die Strecke ist nämlich nicht so spektakulär. Der Bus war auch nicht sehr voll. Neben uns waren vielleicht noch 10 weitere Passagiere an Bord. Und es handelte sich hier definitiv nicht um „komische Gestalten“, wie wir in verschiedenen Forenbeiträgen lasen. Nach ca. 4 1/2 Stunden Fahrt (inkl. einer 20-minütigen Kaffeepause) kamen wir mittags an der Union Station in Washington, D.C. an.

Für 16 $ pro Person kann man hier von einem perfekten Preis-/Leistungsverhältnis sprechen. Das Streckennetz des Greyhound umfasst nahezu die gesamte USA, daher haben wir nur einen klitzekleinen Teil erleben können. Aber diesen Abschnitt können wir definitiv empfehlen.

Julia und Marcel im Greyhound Überlandbus.

Im Greyhound

Union Station

Wir kamen im Parkhaus an der Union Station an, was zunächst wenig beeindruckend war. Der Schein trügt natürlich. Dieser 1907 eröffnete neoklassizistische Kopfbahnhof ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Washingtons – und das zurecht! Die Union Station ist imposant verziert mit Gold, Marmor und einer Menge Statuen. In dem Bahnhof befinden sich zudem noch einige Geschäfte, Restaurants und ein Kino.

Wenn ihr die Haupthalle Richtung Columbus Circle verlasst, erkennt ihr auch schnell die Ausrichtung zum Kapitol, das ihr ein paar Blocks entfernt bereits sehen könnt – zumindest im Herbst. Sollte das Kapitol durch die Bäume verdeckt sein, werdet ihr an den bulligen, schwarzen SUV´s erkennen, dass ihr in Washington seid. Sofort fallen euch das FBI und der Secret Service auf – ihr befindet euch im Zentrum der (politischen) Macht!

National Mall

Die National Mall ist eine riesige Flaniermeile zwischen Kapitol und Lincoln Memorial. Sie ist die Straße der Sehenswürdigkeiten und Monumente in Washington. Von 14 Smithsonian-Museen liegen 9 unmittelbar an der National Mall. Hier vereinen sich Geschichte, Politik und Wissenschaft.

Darüber hinaus ist die National Mall sehr grün und ihre Parkanlagen sind bei Spaziergängern und Joggern gleichermaßen beliebt. Schlendert einfach mal über den Rasen zwischen Kapitol und Washington Monument und saugt das Flair einer der weltweit einflussreichsten Städte auf. Im Sommer kann es hier jedoch sehr heiß werden, denkt unbedingt an Sonnenschutz und ausreichend Trinken.

Kapitol

Von der Union Station lauft ihr direkt auf den 30 Meter hohen Capitol Hill. Hier steht das Kapitol, der Sitz des amerikanischen Kongresses (Senat und Repräsentantenhaus). Vermutlich kennt es jeder von euch. Es ist wahrlich ein imposantes Bauwerk. Seine Länge beträgt 230 Meter. Und mit der 6 Meter hohen Statue of Freedom auf der Kuppel erreicht das Kapitol eine Gesamthöhe von 88 Metern.

Im Dezember 2008 eröffnete das Besucherzentrum im Kapitol. Ihr habt also die Chance Teile des Kapitols von innen zu betrachten. Natürlich sind die Sicherheitschecks hier sehr gründlich. Daher ließen wir einen Besuch aufgrund unserer sehr kurzen Aufenthaltsdauer in Washington ausfallen. Fasziniert waren wir dennoch.

Interessant zu wissen ist, dass das Kapitol – im Gegensatz zur Fantasie vieler Hollywood-Regisseure – lediglich einmal (teilweise) zerstört wurde. Im Krieg von 1812 brannten die Engländer große Teile des Kapitols nieder.

Washington Monument

In der Mitte der National Mall steht das 169,3 Meter hohe Washington Monument, ein weißer, marmorner Obelisk. Es ist umringt von einem Flaggenkreis und wurde zu Ehren des 1. US-Präsidenten, George Washington, erbaut.

Ihr habt die Möglichkeit mit einem Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform zu fahren und euren Blick zum Weißen Haus, zum Kapitol und über den Reflecting Pool zum Lincoln Memorial schweifen zu lassen. Leider blieb uns auch hierfür keine Zeit und wir hatten auch keine (kostenlosen) Tickets bestellt – dies könnt ihr hier machen. Ohne Tickets ist ein Besuch nicht möglich. Leider ist das Monument aktuell bis Frühjahr 2019 geschlossen.

Weißes Haus

Lauft ihr vom Washington Monument Richtung Norden kommt ihr direkt zum Weißen Haus. Dem berühmten Amts- und Regierungssitz des US-Präsidenten. Als wir im Dezember 2016 dort waren, war Barack Obama noch im Amt. Obwohl wir nicht nah an das Weiße Haus heran konnten, ging für Julia ein Traum in Erfüllung!

