Zwei Taxen fahren den Times Square entlang.

New York City – Concrete & Jungle (Teil 2)

„Concrete jungle where dreams are made of…“ sind die Worte, die Alicia Keys benutzt, um ihre Heimatstadt zu beschreiben. Wir wollen in unserem zweiten Teil zu New York mit euch zusammen tiefer in den Dschungel aus Beton und Asphalt eintauchen. Einen Überblick gab es bereits im ersten Teil, genauer gesagt, zeigten wir euch Manhattan von oben und teilten mit euch einige Eindrücke der berühmten Skyline. In diesem Blogpost wagen wir uns tiefer in die Häuserschluchten dieser wunderbaren Metropole.

Wir starteten unsere Großstadtsafari von der Brooklyn Bridge aus und haben auf unserem Weg natürlich möglichst alle Klassiker für euch (und uns) besucht:

Brooklyn Bridge

Mit der U-Bahn fuhren wir nach Brooklyn (Station „Clark St“ oder „High St A-C“) und schlenderten über die Brooklyn Bridge nach Manhattan.

An der Brücke angekommen, gingen wir die Treppe hinauf und waren sofort von dem grandiosen Panorama gepackt. Die Stahlseile der Brooklyn Bridge und ihre beiden Granittürme vor Manhattans Wolkenkratzer – ein unvergesslicher Anblick.

Die Brooklyn Bridge ist eine der berühmtesten Hängebrücken der Welt. Sie wurde nach 13 Jahren Bauzeit im Jahre 1883 eröffnet und hat eine Gesamtlänge von 1,8 km bei einer Breite von 25,91 m (hier findet ihr mehr – auch technische – Informationen).

Diese Brücke ist nicht umsonst eines der Wahrzeichen New Yorks. Ihr schlendert auf der Brücke entlang und habt zu eurer Linken die Skyline Manhattans, zur Rechten die Manhattan Bridge und unter euch den Verkehr und den East River. Lauft durch die Turmbögen der Brooklyn Bridge direkt in Manhattans Herz. Eine wunderschöne Szenerie. Erst recht bei dem perfekten Herbstwetter, das für uns vorbereitet war. ei Nacht könnt ihr die Brooklyn Bridge in unserem ersten Teil bewundern.

Seid beim Schlendern ein wenig vorsichtig und verliert euch nicht zu sehr in Gedanken, damit ihr nicht von einem Jogger über den Haufen gerannt oder von einem Radfahrer umgefahren werdet.

Times Square

Viele Filme spielten bereits hier an der Kreuzung Broadway / 7th Avenue, dem Mittelpunkt Manhattans Theaterviertels. Zudem findet jedes Jahr eine der größten Silvesterpartys weltweit am Times Square statt. Es ist wohl einer der berühmtesten Plätze der Welt. Diese Lichtermeer aus unzähligen LED-Leuchtreklamen an den Hochhäusern hat jeder schon einmal irgendwo gesehen. Dementsprechend ist es am Times Square stets voll und unruhig, zugleich aber auch faszinierend, fast schon irreal. Hier ist die Gefahr der Genickstarre noch größer als in New Yorks anderen Stadtteil, da die Lichter der Werbung unweigerlich die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Gerne hätte wir den riesigen Toys‘r‘us-Shop direkt am Times Square besucht und wären eine Runde mit dem Riesenrad, das im Store aufgebaut ist, gefahren. Leider war er wegen Umbauarbeiten geschlossen.

Seinen Namen verdankt der Times Square übrigens der Zeitung Times. Diese hatte damals ihren Sitz im T.S. 1 (One Times Square), dem schmalen Wolkenkratzer der von oben bis unten mit LED-Reklamen ausgerüstet ist.Wenn ihr einen Platz auf der kleinen Tribüne ergattern könnt, schaut ihr genau auf den T.S. 1.

