Das Tanzende Haus in Prag besticht durch seine sehr extravagante Architektur. Es sieht aus als würden sich die einzelnen Gebäudeteile ineinander schlingen

Prag: Noch mehr Sehenswertes!

In unserem ersten Artikel haben wir euch schon einiges aus Prag vorgestellt. Vor allem die bekanntesten Sehenswürdigkeiten. In diesem Beitrag gehen wir auf die weniger bekannten, aber nicht weniger sehenswerten Teile der Metropole ein.

Beim Schlendern durch die altertümlichen Gassen gibt es an nahezu jeder Ecke etwas Neues und Spannendes zu entdecken. Prag bietet dabei eine schöne Mischung aus viel Vergangenheit und ein wenig Moderne.

Altstädter Ring

Hier am zentralen Marktplatz findet ihr gleich einige beeindruckende Sehenswürdigkeiten auf einem Haufen. Überall zwischen bzw. in den historischen Gebäuden haben sich einladende Cafés niedergelassen in denen ihr entspannen und nebenbei dem Treiben der vielen Menschen auf dem Altstädter Ring folgen könnt. Über Ostern war der Markt zudem voll mit kleinen Buden, die viele Leckereien im Angebot hatten. Ein niedlicher, kleiner Ostermarkt in der Prager Altstadt. Wobei klein? Der Marktplatz ist 9.000 m² groß. In seiner Mitte steht das Denkmal für den Reformator Jan de Hus. Weitere Sehenswürdigkeiten am Altstädter Ring:

Altstädter Rathaus

Noch ein Prager Wahrzeichen: Das gotische Altstädter Rathaus mit seinem 69 m hohen Turm. Das 1338 erbaute Rathaus wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört. Der neogotische musste leider abgerissen werden. An seiner Stelle befindet sich ein kleiner Park mit einer Gedenkstätte für die Opfer des Prager Aufstandes im Mai 1945. Der Hauptteil des Gebäudes konnte glücklicherweise restauriert werden. In der Erkerkapelle des Rathauses lassen sich viele tschechische Paare trauen. Ein interessanter Fakt hierzu: 79,2 % der Tschechen sind nicht religiös, daher sind Trauungen in der Kirche eher selten.

Astronomische Uhr

Weltweit einmalig! An der südlichen Seite des Altstädter Rathauses befindet sich die astronomische Uhr.  Sie erfasst an nur einem Ziffernblatt Uhrzeit, Sternzeichen, Sonnenring, Mondkreis und das aktuelle Datum. Hergestellt wurde sie 1490 von Meister Hanus. Im Laufe der Zeit blieb die Uhr einige Male stehen, konnte aber glücklicherweise immer wieder repariert werden. Zur vollen Stunde (zwischen 09:00 und 22:00 Uhr) öffnen sich die kleinen Fenster der Astronomischen Uhr und die Zwölf Apostel treten hervor. Gleichzeitig bewegen sich die vier Figuren neben dem Ziffernblatt, die Eitelkeit, Habsucht, Tod und Wollust darstellen.

Zur vollen Stunde ist der Platz vor der Uhr sehr, sehr voll. Wir haben das Schauspiel nicht gesehen und uns von einem Free-Walking-Guide sagen lassen, dass es sich auch nicht unbedingt lohnt. Wenn ihr allerdings mehr zur Funktionsweise dieser außergewöhnlichen Uhr erfahren wollt, ist dieser Wikipedia-Artikel genau richtig für euch.

Teynkirche

Der Bau dieser Kirche wurde Mitte des 14. Jahrhunderts begonnen und der Jungfrau Maria vor dem Teyn gewidmet. Jedes Jahrhundert kam ein weiteres Dach, ein Turm oder ein Giebel hinzu. Im Jahre 1819 wurde die Kirche durch einen riesigen Brand jedoch fast vollständig zerstört. Ihr Wiederaufbau begann im Jahre 1835 und prägt das äußere Erscheinungsbild der Kirche bis heute. Ihre beiden mächtigen, 80 Meter hohen Adam-Eva-Türme ragen hoch über die Häuser und sind schon vom weitem zu erkennen.

Pulverturm

Doch die Goldene Stadt hat nicht nur am Altstädter Ring viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Etwa den 65 Meter hohen ehemaligen Wachturm, der ab dem 17. Jahrhundert als Lager für das Schießpulver genutzt wurde. Seine Verzierungen bekam der Sandsteinturm erst Ende des 19. Jahrhunderts. Heute dient er nur noch als Eingangstor zur Prager Altstadt und als Aussichtsturm.  Damals schimmerte auch dieser Sandsteinturm in den unterschiedlichsten Goldtönen und gab Prag seinen Spitznamen: Die Goldene Stadt! – so ist zumindest eine Theorie.

Josefstadt

Die Josefstadt, das ehemalige jüdische Viertel Prags im Norden der Altstadt, beherbergt noch viele bedeutende Stätten des damaligen jüdischen Lebens. So findet ihr mehrere Synagogen oder den Alten Jüdischen Friedhof in dem ehemaligen Ghetto. Vor der Spanischen Synagoge könnt ihr ein interessantes Denkmal betrachten. Es zeigt einen Mann ohne Kopf auf dessen Schultern ein weiterer Mann sitzt. Zu seinen Füßen ist ein Käfer zu erkennen. Ein sehr ungewöhnliches Denkmal für einen ungewöhnlichen Denker und Schriftsteller: Franz Kafka.

Besonders aufgefallen sind uns goldene Steine, die im Pflaster der Josefstadt integriert sind. Dies sind Andenken an im zweiten Weltkrieg gestorbene jüdische Bürger. Besonders ist der Gedanke, der hinter dieser Form des Denkmals steckt: Man wählte die Steine im Pflaster als Form des Andenkens, damit sich die Menschen, die es betrachten, nach vorne beugen. Somit wird den Toten die letzte Ehre erwiesen.

Aussichtsturm Petřín

Auf dem Hügel Petřín steht der 63,5 Meter hohe Aussichtsturm, der aussieht wie ein kleiner Eiffelturm. Ihr erreicht ihn entweder zu Fuß oder mit der Standseilbahn. Wir sind die 318 Meter durch den Park des Petřín-Hügels hinauf spaziert. Auf dem Weg habt ihr schon tolle Aussichten auf Prag. Die 299 Stufen die Aussichtsplattform hinauf, sind wir nicht mehr gelaufen. Unsere Freunde haben uns aber zwei Fotos von oben mitgebracht, während wir bei einem Bier am Fuße des Turms auf sie warteten.

Tanzendes Haus

Ein weiterer besonderer Hingucker in Prag ist das Tanzende Haus. Der Architekt Frank O. Gehry hat hier, direkt am Ufer der Moldau ein wirklich verrücktes Bürogebäude entworfen. Aufgrund seiner Swing-Linien sieht es so aus, als ob das Haus sich ineinanderdreht bzw. tanzt. Hier trifft das alte Prag auf eine ganz besondere Form der Moderne. Dies sorgte anfangs auch für eine Menge Diskussionsstoff. Mittlerweile ist die Diskussion abgeklungen und das Tanzende Haus ist zu einer der Top-Sehenswürdigkeiten in Prag geworden.

 

Seid ihr schon in Prag unterwegs gewesen? Wie gefiel es euch? Habt ihr Fragen oder Ergänzungen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!