Kubanische CUC Scheine

Kubanischer Jineterismo

Jineterismo („Reiterei“) ist seit Beginn der wirtschaftlichen und sozialen Krise Kubas (período especial) ein Synonym für alle semilegalen bis illegalen, individuellen ökonomischen Aktivitäten am Rande des staatlich kontrollierten Tourismus.[1]

Der Jineterismo auf Kuba bedeutet nicht ausschließlich Prostitution, wie auch aus der obigen Definition hervorgeht. Junge Kubanerinnen und Kubaner haben interessante Maschen entwickelt, auch ohne Prostitution an die Devisen der Touristen zu gelangen. Sie sind nett, bauen Vertrauen auf und setzen auf die Gutgläubigkeit oder Hilfsbereitschaft der Touristen, um sie danach abzuzocken.

Damit ihr nicht auf die Betrügereien hereinfallt, möchten wir die häufigsten Maschen der Jineteras/Jineteros sammeln. Mit diesen Informationen seid ihr gut informiert und bereits sensibilisiert. Alle hier aufgelisteten Maschen wurden uns von einem Guide mitgeteilt oder haben Freunde bzw. wir selbst erlebt. Wir wurden einmal an der Tanke und einmal von einem Taxi-Fahrer, der angeblich kein Wechselgeld hatte abgezockt. Das soll nicht heißen, dass auf Kuba ausschließlich Betrüger rumlaufen. Man sollte die Maschen jedoch einmal gelesen haben, um nicht in die Falle zu tappen.

Festivals, Tanzkurse, exklusive Veranstaltungen

Gerade in Havanna wird man meist direkt nach seinen Herkunftsland gefragt: „Hello my friend, where are you from?“ wird im ersten Moment natürlich mit „Germany!“ erwidert. Nun versuchen die Jineteros eine Beziehung aufzubauen, indem sie mehrfach „Alles klar!“ wiederholen. Wenn man jetzt noch nicht deutlich macht, dass das Gespräch hier zu Ende sein wird, bekommt man z.B. irgendeine ausschweifende Geschichte über die angeblichen Verwandten des Kubaners in Deutschland aufgetischt.

Hauptsache es kann eine engere emotionale Bindung geschaffen werden. Hier ist der nächste Punkt abzuspringen. Sollte man es hier immer noch nicht schaffen, kommt das Angebot. Der Jinetero versucht euch davon zu überzeugen auf eine erstklassige Veranstaltung zu kommen. Um euch alles zu erklären und die Adresse aufzuschreiben, schlägt er vor in ein Café zu gehen.

Jetzt sitzt ihr in der Falle. Der Jinetero lässt sich Zeit und bringt euch in Zusammenarbeit mit dem eingeweihten Kellner dazu Getränke zu bestellen. Der Haken: Die Rechnung beträgt am Ende ein Vielfaches des normalen Preises und den Überschuss stecken sich später Kellner und Jinetero in die Tasche. Euer letzter Ausweg könnte ein lautstarker Protest sein. Die letzte und einzige Möglichkeit die Rechnung auf ein Normalmaß zu drücken.

Falsche Rechnung

Kontrolliert eure Rechnung im Lokal. Es ist schon vorgekommen, dass Kellner Gästen die Rechnung eines anderen Tisches vorlegen, wenn diese entsprechend höher ausfiel. Nettes, leicht verdientes Zubrot für den Kellner.

Umleitung

Diese Gaunerei begegnete uns auf dem Weg nach Viñales. Ein Haufen Kubaner steht wild winkend an einer Kreuzung. Da wir wussten, was passiert, hielten wir natürlich nicht an.

Haltet ihr an, läuft es folgendermaßen ab: Die Jineteros erzählen euch das der Weg zu eurem Hotel oder eurem Casa Particulares gesperrt oder aus irgendwelchen anderen Gründen unbefahrbar ist. Natürlich haben sie aber eine Lösung parat. Sie können ein Stück mitfahren und euch über eine Ausweichroute lotsen. Lasst ihr euch darauf ein, bringen sie euch ans Ziel.

Dort fällt dann aber auf, dass sie ja zurück müssen. zufällig steht genau an der Stelle, wo sie aussteigen möchten ein Auto, welches sie dann auch tatsächlich mitnehmen kann. Den maßlos übertriebenen Preis für die private Taxi-Fahrt unter Freunden (das trifft es wohl am ehesten) sollt ihr dann zahlen.

Stromausfall beim Tanken

Wir tankten an einer Tankstelle in Viñales. Der Tankwärter war zuvorkommend und erledigte alles für uns. Zwischendurch ging die Zapfsäule aus. Wir sollten uns den Stand merken, da er gleich weiter tanken würde. Das Problem soll ein Stromausfall gewesen sein. Wir dachten uns nichts dabei, da wir ja wussten, Stromausfälle können auf Kuba durchaus vorkommen. Am Ende bezahlten wir, setzten uns ins Auto und fuhren los. Unterwegs kam uns die Frage auf: „Wie passen in dieses kleine Auto (Kia picanto) fast 50 Liter Benzin?“ – reingefallen!

Falsche Polzisten

Zum Teil sind die Jineteros sehr dreist und geben sich als Polizisten aus. Diese sind aber schnell zu erkennen, da sie auf ihren Uniformen keine Abzeichen haben. Zudem fehlt ihnen die Koppel. Darüber hinaus wird in ihrer Nähe weder ein Polizeiauto noch ein Polizeimotorrad zu entdecken sein.

Außerdem ist es kubanischen Polizisten untersagt, Geld von Touristen anzunehmen. Strafen müssen in einer Dienststelle oder beim Vermieter des Autos (z.B. bei Geschwindigkeitsüberschreitungen) bezahlt werden.

