Unsere beiden Vespas stehen vor einer typischen Landschaft in der Toskana.

Toskana: Zwei Vespas, ein genialer Roadtrip!

Mit der Vespa durch die Toskana: Ein Wunsch ist erfüllt und die Bucket-List ist um einen Punkt kürzer!

Bereits auf Bali und in Varadero ist Julia schon total gerne Roller gefahren. Sie hatte Spaß dabei und war glücklich. Jetzt war es an der Zeit zusammen diesen besonderen Roadtrip zu starten: Toskana, zwei Vespas, ca. 530 km, fünf Städte, acht Tage.

Rund durch die Toskana

Wir flogen von Bremen über Frankfurt nach Florenz, dem Start- und Endpunkt unserer Vespa-Tour. Da wir eine Menge sehen und gerne viel mit der Vespa fahren wollten, haben wir uns für eine Rundreise entschieden. Alternativ überlegten wir kurz, ob wir von einem Standort Tagestouren planen. Das hätte unsere Ziele jedoch stark eingeschränkt.Eine Google Maps Karte unserer Rundreise durch die Toskana.

Letztlich führte uns unsere Route nicht nur durch die schönen Landschaften der Toskana, sondern auch in die größten und schönsten Städte sowie nach Elba. Auf Elba wollten wir nach halber Strecke ausreichend Vitamin Sea für den zweiten Teil unserer Strecke tanken.

Im Detail sah es folgendermaßen aus (zum Vergrößern klickt auf die Karte):

  1. Florenz via Greve/Radda – Siena: ca. 75 km
  2. Siena – Capoliveri (Elba): ca. 146 km
  3. Capoliveri via Pisa – Lucca: ca. 170 km
  4. Lucca – Florenz: ca. 85 km

In diesen Artikeln könnt ihr (bald) lesen, welche Eindrücke wir in den Städten sammeln konnten:

Alice & Emma unsere treuen Begleiterinnen

Nach einer Nacht in Florenz war es dann soweit. Aufgeregt stiegen wir ins Taxi und ließen uns zu New Tuscany Scooter Rental bringen, um unsere Roller abzuholen. Draußen standen schon zwei rote Flitzer. Ob das wohl unsere sind, war unser erster Gedanke. Erst einmal sind wir in das provisorische Büro. Direkt dahinter konnte man in die schmale Werkstatt blicken, wo die anderen Roller gerade gecheckt wurden. Nach einer kurzen freundlichen Begrüßung stand dann fest: Die zwei Flitzer sind tatsächlich unsere. Sehr cool!

Klar, der Papierkram musste auch noch erledigt werden, wir bekamen ein paar kurze Infos zu den Verkehrsregeln und die Möglichkeit einen Knöllchen-Service in Anspruch zu nehmen wurde uns noch unterbreitet (mehr hierzu erfahrt ihr unter Tipps und Erfahrungen). Wir waren zu dem Zeitpunkt schon ganz hibbelig und wollten am liebsten gleich losdüsen. Ein Helm musste noch her. Kein Problem, die Helme passten beim ersten Versuch auf den Kopf. Endlich, wir konnten unsere Rucksäcke aufschnallen und los ging es!

In Italien dürfen wir mit unserer Klasse B , anders als in Deutschland, bis zu 125 ccm Zweiräder fahren. In Deutschland bräuchten wir dazu die Klasse A oder A1. Wäre das nicht möglich hätten wir von vornherein unsere Strecke anpassen müssen. Mit den etwas größeren Vespas waren wir aber gleich recht flott unterwegs. Die ersten paar Kurven waren noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, als wir Florenz verlassen hatten, kamen wir in den Flow und cruisten mit unseren italienischen Kultgefährten über die toskanischen Landstraßen.

Vespas sind sicher nicht die schnellsten Roller ihrer Klasse, sie sind auch nicht agilsten. Dafür sind sie absoluter Kult und ein Teil des Sinnbildes vom la dolce vita in bella italia. Wir finden die kleinen, schicken „Wespen“ einfach genial!

Herrliche Landschaften

Das Motto dieser Tour war schnell klar: Der Weg ist das Ziel! Wir hatten nicht nur super viel Spaß beim Roller fahren. Unzählige tolle Landschaften zogen uns ebenfalls in ihren Bann und ließen uns lächelnd durch die Gegend sausen. Foto-Stopps durften natürlich nicht fehlen. Meistens nutzten wir diese gleichzeitig um wieder aufs Handy zu schauen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Unsere Handyhalterung für den Roller (bzw. für das Fahrrad) hat den Hinflug leider nicht überstanden, daher mussten wir auf diese etwas komplizierte Lösung zurückgreifen, wenn die Schilder uns keine ausreichende Orientierung boten. Problematisch und störend war dies allerdings nur für die Orientierung in den Städten. Tipp: Wenn ihr Kopfhörer dabei habt, könnt ihr euch trotzdem von Google Maps leiten lassen.

Neben den vielen Zypressen, den weiten Feldern und den hohen Weinbergen fuhren wir durch kleine, beschauliche Dörfer und mittelalterliche Städte. Vorbei an reizenden alten Bauernhäusern und kleinen Wäldern preschten wir mit unseren Flitzern. Serpentinen standen ebenfalls auf dem Programmzettel. So kurvten wir noch durch die toskanischen Berglandschaften.

