Amsterdamer Idylle mit einer Gracht, vielen kleinen Booten, einer Brücke und Bäumen.

Komm, wir fahren nach Amsterdam!

Ons Plan

Ein Kurztrip über ein verlängertes Wochenende mit einem befreundeten Pärchen? Na klar, wir sind dabei. Zu Viert ging es also von Freitag bis Montag nach Amsterdam. Dabei kam uns entgegen, dass der 03. Oktober dieses Jahr auf einen Montag fiel.

Wir wollten das Wochenende ein wenig entspannter angehen lassen, daher buchten wir uns ein schöne Wohnung über Airbnb. So konnten wir die Abende zusammen im Wohnzimmer mit Spielen verbringen. Das ist eine weitaus gemütlichere Variante der Unterkunft im Gegensatz zum Hotelzimmer.

Met de Auto

Angereist sind wir mit dem Auto. Von Oldenburg bis Amsterdam sind es lediglich 310 km. Die waren in etwa 3 1/2 Stunden hinter uns gebracht. Man muss dabei erwähnen, dass es durch die Geschwindigkeitsbegrenzung (max. 130 km/h) sehr entspannt zu geht auf niederländischen Autobahnen. Es besteht keine Gefahr, dass jeden Moment ein Flitzer mit 250 km/h hinter einem auftaucht, wenn man einen LKW überholen möchte.

In Amsterdam angekommen muss man als Autofahrer weitaus mehr aufpassen. Hier lauert an jeder Ecke eine große Gefahr: Fahrradfahrer! Damit aber nicht genug: Rollerfahrer dürfen die Fahrradwege ebenfalls mit nutzen und sind ähnlich rabiat unterwegs. Und in Amsterdam gibt es haufenweise Exemplare dieser gefährlichen Spezies. Seid also wachsam!

Amsterdam bezoeken

Am Samstag Morgen haben wir uns direkt für eine Free Walking Tour bei Freedam Tours (hier geht’s zur Facebook-Seite) angemeldet. Unser Guide war Sergio, der Inhaber und Gründer von Freedam Tours und er liebt seinen Job. Zuvor war er Lehrer, hängte dies aber an den Nagel um Freedam Tours zu gründen. Es scheint für ihn Beruf und Berufung zu sein.

Die Tour begann an De Oude Kerk. Hier war auf den ersten Blick verwunderlich, wieviele „Schaufenster“ für Prostituierte sich rund um die Kirche befinden. Lernt man die Geschichte der Hafenstadt – nach Monaten auf See hatten die Matrosen Bedürfniss – und die sogenannte Sin-Tax als damals große Einnahmequelle der Kirchengemeinde kennen, ergibt es einen (finanziellen) Sinn. Trotzdem bleibt der Anblick ein wenig befremdlich. Und auch der Gedanke dieses Ablasshandels zwischen Freier und Kirche ist sonderbar.

Die Niederländer verstanden sich jedoch schon immer gut darin Dinge zu tolerieren, wenn sie Kapital daraus schlagen können, erklärte uns Sergio. So ist es nicht nur mit der Prostitution sondern auch mit dem Cannabis-Verkauf in den Coffee-Shops. Dieser ist keineswegs legal, wird aber geduldet, da er für alle Seiten lukrativ ist. Man meint vielleicht in Amsterdam wird an jeder Ecke gekifft, das ist aber nicht so. Der süßliche Marihuana-Geruch steigt einem nur aus den Coffee-Shops in die Nase.

Sergio führte uns weiter durch das Rotlichtviertel, vorbei an seiner alten Studentenbude, an den Grachten entlang bis zum Palast. Dabei erzählte er viele interessante Geschichten und Anekdoten. So erklärte er uns, dass die Haken an den Häuserfassaden für den Transport von Möbeln in und aus den Häusern sind. Die schmalen Treppenhäuser sind ein natürlicher Feind des modernen Sofas. Schmal ist das nächste Stichwort. Warum sind die Häuser in Amsterdam so schmal? Auch das erzählte er uns. Darin begründet ist auch, warum es Hinterhäuser, wie das in dem sich Anne Frank versteckt hat, gibt.

Wir wollen euch hier aber nicht diese ganzen spannenden Fakten vorweg nehmen. Eine Weisheit von Sergio, die euch vor Verletzungen in Amsterdam bewahren kann, wollen wir euch jedoch nicht vorenthalten: „If you here a bell, run as hell!“

Koekjes!

Tatsächlich bekommen Kekse in diesem Artikel eine eigene Unterüberschrift. Zu Recht, wie wir finden. Die besten Kekse die wir je gegessen haben, haben wir in Amsterdam gegessen. Nein, es waren keine Hasch-Kekse. Es waren Schokokekse. Ihr findet sie im Heisteeg bei Van Stapele. Es ist ein sehr kleiner Laden, den ihr bereits an der Schlange, die sich vor ihm bildet, erkennt. Und seht ihr die Schlange nicht, erkennt ihr ihn an dem leckeren Duft, der durch die kleine Gasse wabert.

Seid ihr erst einmal im Laden ist die Auswahl einfach: Schokokekse! Eine andere Sorte gibt es bei Van Stepele nämlich gar nicht. Im Inneren der knusprigen Schokokekse befindet sich eine köstliche Füllung aus weißer Schokolade. Am besten schmeckt der Keks, wenn er noch warm und die Füllung noch geschmolzen ist. Genießt ihn also sofort!