Broadway

Sie führt zum Times Square oder vom Times Square weg, die älteste und mit ca. 29 km längste Straße in nord-südlicher Richtung durch Manhattan. Sie verbindet Lower Manhattan mit der Bronx und ist die einzige Straße, die sich nicht an das Schachbrettmuster des restlichen Manhattan hält. Dies liegt daran, dass sie bereits 17. Jahrhundert als Indianerpfad entstanden ist und von den Einwanderern einfach weiter genutzt und ausgebaut wurde.

Berühmt ist der Broadway für seine unzähligen Theater, in denen die berühmtesten Musicals der Welt aufgeführt werden. Je weiter man in Richtung Norden kommt, desto stärker verliert der Broadway an Charme und an Flair. Wir beschränkten uns bei unserem Besuch auf ein paar hundert Meter des Glamours in der Nähe des Times Square. Für einen kompletten 29km dauernden Eindruck hatten wir leider keine Zeit.

Central Park

New Yorks grüne Lunge. 349,15 Hektar Natur mitten im Großstadtdschungel. Dieser Ort zieht zum Teil 500.000 Besucher täglich in seinen Bann. 1848 wurde der Park geplant und später gebaut, da es New York an Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten mangelte. Heutzutage dient er als Oase der Erholung, ein Zufluchtsort entfernt vom Trubel des Big Apple.

Der Central Park bietet unzählige Seen, große Freiflächen und 93,5 km Fußwege zum Joggen, Radfahren, Bootfahren oder zum Basketball, Baseball oder Tennis spielen. Ihr könnt aber auch einfach ein Picknick und ein Nickerchen auf den Wiesen im Central Park machen oder die vielen Grauhörnchen und unterschiedlichen Vogelarten beobachten.

Es gibt zudem weitere Sehenswürdigkeiten und Attraktionen wie den Central Park Zoo oder das Belvedere Castle, ein kleines Schloss, das auf einen der künstlichen Hügel errichtet wurde und einen tollen Blick auf den Central Park bietet.

Solltet ihr euch einmal im Park verlaufen haben, orientiert euch an den Parklampen. Alle ca. 1.500 Laternen sind mit einer vierstelligen Zahl versehen. Anhand der ersten beiden Ziffern könnt ihr auf die Höhe der nächsten Straße schließen und die letzte Ziffer gibt an, ob es sich um die Ost- oder die Westseite (ungerade Zahl) handelt. Oder ihr verlasst euch ganz modern auf euer Kartenmaterial und GPS.

Ground Zero

Als Ground Zero wird das 6,47 ha große gelände bezeichnet auf dem das ehemalige World Trade Center und seine Zwillingstürme empor ragten. Nach Jahren des Wiederaufbaus ist dieser Ort heutzutage Mahnmal und Zeichen der Stärke zugleich.

One World Trade Center

Das One World Trade Center sollte ursprünglich Freedom Tower genannt werden. Doch vermutete man, dass der auf dem Ground Zero erbaute Wolkenkratzer mit seinem jetzigen Namen mehr Mieter anzieht. Die Kurzform WTC 1 ist sogleich eine Anlehnung an einen der am 11. September 2001 zerstörten Zwillingstürme.

Das WTC 1 hat die Form eines Antiprismas. Dadurch entstehen auf seiner Fassade acht Dreiecke, die ihn unverwechselbar in New Yorks Stadtbild machen. Seine Höhe von 541,3m bzw. 1776 Fuß machen ihn nicht nur zum höchsten Gebäude der Vereinigten Staaten, sondern erinnern gleichzeitig an das Jahr 1776 in dem die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde.

Auf dem 100. Stockwerk befindet sich eine Aussichtsplattform, die euch einen 360°-Panorama über New York City bietet. Auf www.oneworldobservatory.com erfahrt ihr mehr über die Aussichtsplattform.

