Eine kleine Gasse zwischen den Bruchsteinhäusern

Mallorca: Viel mehr als nur der Ballermann!

Ende Oktober letzten Jahres hat es uns für einen 4-tägigen Kurztrip nach Mallorca verschlagen. Für uns bestand Mallorca irgendwie immer nur aus Mannschafts- und Abifahrten am Ballermann oder den Geschichten von besoffenen Briten in Magaluf. Jetzt war es so weit, dass wir uns vom Gegenteil überzeugen und die Schönheit der Balearen-Insel kennen lernen konnten.

Unterkunft & Mietwagen

Da wir Ende Oktober auch etwas schlechtes Wetter auf Mallorca einplanen mussten, sollte es ein Hotel sein, in dem man bei Regen auch noch Möglichkeiten hat, etwas drinnen zu machen oder sich einfach zu entspannen.

Das Hotel & Spa Ferrer Janeiro in Can Picafort erfüllte unsere Ansprüche vollkommen. Das Sportlerhotel hat einen Pool zum Bahnen ziehen, einen schönen, kleinen Wellnessbereich mit Sauna, Hammam und Wassermassageangeboten, ein Fitnesscenter und einen großen Bar-Bereich. Die Lage unweit des Meeres und eines großen Waldes hat uns ebenfalls überzeugt.

Der Aufenthalt dort war sehr angenehm. Die Zimmer sind sehr schön und geräumig, mit großem Balkon. Zudem bietet das Hotel ein leckeres, großes Büfett zum Frühstück und Abendessen. Leider herrschte im Restaurant eher Kantinenstimmung, da es auch Ende Oktober noch sehr gut besucht war.

Tipp: Solltet ihr das Hotel buchen wollen, schaut auf der offiziellen Seite des Hotels. Wir fanden hier ein tolles Angebot, bei direkter Buchung über die Website des Hotels. Ein kurzer Blick kann sich also lohnen!

Da wir ein wenig mehr von der Insel sehen wollten, buchten wir uns einen Mietwagen. Wie immer buchten wir den Wagen über das Portal billiger-mietwagen.de. Für fünf Tage zahlten wir bei dem Anbieter Autoclick für einen Ford Fiesta nur 54,96 € – ein echtes Schnäppchen.

Der kleine Flitzer war in einem super Zustand und brachte uns zu allen unseren Zielen ohne Probleme. Auch die Serpentinen in den Bergen an Mallorcas Nordküste meisterte er wie ein Großer und sorgte so für viel Fahrspaß!

Palma de Mallorca

Direkt an unserem ersten Tag steuerten wir Palma de Mallorca an. Wir hatten für den Start in den Tag einen Escape Room gebucht. Leider haben wir im Vorfeld nicht überlegt, dass es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, die erste Nacht nach Ankunft auf der Insel in Palma zu verbringen. So fuhren wir morgens also direkt von Can Picafort wieder nach Palma de Mallorca. Glücklicherweise ist die Insel nicht sehr groß und man benötigt mit dem Auto nur knapp eine Stunde von Ost- nach Westküste.

Nachdem wir den Escape Room erfolgreich verlassen haben, sind wir in einen Hop-on-Hop-off Bus gestiegen und haben eine Runde durch Palma gedreht. Das Ticket hat 21,00 € p.P. gekostet und der Bus fährt zwischen 10:00 und 18:00 Uhr kreuz und quer durch Palma (Dauer einer Rundfahrt ca. 80 min). Wir können die Fahrt absolut empfehlen, um einen ersten Eindruck von Palma zu bekommen. Unser Highlight der Strecke war auf der Stopp beim Castell de Bellver. Oben auf dem Berg hat man einen wunderschönen Blick auf den Hafen Palma de Mallorcas.

Nach der Bustour sind wir ein bisschen durch den Hafen und die Altstadt von Palma geschlendert. Wir verloren uns in den schmalen, belebten Gassen der Altstadt beim Bummeln durch die kleinen Läden und freuten uns über die vielen tollen Plätze und Gebäude in Mallorcas Hauptstadt. Besonders toll fanden wir die engen, kleinen Läden voll mit spanischen Wurstspezialitäten. Eine Unmenge an lecker aussehenden und schön würzig riechenden Verlockungen, in rustikal gestalteten Räumen.

