Blick von der Karlsbrücke auf die Burg in Prag.

Prag: Ein perfekter Kurztrip in Tschechiens Hauptstadt!

Ostern, langes Wochenende, zwei Pärchen, Prag – das waren die Zutaten für unseren kurzen Ausflug in die Hauptstadt Tschechiens. Vorweg können wir sagen: Das Rezept ist nicht unbekannt. Prag platzte am Osterwochenende aus allen Nähten! Das schmälerte für uns dennoch nicht die Schönheit der Goldenen Stadt an der Moldau.

Lest in diesem Artikel alles über unseren Kurztrip und sammelt noch ein paar Tipps und Inspiration für eure Reise nach Prag. Es gibt auch wieder viele Bilder, um einen noch besseren Eindruck zu gewinnen.

Über die A17 direkt nach Prag

Am frühen Karfreitag Morgen starteten wir auf die 660 km von Oldenburg nach Prag. Der Verkehrsgott meinte es gut mit uns, sodass wir ohne große Verzögerungen bis zur tschechischen Grenze durchkamen. Im Dezember 2016 ist der letzte Abschnitt der neuen D8 freigegeben worden, die Dresden und Prag über die A17 verbindet. Also ging es für uns direkt, ohne Abzweigungen weiter. Doch ein kleiner Stopp an der Grenze muss sein: In Tschechien gibt es eine Mautpflicht, sodass wir eine Vignette kaufen müssen. Der kürzeste Vignettentyp ist die 10-Tagesvignette für ca. 12,00 €. Gekauft in einem kleinen Container auf einem Parkplatz vor der Grenze klebten wir sie ordnungsgemäß an die Windschutzscheibe und es ging weiter. Tipp: Haltet das Geld am besten bar und passend bereit! (Mehr Informationen über tschechische Autobahnvignetten gibt es hier.)

Nach fast 6 Stunden Fahrt sind wir dann in Prag angekommen. Nach einer Beinah-Kollision mit einer Straßenbahn – wirklich gefährliche Gefährte – sind wir sicher im Parkhaus angekommen. Bei der Parkhaus-Auswahl halfen uns unsere Airbnb-Hosts. So parkten wir im sehr zentralen Parkhaus des Einkaufszentrum Palladium. Von dort waren es ca. 8 Gehminuten zu unserer Wohnung. Perfekt! Der Preis war ebenfalls absolut in Ordnung. Für 4 Tage trocken und sicher parken, zahlten wir etwa 70,00 €.

Unser traumhaftes Apartment

Ein wirklicher Wow-Moment erwartete uns als wir unser Apartment betraten. Julia hat wieder viel recherchiert und verglichen und ein wundervoll luftiges, großes und modernes Apartment in super Lage für uns gefunden. Unsere Hosts waren sehr nett und liebenswert. Nur die Nachbarn, die nichts besseres zu tun hatten als nachts ihre Tür einzuschlagen, hätten besser sein können.

Julia hat für uns einen traumhaften Ausgangspunkt in idealer Lage für unsere Touren durch die Stadt gefunden. Tipp: Dieses Apartment können wir uneingeschränkt empfehlen!

Stadtbummel

Von unserem Apartment starteten wir unsere Erkundungstouren ganz bequem zu Fuß. Prag ist aufgrund der Lage der einzelnen Sehenswürdigkeiten perfekt zu Fuß zu erkunden. Nach 5 Gehminuten waren wir an der Astronomischen Uhr und weitere 5 Minuten später standen wir auch schon an der Karlsbrücke. Besser geht es eigentlich nicht. Bei einer Free Walking Tour lernten zusätzlich noch ein paar historische und interessante Details kennen. Diese Tour können wir nur empfehlen!