9/11 Memorial

Ebenfalls auf den Gelände des Ground Zero befindet sich das 9/11 Memorial sowie das dazugehörige Museum. Das Mahnmal besteht aus zwei Teilen: jeweils an der Stelle der Twin Tower des alten World Trade Centers befinden sich große Pools an deren Wänden das Wasser über die Mitte neun Meter tief ins untere Geschoss hinab fällt. Umrandet sind die riesigen Pools mit einem Geländer aus Bronzeplatten in denen die Namen der fast 3.000 Opfer der Terroranschläge von 1993 und 2001 eingearbeitet sind. Um dieses Mahnmal herum ist ein kleiner Stadtpark angelegt.

Weiteres Areal

Zudem entstanden und entstehen auf dem Ground Zero weitere Hochhäuser und direkt neben dem Gelände auch der imposante Bahnhof Oculus. Über Schönheit lässt sich bekanntlich streiten, aber dieser Bahnhof ist auch symbol- und prestigeträchtig. Das weiße Dach erinnert einige an ein Gürteltier, die meisten Besucher jedoch an die ausgebreiteten Flügel eines Vogels. Die Symbolik des Phönix, der aus der Asche aufsteigt, ist vermutlich an wenigen Orten der Welt passender.

Insgesamt wurde hier ein wirklich schönes Andenken an die unzähligen Opfer dieser schrecklichen Anschläge geschaffen. Es ist ein Ort der Stille geworden, der den Besucher sehr nachdenklich stimmt und für einige Momente inne halten lässt.

9/11 Tribute Center

Wir besuchten im Anschluss noch das 9/11 Tribute Center. Dies ist eine kleine Ausstellung, die die Geschichten der Überlebenden und Angehörigen, der Rettungskräfte und Helfer der Terroranschläge erzählt. Die Ausstellung besteht aus Filmen und Zitaten der Zeugen sowie einigen Ausstellungsstücken und ist sehr emotional und ergreifend. Ihr könnt im Anschluss an einer Tour teilnehmen, auf der euch ein Zeuge des damaligen Terrors begleitet und euch die schlimmen Stunden, Wochen, Monate und Jahre nach den Anschlägen schildern kann. Wir konnten leider nicht an der Tour teilnehmen, da wir insgesamt zu wenig Zeit für das 9/11 Memorial eingeplant haben. Wir hätten nicht gedacht, dass der Ort uns so fesselt und in seinen Bann zieht.

Freiheitsstatue

Die Freiheitsstatue, vielleicht DAS Wahrzeichen der Vereinigten Staaten von Amerika. Jeder kennt sie und für die meisten verkörpert sie genau das wofür sie steht: Freiheit und Unabhängigkeit!

Lady Liberty steht auf Liberty Island und wurden dem amerikanischen Volk von den Franzosen geschenkt. Eingeweiht wurde sie am 28. Oktober 1886. Die Statue stellt Libertas, die römische Göttin der Freiheit, dar und hat eine Höhe von 46,05m. Die Gesamthöhe mit Sockel beträgt 92,99m.

Wir schauten von der Staten Island Ferry und vom Helikopter auf die Freiheitsstatue. Es waren tolle Momente live an der Freiheitsstatue vorbei zu fahren bzw. zu fliegen. Unglaublich so nah an einem weltweit so symbolträchtigen Ort zu sein. Trotzdem sind wir nicht mehr auf die Liberty Island gefahren, um sie aus nächster Nähe zu betrachten. Der Hauptgrund hierfür war sicherlich, dass wir von teilweise langen Wartezeiten aufgrund der hohen Sicherheitsvorschriften gehört hatten.

Flatiron Building

Das Flatiron Building bekam seinen Namen aufgrund seiner Form, die doch sehr stark an ein Bügeleisen erinnert. An seiner Spitze ist es gerade einmal 2m breit und wurde durch diese besondere Form zu einem weiteren Wahrzeichen New Yorks. Ihr findet es an der Kreuzung Broadway / 5 th Avenue / 23rd Street.