Ein absolutes Muss ist bei einem Besuch in Palma natürlich ein Blick auf die imposante Kathedrale La Seu! Sehr schön ist auch der Placa Major, das Zentrum der Stadt. Problematisch ist hier, dass es ein typischer Anlaufpunkt für Touristen ist und somit viele Straßenhändler und „Künstler“ auf dem Platz unterwegs sind, die ein wenig nerven können. Dennoch sollte man einmal in „Palmas Innenhof“ gewesen sein. Zudem nicht entgehen lassen, solltet ihr euch die Fassade des Edifici Casasayas – ein sehr extravaganter Blickfang.

Etwas befremdlich fanden wir allerdings, das an der Beschilderung vieler Läden die deutschen Ausdrücke an erster Stelle stehen. Wir sind doch eigentlich in Spanien? Oder ist Mallorca tatsächlich unser verlorenes 17. Bundesland?

Roadtrip durch die Berge

An unserem zweiten Tag stiegen wir wieder in unseren kleinen Flitzer, um den Nordwesten Mallorcas zu erkunden. Hier entwickelte sich ein toller, kleiner Roadtrip durch die Serpentinen der mallorquinischen Berge.

Sa Calobra

Zunächst haben wir uns auf den Weg nach Sa Calobra gemacht. Wir haben viel von der dortigen Felsenschlucht Torrent de Pareis gehört. Von daher wollten wir das Tor zum Meer unbedingt mit eigenen Augen sehen. Schon der Weg dorthin über die Serpentinenstraße MA-2141 ist ein absolutes Highlight.

Tipp: Wenn man früh morgens fährt, braucht man sich keine Gedanken zu machen, wie man auf der schmalen Straße an entgegen kommenden Bussen vorbei kommen soll, da noch recht wenig Verkehr ist.

Die Gegend ist ebenfalls beliebt bei Wanderern und bei Verfechtern des etwas extremeren Canyoning. Beide Zielgruppen werden hier von einer tollen Landschaft direkt am Meer in Empfang genommen.

Wir sind mit dem Auto bis zum Parkplatz gefahren (am Ende der Carrer Port de Sa Calobra). Einen Ticketautomaten braucht ihr hier nicht suchen, die Parkgebühren zahlt man später bei der Ausfahrt.

Auf dem Fußweg zum Torrent de Pareis kann man schon einige tolle Ausblicke auf das Meer genießen. Man durchquert zwei beleuchtete Tunnel und erreicht dann die Felsenschlucht. Der Anblick des riesigen Felsentores ist genial. Wahnsinnig imposant wie hoch die beiden Felsen ragen und ein natürliches Tor zum Meer bilden. Blickt man dann ins Innere der Schlucht könnte es, mit dem einsam dort stehenden Baum, auch eine verlassene Gegend in Afrika sein.

Fornalutx

Nachdem wir uns am Torrent de Pareis satt gesehen hatten, ging es wieder auf die Straße. In dem Bergdorf Fornalutx legten wir einen Zwischenstopp ein. Dieses sehr kleine Dorf (ca. 500 Einwohner) ist überaus sehenswert und perfekt für jeden der gerne die typischen mallorquinischen Gassen mag. Geparkt haben wir auf dem kleinen Parkplatz des Ortes – es ist aber sehr eng dort und Parkplätze sind rar. Wir können uns vorstellen, dass es in der Hauptsaison auch in diesem kleinen Örtchen sehr überlaufen sein kann – eigentlich würden wir wetten, dass es so ist.

Vom Parkplatz hat man bereits einen tollen Ausblick auf das Tal von Soller und der erste Augenblick hat uns gleich gepackt. Wow! Gerade da und schon beeindruckt! Wir bummelten durch die mit Blumen geschmückten und kopfsteingepflasterten Gassen vorbei an den vielen schönen Bruchsteinhäusern, um in einem der netten Restaurants eine Pause einzulegen und uns zu stärken. Bei unserem kurzen Besuch wurde uns schnell klar, dass dieses denkmalgeschützte Dorf nicht umsonst als eines der schönsten Dörfer Spaniens gilt!

Kleiner Tipp am Rande: Fornalutx ist ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderfans. Von hier aus gibt es einige Wanderwege durch das Tramuntanagebirge, die wunderschön sein sollen.