Mitfahrgelegenheit

Auf Kuba ist es normal Anhalter mitzunehmen. Als Tourist sollte man hier dennoch skeptisch sein. Es gibt die Masche, dass der Mitfahrer beim Einsteigen Nägel vor den Reifen streut. Während der Fahrt fällt ihm dann auf, dass irgendetwas nicht stimmt. Natürlich war der Reifen platt. Und natürlich kannte der Mitfahrer jemanden der diesen Reifen reparieren könne.

Dies soll dann zu einem komplett überhöhten Preis erfolgen. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass man seinen eigenen Reifen quasi zurückkaufen soll. Für eine Reparatur des Reifens sollten maximal 10,00 CUC gezahlt werden. Den Preis sollte man im Vorfeld eindeutig verhandeln und sich nicht auf Nachverhandlungen einlassen.

Wechselgeld

Es kann vorkommen, dass ein Taxi-Fahrer angeblich kein Wechselgeld hat und euch somit leider kein Wechselgeld rausgeben kann. Wir zahlten deshalb 5,00 CUC extra für unsere Fahrt zum Flughafen.

Beim Thema Wechselgeld solltet ihr ebenfalls auf die Währungen achten. Hier ist eine Masche, dass anstatt des CUC der billige CUP ausgegeben wird. Da die Scheine sich ähneln, kann man auch hier schnell über den Tisch gezogen werden.

Parkplatzwächter

Häufig stellt ihr euer Auto ab und ein Kubaner eilt schnell zu euch um eine Parkplatzgebühr bzw. eine Gebühr für die Bewachung eures Auto einzustreichen. Dies kann korrekt sein, aber auch eine Schwindelei. Die hier geforderten Beträge sind aber so gering, dass wir da gar nicht drüber nachgedacht haben, ob dies nun korrekt war oder nicht. In der Regel wird ein CUC pro Stunde oder länger verlangt.

Zerstochene Reifen

Leider kann es vorkommen, dass man nach dem Strandbesuch seinen Mietwagen mit zerstochenen Reifen (mindesten zwei kaputt) vorfindet – trotz Parkplatzwächter. So ist es Bekannten von uns geschehen. Da gleich zwei Reifen beschädigt wurden, hilft der Ersatzreifen nicht den gesamten Schaden zu beheben.

Doch auch hier sind sofort einige Jineteros zur Stelle und wollen die Reifen abschrauben und auf dem Fahrrad zu einem Freund bringen, der ihn reparieren kann. Natürlich ziemlich überteuert. Leider hat man hier keine große Wahl. Viel schlimmer als der überhöhte Preis ist jedoch die Zeit die man verliert, während der Kubaner mit dem Rad unterwegs ist und den Reifen reparieren lässt.

Comision

Seid ihr neu in der Stadt und sucht eure Casa Particulares oder einen Paladar könnt ihr ebenfalls in eine beliebte Falle tappen. Ihr werdet angesprochen, ob ihr Hilfe braucht die Casa zu finden. Gebt ihr dem Jinetero eine Visitenkarte eurer Casa berichtet er euch von irgendeinem fadenscheinigen Grund, warum der Besitzer der Casa nicht zu Hause ist. Sie können jedoch Hilfe anbieten, indem sie euch zu einem Bekannten bringen, der auch eine Casa Particulares hat.

Dieser Aufenthalt wird teuer für euch werden. Der Schlepper kassiert ca. 5,00 CUC Provision pro Nacht. Bezahlen müsst ihr diese über einen überhöhten Zimmerpreis. Lasst ihr euch zu einem Paladar führen, müsst ihr ebenfalls mit überhöhten Preisen rechnen. Hier kann es zudem vorkommen, dass ein Schlepper einfach mit euch in das Paladar geht und so versucht an seine Comision zu kommen, ohne euch einen „Dienst“ erwiesen zu haben.

Unterstützung und Tipps beim Kauf von Artikeln

Gerne bieten euch die Gauner Rum oder Zigarren an. Ein Freund oder Verwandter hat super Ware günstig zum Verkauf. Beißt ihr an, werdet ihr in einen Hinterhof geführt und kauft illegale, minderwertige Ware zu viel zu hohen Preisen. Auch wenn Kuba ein armes Land ist, seid skeptisch, wenn euch super Schnäppchen versprochen werden.

Eigene Einschätzung

Hier und da hat man sicherlich Verständnis für die Kubaner, die auf diese Art versuchen an ein paar Devisen zu kommen, um sich Shampoo und bessere Kleidung zu kaufen. Sie werden dabei nicht brutal oder drohen, es sind lediglich Trickbetrügereien. Trotzdem bleibt es ein Betrug und gerade in Havanna kann es sehr nervig sein, weil man wirklich oft angesprochen wird. Wir haben da ein zwiegespaltenes Verhältnis.

Auf jeden Fall sollte man sich wehren, wenn man merkt, dass man betrogen wurde. Die Jineteros sollten nach Möglichkeit nicht zu einfach an ihr Geld kommen. Wäre es so, würde vielleicht bald jeder Kubaner in das Geschäft mit der Touristen-Abzocke einsteigen.

Alles in allem sollte man aber seinen Kuba Aufenthalt trotzdem genießen. Wir hatten keine Angst, haben uns zu keiner Zeit bedroht gefühlt und sind lediglich in zwei kleine Fallen getappt, da wir uns im Vorfeld über die Maschen der Gauner informiert haben.

Daher empfehlen wir Kuba trotz der langen Liste der Gaunereien für eine Reise – das Positive an Land und Leuten überwiegt am Ende der Reise deutlich!

Wenn ihr weitere Maschen der Jineteros kennt oder kennengelernt habt, teilt uns diese doch in einem Kommentar mit.

Habt ihr Fragen oder Anregungen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!