Gegenüber des Flatiron Buildings ist der schmucke, kleine Madison Square Park. Hier könnt ihr einen überragenden Burger bei Shake Shack genießen und die kleinen, frechen Grauhörnchen auf Futtersuche beobachten.

Chelsea Market

Der Meatpacking District bzw. Gansevoort Market beheimatet ein altes Fabrikgebäude in dem früher u.a. die Oreo-Kekse produziert wurden. Heute ist es die Stätte des Chelsea Market. In der ehemaligen Fabrik sind jetzt Cafés, Restaurants, Wein- und Gemüsehändler sowie diverse Shops, ein Buchladen und ein Flohmarkt zu Hause.

Der Chelsea Market besitzt ein cooles Flair und ein interessantes Interior. Dadurch dass er komplett überdacht ist, ist er bei schlechtem Wetter oder zum Aufwärmen im Winter zu empfehlen.

High Line Park

Direkt am Chelsea Market in Richtung des Hudson Rivers findet ihr den High Line Park. Dies ist eine 2,33 km lange, ehemalige Bahnstrecke für den Güterverkehr, die zu einem Park umgebaut wurde. Über den Straßen, in Sichtweite zum Hudson River könnt ihr über diese stillgelegt Bahnstrecke flanieren, vor einem Panorama-Fenster chillen oder euch auf einer der auf den Gleisen verschiebbaren Holzbänke sonnen.

Während unseres Dezember-Besuches in New York war es (natürlich) ein wenig trist auf der High Line. Im Sommer ist es hier jedoch sicherlich sehr schön. Doch vermutlich auch recht überlaufen. Auf jeden Fall ist es eine tolle Idee für die Nutzung der alten Bahnstrecke.

Trump Tower

Irgendwie ist dieses Hochhaus in aller Munde seitdem sein Namensgeber die Präsidentschaftswahl gewonnen hat. Auf der Straße warten Kamerateams und vereinzelte Demonstranten darauf, den Präsidenten vor seinem Gebäude anzutreffen. Dementsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen.

So wurden wir bereits an der Kreuzung nach unserem Vorhaben gefragt und es wurde ein kurzer Blick in unseren Rucksack geworfen. Vorm Trump Tower begrüßten uns sechs stark bewaffnete Polizisten des NYPD und zu guter Letzt scannte der Secret Service noch unsere Rucksäcke.

Natürlich hatten wir nichts Verbotenes bei uns und wir waren im Trump Tower. Was erwartete uns? Viel Marmor und Gold, ein Wasserfall hinter dem geschmückten Tannenbaum, ein Restaurant, Starbucks und natürlich Donald Trumps Bücher & Co. in Vitrinen. Also für unseren Geschmack ist schön etwas anderes. Dieser Turm sind 202m Prunk und Protz – eben das Werk eines großen, selbstdarstellerischen Egos.

Grand Central Station

Die Grand Central Station bzw. das Grand Central Terminal ist der größte Bahnhof der Welt (Gleisanzahl, 67) und liegt mitten in New York. Der Kopfbahnhof wurde 1913 eingeweiht und wird heute von ca. 500.000 Menschen täglich genutzt.

Man muss schon aufpassen, dass man sich in den zwei Etagen der Grand Central Station nicht verläuft. Dafür ist es jedes mal ein Highlight, wenn man die imposante Haupthalle mit ihren Kassenhäuschen am Rand, den Infoskiosken im Zentrum und der markanten dunkel-blaugrünen Decke betritt. Uns glitt jedes mal ein „Wow!“ über die Lippen.

8 (weitere) Bilder

Hier noch eine kleine bildliche Zugabe:

Video

Ein Video zu den New Yorkern Klassikern folgt in Kürze!

Habt ihr Fragen, Ergänzungen oder haben wir einen der Klassiker vergessen? Seid ihr auch schon in New York City gewesen? Wie hat es euch gefallen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!