Das Weiße Haus besteht aus dem Mittelbau sowie dem East- und dem West-Wing. Durch Galerien werden die Gebäudeteile miteinander verbunden. In der ersten Etage des Weißen Hauses, der Executive Mansion, befinden sich die Staatsräume und in der zweiten Etage liegen die Wohnräume des amtierenden US-Präsidenten. Die wahre Größe des Gebäudes wird aus der Entfernung aber nicht deutlich. Man vermutet nicht noch weit über 100 Zimmer, eine Bowlingbahn und einen Kinosaal neben dem Oval Office. Auch die Tennisplätze und den von Barack Obama gewünschten Basketball-Court kann man nicht einblicken. Alles geschützt durch eine wunderschöne Gartenanlage.

Trotzdem war es ein faszinierendes Erlebnis live an dem Schauplatz vieler Polit- und Actionthriller zu stehen, dem Amtssitz des mächtigsten Mannes der Welt! Und – Achtung: Unnützes Wissen! – ohne das deutsche Unternehmen Keimfarben, wäre das Weiße Haus gar nicht so schön weiß.

Fahrrad mieten

Wenn ihr nicht alles zu Fuß ablaufen wollt, oder auch nur wenig Zeit habt, könnt ihr euch an einer der Mietstationen von Capital Bikeshare ein Fahrrad mieten und die Mall entlang radeln.

Ihr zahlt an den Stationen mit Kreditkarte. Das Fahrrad könnt ihr danach mit einem vierstelligen Code freischalten. Für 2 $ (bis zu 30 Minuten) bzw. 8 $ (24 Stunden-Ticket) bekommt ihr ein robustes rotes Fahrrad mit vollgummierten Reifen ausgeliehen – Pannen fast ausgeschlossen.

Rotes, robustes Fahrrad von Capital Bikeshare

Roter Flitzer

J. Edgar Hoover Building

Nach dem wir unsere Fahrräder in der Nähe des Weißen Hauses wieder in einer der Mietstationen geparkt hatten, gingen wir zu Fuß weiter. Wir kamen bei unserem Spaziergang durch Wahington, D.C. auch am J. Edgar Hoover Building vorbei. Wenn ihr Fans der Serie „Bones“ seid, habt ihr dieses Gebäude schon einige Male gesehen. Es ist nicht hübsch, dafür umso wichtiger. Es ist der Hauptsitz des FBI, des Federal Bureau of Investigation.

Das FBI ist nicht nur Strafverfolgungsbehörde für bundesrechtliche Straftaten (z.B. Mord) sondern gleichzeitig der amerikanische Inlandsgeheimdienst. Das wir direkt vor Tür des FBI eine rote Ampel überquerten, interessierte dort niemanden…

Das J. Edgar Hoover Building, der Sitz des FBI

Hauptsitz des FBI

Spy Museum

Das International Spy Museum ist sehr gut gelungen, wenn es auch ab und zu den Eindruck macht eher auf Kinder zugeschnitten zu sein. Viele der Informationen sind wirklich anschaulich und oft interaktiv aufbereitet.

Zu Beginn eures Rundgangs sollt ihr euch einen Decknamen und ein paar Daten zu der entsprechenden Person merken. Die erste Station an der ihr eure Geheimdiensttauglichkeit testen könnt (Informationen zu eurer neuen Identität werden an Zwischenstationen abgefragt). Daraufhin geht es weiter mit eurer Ausbildung. Ihr könnt z.B. an verschiedenen Stationen lernen die Umgebung wie ein Spion zu sehen. Erkennt ihr Gefahren, andere Spione oder mögliche Verstecke? Könnt ihr leise genug durch einen Lüftungsschacht klettern, um nicht zu erwischt zu werden? Auch das könnt ihr hier ausprobieren.

Daneben gibt es über 600 Ausstellungsstücke und interessante Kurzfilme, die in den verschiedenen Bereichen anschaulich die Entwicklungen im Alltag eines Geheimagenten präsentieren. Und am Ende der Ausstellung ist der wohl berühmteste Spion der Welt vertreten – Doppel-Null Agent Bond, James Bond!

Uns hat der Besuch sehr viel Spaß gemacht. Wenn ihr euch auch so für Geheimagenten interessiert, ist dieses Museum genau richtig für euch. Für einen ausgiebigen Besuch solltet ihr 2 – 3 Stunden einplanen.

Unser riesiger Fauxpas

Wir haben euch schon erzählt, dass ihr nördlich vom Washington Monument direkt zum Weißen Haus kommt. Und dass Julia unbedingt mal dort sein wollte. Auch den Reflecting Pool und das Lincoln Memorial haben wir erwähnt. Wir haben aber noch nicht erzählt, dass wir in all der Aufregung um das Weiße Haus, das Lincoln Memorial total vergessen haben. Wir sind direkt ins Spy Museum, ohne das Lincoln Memorial gesehen zu haben.

Ein unglaublich berühmtes und imposantes Denkmal des 16. US-Präsidenten! Und wir? Wir Trottel vergessen es, auf unser Fahrrad zu steigen und ein paar Hundert Meter Richtung Osten zu fahren, weil wir so vom Weißen Haus geflasht waren?! Ja es war leider in der tat so.. Wenn ihr am Lincoln Memorial gewesen seid, könnt ihr uns vielleicht von euren Eindrücken berichten – entweder geht es uns danach besser oder schlechter…

Seid ihr auch schon in Washington gewesen? Wie hat es euch gefallen? Habt ihr Fragen oder Ergänzungen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!