Weißer Riga Schriftzug steht auf einer Insel. Über dem "i"i ist ein blau-weißes Herz. Der Schriftzug ist bereits beschädigt.

Riga in Kürze

Etwa zwei Tage waren wir in Riga. Wir sind am Montagmittag mit einem befreundeten Pärchen und ihrer 3-jährigen Tochter nach Riga geflogen, um dort ein weiteres befreundetes Pärchen zu besuchen.

Der erste Flug

Unser Nachwuchs-FERNWESEN erlebte seinen ersten Flug und war sehr gespannt und ein bisschen aufgeregt. Am Flughafen konnte sie gleich vieles entdecken. Den Flug selbst fand sie auch super. Ein paar Süßigkeiten für den Druckausgleich und in dem Alter noch genug Beinfreiheit für Turnübungen auf dem Sitz – da kann man schon neidisch werden. Der Flug von Bremen nach Riga mit Ryanair war insgesamt sehr entspannt. Es ist sogar erlaubt zwei Baby- bzw. Kinderartikel kostenlos befördern zu lassen, sodass ein Buggy* und ein Kinderreisebett* für unsere kleine Begleitung mitgenommen werden konnte (Stand 09/2016).

In Riga gelandet, bekamen wir sehr schnell das Sperrgepäck ausgehändigt und konnten los zum Taxi. Wir entschieden uns direkt für das erstbeste Taxi. Ein Taxibus von Baltic Taxi, ausgestattet mit ausreichend Plätzen und einem Kindersitz. Bis zu unserer Airbnb-Unterkunft zahlten wir 25,00 €. Für uns ein guter Preis, unsere Freunde schlugen jedoch sofort die Hände über dem Kopf zusammen und sagten, dass wir Touris ausgenommen wurden. Vorweg: Sie hatten natürlich Recht. Auf der Rückfahrt mit Panda Taxi zahlten wir lediglich 10,00 € (inkl. Trinkgeld) und kamen auch sicher und schnell ans Ziel.

Unser Loft

Unser über Airbnb gemietetes Loft war einfach klasse. Zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, großes Wohnzimmer mit offener Küche und Essbereich sowie eine (etwas schwer zu erklimmende) Dachterrasse – alles dabei.

Das Master-Schlafzimmer war offen gestaltet und es gab keine Türen ins angrenzende Badezimmer oder zum Essbereich. Zwei Waschbecken, Dusche und eine große, schicke Badewanne bildeten die Ausstattung im Bad. Etwas anstrengend war das sehr tiefe Bett, aber so oft mussten wir daraus ja nun nicht aufstehen.

Das Highlight für jung und alt war die Schaukel im Wohnzimmer direkt neben dem offenen Kamin. Ein sehr beliebter und ständig belegter Platz in dem wirklich sehr offenen und freundlichen Loft.

Riga zu Fuß

Nachdem wir alles ausgepackt hatten und uns frisch gemacht hatten ging es los – unsere Freunde erwarteten uns mit dem Essen. Dadurch, dass ich bereits in Riga war – und wir Google Maps hatten – haben wir uns auch nicht verlaufen und direkt den richtigen Weg eingeschlagen. Wir konnten so auch gleich einen guten Eindruck von der Stadt und ihrer Jugendstilarchitektur gewinnen.

Gestärkt mit Spaghetti Bolognese ging es weiter auf Entdeckungstour. Schließlich hat das Zentrum Rigas einiges zu bieten, es ist nicht umsonst ein UNSECO-Weltkulturerbe. Wir bummelten ausgiebig über das Kopfsteinpflaster der wunderschönen Altstadt Rigas und bestaunten die Petrikirche, streichelten die Nasen der Bremer Stadtmusikanten – ja, es gibt sie auch in Riga -, blickten vom Rathausplatz auf den Dom (die größte baltische Kirche) und sahen uns das im gotischen Stil gebaute Schwarzhäupterhaus an.

Ziemlich viele Eindrücke für einen ersten Spaziergang. Eine Erfrischung musste her und da vertrauten wir voll auf unsere Studenten-Freunde. Es ging in das Shot Cafe (hier geht’s zur Facebook-Seite), das mehr Pub als Café ist. Eingerichtet mit alten, rustikalen Möbeln versprüht es eine Menge Charme. Der Name kommt natürlich nicht von ungefähr: auf der Getränkeliste finden sich ca. 130 Shots. Da durften wir natürlich nicht ‚Nein‘ sagen. Standesgemäß bestellten wir uns einen Riga Black Balsam* – das Original. Ob er wirklich, wie behauptet wird, medizinische Eigenschaften besitzt, sei dahin gestellt, er schmeckt aber definitiv wie Hustensaft.