Die Frage warum Prag die Stadt der Türme genannt wird, ist bei seinen rund 500 Türmen ziemlich einfach zu beantworten. Aber warum wird Prag die Goldene Stadt genannt? Das war schon etwas kniffliger. Zum Einen wird gesagt, sie bekam diesen Beinamen aufgrund der vielen goldenen Dächer, die auf einigen historischen Bauwerken zu finden sind. Zum Anderen sollen die Sandsteintürme in der untergehenden Sonne die Stadt in goldenes Licht gehüllt haben – mittlerweile sind sie ziemlich dreckig und versprechen keinen goldenen Schein mehr. Aber auch die Alchemisten im Goldenen Gässchen könnten eine Rolle spielen.

Er ist kein kulinarisches Highlight, aber es gibt ihn an jeder Ecke: Den Tredelnik! Ein (ursprünglich slowenisches) traditionelles Gebäck aus Hefeteig, das auf Spießen über dem offenen Feuer gebacken wird. Der Kuchen wird anschließend mit Zucker bestreut und meist mit Eis oder Sahne gefüllt. Geschmacklich erinnerte uns das Gebäck an einen harten Berliner.

Die Top-Sehenswürdigkeiten

Die historische Altstadt Prags ist in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen – nicht umsonst! Ihr findet hier sehr viele Sehenswürdigkeiten, dessen Besuch sich definitiv lohnt. Die wichtigsten und bekanntesten Spots stellen wir euch hier samt unserer persönlichen Eindrücke und Bilder vor:

Karlsbrücke

Die Karlsbrücke wurde bereits im 14. Jahrhundert erbaut und ist die älteste Brücke über der Moldau und sogar eine der ältesten Steinbrücken ganz Europas. Die Karlsbrücke zieren 30 steinerne Figuren von Heiligen und Patronen, so z.B. der Heilige Wenzel oder der Heilige Christoferus. Aufgestellt wurden die Figuren zwischen 1629 und 1938. Mittlerweile wurden sie durch Repliken ersetzt. Die Originale stehen sicher und geschützt im Lapidarium des Nationalmuseums.  Man kann den Skulpturen aber in keiner Weise ansehen, dass es Repliken sind und dementsprechend beeindruckt waren wir von der kunstvollen Gestaltung der Brücke. Den Eingang von der Altstadt zur Brücke bildet der Altstädter Brückenturm. Von der Kleinseite wird die Karlsbrücke durch den Kleinseitner Brückenturm betreten.

Auf der Karlsbrücke herrscht ein geschäftiges Treiben. Neben den unzähligen Touristen die über die Brücke schlendern und Fotos machen, gehen hier auch viele Künstler ihrem Tagwerk nach. Maler, Musiker und Straßenhändler bieten ihre Produkte und Dienstleistungen ungefähr alle 3 Meter an. Die Karlsbrücke ist eben eines der Wahrzeichen Prags. Tipp: Springt nicht von der Karlsbrücke. Auch wenn sie nur 13 Meter hoch ist, die Moldau darunter ist dort nicht sonderlich tief.

Prager Burg

Das andere Wahrzeichen ist die Prager Burg. Auf dem Berg Hradschin gelegen, thront sie über der Stadt. Der Bau der Burganlage begann bereits im 9. Jahrhundert. Bis zur Fertigstellung vergingen unzählige Jahre der Arbeit, sodass die Burg durch die vielen verschiedenen Stile der einzelnen Baumeister geprägt ist. Zu dem Burgkomplex gehören viele weitere interessante Ziele, von denen wir euch drei näher ans Herz legen wollen:

St.-Veits-Dom

Der St.-Veits-Dom ist das größte Kirchengebäude Tschechiens. Der Bau der Kathedrale begann bereits im Jahre 1344. Endgültig abgeschlossen wurden die Arbeiten an dem gotischen Dom allerdings erst 1929. Der Hauptturm des Doms imponiert mit einer Höhe von 99 Metern. Auch im Inneren der Krönungskirche der böhmischen Könige wurde am Prunk nicht gespart. Ein neugotischer Hochaltar, das Goldene Portal, das mit bronzenen Prägungen verziert ist oder auch die mit ca. 1.300 Halbedelsteinen geschmückte Wenzelskapelle bieten viel zum Staunen.