Valldemossa

Der nächste Halt auf unserem Roadtrip über Mallorca war das Bergdorf Valldemossa. Ebenfalls ein sehr schöner Ort, der allerdings ziemlich touristisch und recht voll ist. Nichtsdestotrotz ist er definitiv einen Besuch wert, da er durch seine Schönheit die anderen Touristen einfach vergessen lässt.

Valldemossa liegt in der Serra de Tramunatana und bietet malerische Ausblicke auf die umgebende Landschaft. Vor allem vom historischem Zentrum in dem auch eine alte Klosteranlage – die Kartause von Valldemossa – liegt, hat man einen wunderschönen Blick auf das Tal mit seinen vielen Zitronen-, Mandel- und Olivenbäumen.

Dieses Bergdorf ist ein perfekter Ort um sich beim Spaziergang durch die romantischen Gassen einfach ein wenig treiben zu lassen. Je weiter man dabei ins historische Zentrum vordringt, desto verwinkelter und enger werden die Wege und man verliert sich mehr und mehr in diesen fantastischen Ort.

Fans von Kultur und Historie werden in Valldemossa ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Neben den unzähligen, gut erhaltenen historischen Bauwerken befindet sich in Valldemossa z.B. ein Museum über Frédéric Chopin und George Sand. Überzeugt euch am besten selbst!

Quad-Tour bei Cala Millor

Um auch den Osten der Insel kennen zu lernen, haben wir in Cala Millor eine Quadtour gemacht. Die Stadt an sich interessierte uns nicht sonderlich, da sie sehr vom Tourismus geprägt ist und dementsprechend wie die klassische mallorquinische Touristen-Stadt aussieht (optisch vergleichbar mit Arenal, nur ohne Eimersaufen).

Um das Umland zu entdecken, war die Quadtour ideal. So haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Ein neues Gefährt getestet und die Natur Mallorcas Ostküste ein wenig erkundet.

Die Tour buchten wir über Jochen Schweizer bei Chopper Tours Mallorca und los ging es zentral in Cala Millor. Sven ist mit uns drei Stunden Offroad und auf den Straßen im Osten Mallorcas unterwegs gewesen. Super war für uns, dass wir einen gewissen Teil der Strecke alleine fahren durften, d.h. jeder so schnell wie er möchte. Das war ein riesiger Spaß! Auch die anschließende Geschicklichkeitsstrecke hat sehr viel Spaß gemacht. Man wird dabei aber ziemlich dreckig und sollte einplanen nach der Quad-Tour erstmal zur Unterkunft zurückzukehren, um sich frisch zu machen.

Julia und ich sind zusammen auf einem Quad gefahren und haben auf der Hälfte der Strecke getauscht. Dies war auch sehr gut und hat unsere Daumen – man gibt mit dem Daumen Gas – geschont. Drei Stunden alleine fahren, ist schon anstrengend, wenn man ein Quad-Neuling ist, so wie wir es waren.

Wir können eine Quad-Tour definitiv empfehlen: Quad fahren ist ein rasantes Abenteuer und der Osten Mallorcas bietet einige herrliche Ausblicke!

Alcudia

Da unser Hotel in der Nähe von Alcudia lag, wollten wir die „Stadt auf dem Hügel“ auch noch kurz erkunden. Sie ist wunderschön gelegen im Nordosten Mallorcas zwischen den Buchten von Alcudia und von Pollenca.

Unser erster Anlaufpunkt war der bildschöne Sandstrand am Hafen Port d‘Alcudia. Mit seiner Lage an der Bucht  lädt er dazu ein die Sonne neben den Bergen am Horizont beim Untergehen zu bewundern. Ganz so lange konnten wir aber doch nicht warten – die Altstadt stand noch auf dem Plan.

Der historische Stadtkern Alcudias ist sehr gut erhalten und top restauriert. Allerdings ist es auch recht klein, sodass es auch sehr eng werden kann in den charmanten Gassen. Außerhalb der Altstadt und des Hafengebiets ist Alcudia – mit Ausnahme der Landschaft – nicht so sehenswert.

Wir haben auf jeden Fall viele neue, tolle Eindrücke von Mallorca gewonnen und wissen jetzt: Mallorca ist weitaus schöner als der Ballermann!

Seid ihr auch schon auf Mallorca gewesen? Was habt ihr erlebt? Habt ihr Fragen oder Ergänzungen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!