„Therapiert“ steuerten wir einen Supermarkt an, um alles notwendige für einen lockeren Spieleabend in unserem Loft zu besorgen.

Zentralmarkt und Bustour

Der Spieleabend war nicht ganz entspannt, eher feucht-fröhlich. Dennoch wurden wir von unserem Nachwuchs-FERNWESEN sehr zeitig geweckt. Es war 06:30 Uhr und es gab keine Gnade. Alle Versuche zu verhandeln scheiterten. Wir mussten aufstehen. Also raus aus dem Bett – aber langsam.

Nach einem langen ausgiebigen Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und zogen los. Ziel waren die Markthallen des Zentralmarkts an der Düna (Daugava). Es handelt sich um den größten Lebensmittelmarkt Lettlands und einen der größten Europas. Diese fünf Markthallen wurden aus zwei Luftschiffhallen errichtet. Zudem befindet sich ein Großteil des Marktes auf dem Außengelände, sodass die Marktfläche insgesamt 5,7 ha beträgt. Verkauft werden Obst, Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, Backwaren, Süßigkeiten und Kleidung – so ziemlich alles was man benötigt. Der Markt ist absolut sehenswert. Probiert auch eine der vielen günstigen Backwaren, wir fanden sie besonders lecker.

Nach dem Besuch des Marktes hatten wir trotz Naschereien wieder Hunger. Auf der Suche nach einem Lokal, gingen wir durch den Zentralbahnhof auf die andere Seite zum Bahnhofsplatz. Hier gab es genug Auswahl und wir fanden ein Schnellrestaurant. Schließlich wollten wir noch eine kleine Fahrt mit dem Hop-on/Hop-off-Bus unternehmen. Wir nahmen einen der Riga Sightseeing Doppeldeckerbusse. Das 48-Stunden Ticket kostete 15 € pro Person. Dafür konnten wir an den Haltestellen auf der Route (u.a. Hauptbahnhof, Nationaloper, Rathausplatz) aus- und einsteigen und uns auf der 90minütigen Fahrt interessante Informationen in 10 verschiedenen Sprachen anhören.

Die Route führte uns an der Altstadt vorbei, zur Moskauer Vorstadt, entlang der Düna neben den Markthallen des Zentralmarkts, durchs Regierungsviertel und vorbei an den Jugendstilvillen. Eine wunderbare Möglichkeit um einen schnellen Überblick und neue Eindrücke der Stadt zu bekommen. Ohne diese Tour wären wir z.B. nicht am Orthodoxen Dom oder der Akademie der Wissenschaften vorbei gekommen.

Wenn ihr Riga von oben betrachten wollt, seid ihr bei der Akademie der Wissenschaften an der richtigen Adresse. Gegen ein geringes Entgelt – der Aufseher lässt mit sich handeln, haben wir gehört – könnt ihr auf den Turm fahren und von der Moskauer Vorstadt auf Riga blicken.

Den Abend ließen wir wieder alle zusammen in unserem tollen Loft ausklingen.

Der letzte Vormittag in Riga

Auch die letzte Nacht in Riga war kurz, wir wurden abermals zeitig geweckt. Einziger Unterschied: Nur die Männer mussten aufstehen. Ein letztes mal verschlafen durchs Loft. Vorsorglich haben wir schon alle Sachen gepackt, bevor wir zu unseren Freunden gingen, um uns zu verabschieden. Von dort machten wir einen letzten Spaziergang zu einer künstlich angelegten Halbinsel zwischen der Vanšu- und der Akmens-Brücke. Am Ende dieser Halbinsel steht ein großer Riga-Schriftzug. Perfekt für die letzten Selfies und Gruppenfotos – danach ging es heim.

Lohnt sich ein Kurztrip nach Riga?

Wir sind der Meinung: Ja! Riga ist eine kleine, wirklich schöne Stadt, die an jeder Ecke mit einer anderen architektonisch tollen Jugendstilvilla überrascht. Darüber hinaus lädt die sehr schicke Altstadt zum Verweilen ein. Wir sind aber auch der Meinung, dass Riga genug für einen längeren Aufenthalt zu bieten hat, z.B. einen Ausflug nach Jūrmala an die Ostsee. Deshalb werden wir sicher wieder kommen – bis demnächst, Riga!

Habt ihr Fragen oder Anregungen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!