Leider blieb das Innere des Doms für uns verborgen. Die Schlange vor dem Eingang ging um den halben Dom (siehe Skizze, blaue Linie) und Regen setzte ein. Da haben wir schweren Herzens auf einen Besuch des Inneren verzichtet. Der St.-Veits-Dom ist jedoch auch von außen aufgrund seiner immensen Größe und der vielen gotischen Verzierungen sehr beeindruckend.

Königspalast

Früher war der alte Königspalast Sitz der böhmischen Könige und wurde anschließend noch als Sitz der Landesbehörde genutzt. Besonders sehenswert ist der Vladislav-Saal, in dem noch heute festliche Staatsakte statt finden. Auch die Vereidigung des tschechischen Präsidenten findet hier heute noch statt. Es ist sehr imposant in dem Saal zu stehen und einen alten prunkvollen, mit viel Gold und rotem Stoff verzierten Thron ansehen zu können. Viel Zeit müsst ihr für den Besuch des Königspalastes dennoch nicht einplanen.

Goldenes Gässchen

Das Goldene Gässchen hat seinen Namen durch die Geschichte erhalten, dass hier früher Alchemisten versucht haben sollen künstlich Gold und den Stein der Weisen (nicht den von Harry Potter) herzustellen. Errichtet wurden die kleinen Häuser im 16. Jahrhundert ursprünglich für die Burgwachen. Als immer weniger Wachen benötigt wurden, zogen auch andere Personen in die kleinen Häuschen ein. So auch Franz Kafka, der in Haus Nr. 22 gelebt und gearbeitet hat (1916-1917).

Heute sind in den kleinen, bunten, liebevoll restaurierten Häusern Läden mit Souvenirs und handgemachtem Allerlei zu Hause. In dem Wehrgang (ein Gang für die Burgwachen) über den Häusern sind eine kleine Ritterausstellung und eine Folterausstellung zu besichtigen. Hier ist jedoch alles sehr eng, dementsprechend kann es schnell zu kuschelig werden, wenn es voll ist. Und ebenfalls wichtig: Stoßt euch nicht die Köpfe!

Der Ausgang aus dem Goldenen Gässchen führt über einen Hof in dem ihr eine irgendwie sehr eigenartige Statue antrefft. Wir wissen leider nichts Näheres über die Statue – vielleicht kann da jemand helfen? Was wir aber wissen, ist, welches das beliebteste Körperteil des Jünglings ist und dass die (meist weiblichen) Touristen es oft ein wenig geniert und ängstlich unter dem Gelächter ihrer Freundinnen zur Foto-Pose nutzen. Ein witziges Spektakel!

St.-Georgs-Basilika

Diese frühromanische rote Kirche ist die zweitälteste Kirche Prags. Gegründet wurde sie um 920. Neben ihrer roten Fassade fallen besonder die beiden 41 Meter hohen weißen Mergelsttürme sofort ins Auge. Der breitere der beiden Türme heißt Adam, der schmalere heißt Eva. Leider erkennt man Adam & Eva auf unserem Foto nicht gut.

Weitere Impressionen der Burg

Die Prager Burg ist von fast jeder Stelle in der Stadt zu sehen. Herrschaftlich auf dem Hradschin gelegen, wird von dort über die Goldene Stadt gewacht.

Informationen zu den Eintrittspreisen und Öffnungszeiten der Burg erhaltet ihr hier!

Prag hat aber noch mehr zu bieten

Beim Schreiben haben wir wieder festgestellt wie viel Prag doch zu bieten hat. Und das Beste ist: Das alles kann auch in einen Kurztrip verpackt werden. Daher haben wir uns entschlossen noch einen zweiten Teil zu unserer Prag Reise zu schreiben – diesen findet ihr hier!

Seid ihr schon in Prag unterwegs gewesen? Wie gefiel es euch? Habt ihr Fragen oder Ergänzungen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!