Das Fahren selbst war ziemlich easy. Im Vorfeld schwirren einem häufig die Gedanken an die wilde Fahrweise der Italiener durch den Kopf. So schlimm sind sie aber gar nicht. Man passt sich sehr schnell an und ist dann mit im Fluss. Davor braucht man keinerlei Scheu zu haben. Einfach Augen und Ohren offen- und Übersicht behalten!

Die Aussichten die wir genießen durften während uns der heiße Fahrtwind (es waren immer so um die 34°C) durch das Gesicht blies, haben wir hier für euch:

Tipps & Erfahrungen für den Vespa-Trip

Bei 530 km in acht Tagen auf der Vespa haben wir auch ein paar Tipps und Erfahrungen für euch mitgebracht:

  1. Entfernungen: Unterschätzt nicht die Entfernungen, die ihr zurücklegen wollt/müsst. Wir haben Strecken zwischen 75 km und 170 km eingeplant und sind diese auch gefahren. Im Nachhinein würden wir dies aber nicht empfehlen. Für 100 km haben wir teilweise 3 Stunden benötigt – mit Foto- und Navigations-Stopps. Die erste Etappe mit 75 km war sehr gut zu meistern. Unsere Empfehlung: Tagestouren mit maximaler Strecke zwischen 75 km und 100 km.
  2. Straßenverhältnisse: Die Straßenverhältnisse tragen nicht unwesentlich zur Länge der Fahrtzeit bei. Die Landstraßen sind häufig von Schlaglöchern gesäumt. Diese sind recht oft ziemlich groß und dementsprechend ungesund für euch und euren Roller. Bei dem ganzen Geholpere müsst ihr euer Gefährt weiter kontrollieren. Bei hohen Geschwindigkeiten ist dies weitaus schwieriger – erst recht, wenn man sich von der Landschaft ablenken lässt. Unser Tipp: Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h sind gut zu meistern und schnellere Autos überholen euch oder ihr könnt sie vorbeilassen.
  3. Weiße Straßen: In der Toskana gibt es viele weiße Straßen (strada bianchi), die euch durch atemberaubende Landschaften führen. Allerdings sind die weißen Straßen nichts anderes als Schotterpisten. Einen Versuch auch diese Strecken mit der Vespa zu meistern haben wir unternommen, jedoch schnell wieder abgebrochen. Es macht einfach keinen Spaß selbst bei langsamer Fahrt so extrem durchgeschüttelt zu werden. Dazu kommt dann noch das unsichere Gefühl auf dem rutschigen Belag. Unsere Empfehlung: Wenn ihr die weißen Straßen fahren wollt, bevorzugt das Auto oder ein Mountainbike für eure Tour.
  4. Tankservice: An den meisten Tankstellen übernimmt ein Tankwart für euch das Auftanken. Ihr könnt oft gleichzeitig bei ihm bezahlen. Tanken auf die bequemste Art.
  5. Knöllchen-Service: Bekommt ihr ein Knöllchen in Italien und es muss euch nach Deutschland zugestellt werden, wird eine Gebühr in Höhe von 30,00 € fällig. Weiterhin ist in Italien so, dass das Ticket günstiger wird, je schneller ihr es bezahlt. Bei der langen Zustellung habt ihr keine Chance schnell zu bezahlen. Da kommt der Knöllchen-Service von New Tuscany Scooter Rental ins Spiel. Sie nehmen ebenfalls eine Gebühr in Höhe von 30,00 € zahlen das Knöllchen aber innerhalb von fünf Tagen, sodass ihr ihr den günstigsten Preis sicher habt.
  6. Restaurant-Tipp: Auf dem Weg von Florenz nach Siena kamen wir in Radda an einem tollen Restaurant vorbei. Im Castelvecchi in Chianti haben wir uns perfekt stärken können. Dreierlei Bruschetta und ein Weinburger mit überaus leckeren, hausgemachten Pommes waren ein wahrer Gaumenschmaus.
  7. Rucksäcke: Wichtig ist, dass ihr bequeme Rucksäcke habt. Idealerweise haben sie viele Einstellmöglichkeiten, sodass der Rucksack während kurzer Spaziergänge gut auf der Hüfte sitzt. Bei längeren Fahrten mit der Vespa kann er jedoch auf den Sitz aufgestützt werden. Auch ein Regenschutz kann von Vorteil sein – außer ihr wählt auch den heißen August für euren Trip. Julia hat sich für den Adventure von Mountaintop* entschieden (allerdings in der 60 l Version) und ich wählte den Discovery von Highlander*.
  8. Stauraum nutzen: Nutzt auch den Stauraum in euren Vespas. Sowohl das Helmfach als auch die Gepäckbox (sofern vorhanden) eignen sich hervorragend um den Rücken noch mehr zu entlasten und das Fahren angenehm zu gestalten. Beachtet dabei, dass die Sachen im Helmfach durchaus warm werden können, da sie sehr nah am Motor verstaut sind. Wir haben in die Gepäckboxen unsere alten Klamotten gelagert und somit schon einiges an Gewicht vom Rucksack weg verteilen können.

Habt ihr auch schon einen Toskana-Roadtrip gemacht? Wie gefiel es euch? Habt ihr Fragen oder Ergänzungen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!