Slecht Weer

Schlechtes Wetter kennt man in Norddeutschland. Leider ist dies auch in Amsterdam nicht unbekannt. So schafften wir es gerade rechtzeitig zum großen Wolkenbruch zu Spanjer + Van Twist zum Abendessen (hier geht’s zur Facebook-Seite). Das Restaurant füllte sich sehr schnell, vor allem die Gäste, die vorher noch draußen saßen beeilten sich einen Platz im Trockenen zu bekommen. Wir konnten derweil schon ein leckeres Abendessen verdrücken.

Wir ließen den Abend im Apartment bei ein paar Spielen ausklinken und hofften auf besseres Wetter. Für den nächsten Vormittag hatten wir uns schließlich vorgenommen eine Fahrradtour in der Nähe des Amsterdamer Hafens zu machen.

Trotz aller Hoffnung und allen Daumen drücken machte uns das Wetter am Sonntag einen Strich durch die Rechnung. Es war wie am Vorabend sehr regnerisch. Unser Alternativplan war – wenig vorausschauend – nicht sehr kreativ: Wir bummelten noch einmal durch die Stadt und verbrachten die Regenschauer Kaffee trinkend in diversen Cafés. Immerhin haben wir es so trockenen Fußes bis zum Bahnhof/Hafen geschafft.

Schade, dass das Wetter die Radtour zunichte machte. So hätten wir noch mehr von Amsterdam entdecken können. Dafür gab es bei Het Karbeel einen leckeren Pfannkuchen bevor es für uns in den mit Spannung erwarteten Escape Room ging.

Escape Room

Wir waren alle das erste Mal in einem Escape Room. Es ging für uns in den Room of Riddles – ein wenig außerhalb gelegen, aber mit der Bahn und einem kurzen Fußlauf gut zu erreichen (Maassluisstraat 2, 1062 GD Amsterdam). Wir spielten den neuen Escape Room „The Hacker“, der ebenfalls für Anfänger geeignet ist.

Nach einer kurzen Einweisung und der obligatorischen Unterschrift, dass wir alles verstanden haben und mit den Bedingungen einverstanden sind, ging es in den Escape Room. Nachdem sich die Tür hinter unserer Spielleiterin schloss, hatten wir noch genau eine Stunde Zeit alle Rätsel zu lösen und an den Schlüssel aus dem Safe zu gelangen (für Notfälle hängt ein weiterer Schlüssel in einem Umschlag an der Tür – keine Panik also).

Die Rätsel sind auch ohne Niederländisch oder Englischsprachkenntnisse zu lösen, da es überwiegend um Logik und Kombinieren geht. Lediglich die Kommunikation mit der Spielleiterin war auf Englisch. Sie konnte uns die ganze Zeit über Kameras und Mikros sehen und hören. Wenn sie merkte, dass wir uns irgendwo verzettelten oder für ein Rätsel zu lange brauchten, rief sie uns an und gab uns kleine Hinweise.

Wir schafften es nicht ganz aus dem Raum zu entkommen. Am Ende, beim letzten Rätsel machten wir scheinbar einen Fehler. Drei Minuten vor Ablauf der Zeit konnten wir daher nichts mehr machen – verloren! Dafür, dass es unsere erste Erfahrung im Escape Room war, haben wir uns dennoch recht gut geschlagen.

Nachdem unsere Spielleiterin uns wieder aus dem Raum „befreit“ hatte, saßen wir noch kurz bei einem Softdrink zusammen und machten ein Erinnerungsfoto („Ein Kerl nimmt immer den Pferdekopf!“).

Direkt in der Nähe des Escape Rooms fanden wir ein Restaurant, das Drover’s Dog. Ein ziemlich cooles, australisches Restaurant im lässigen Design und mit super leckerem Essen. Angus-Burger,  Suppe oder „Brotzeit“ – alles sehr köstlich. Gut zu wissen: Im Drover’s Dog ist lediglich Kartenzahlung möglich.

Heineken Experience

Da es am Wochenende sehr voll war bei Heineken entschieden wir uns die Brauerei-Besichtigung direkt am Montag Morgen vor unserer Heimreise zu machen. Direkt neben der Brauerei befindet sich ein Parkhaus, sodass es problemlos mit dem Auto zu erreichen war. Die Tickets kauften wir vorab online (16,00 € für die Tour) Und da wir gleich früh morgens (10:15 Uhr) vor Ort waren, konnten wir als erstes in die Brauerei und unsere Tour starten.

Zunächst besichtigt man einige ältere Ausstellungsstücke und erfährt etwas über die Geschichte von Heineken, bevor man eine kleine Einführung in die Zutaten und ihre Besonderheiten erhält. Gut informiert ging es in die Braustätte zu den Braukesseln. In diese alten Kessel werden Videos projiziert und man erfährt noch mehr über das Bierbrauchen. Wirklich sehr schön und informativ aufbereitet und dargestellt.

Von den Braukesseln ging es zu den Brauereigäulen. Durch einen schönen Stall mit noch schöneren Pferden gelangte man in die nächste Etage. Zunächst konnte man dort für recht viel Geld seine persönliche Beschriftung auf eine Flasche Heineken drucken lassen – vielleicht etwas für echte Fans. Danach wurde es jedoch wieder spannend. Es ging ins 4D-Kino. Man konnte noch einmal mit allen Sinnen den Weg des Bieres aus dem Braukessel bis zur Party nachvollziehen. Das Highlight der Tour!

Anschließend geht es zur Verköstigung bevor man die „Werbeabteilung“ erreicht. Hier gibt es viele Stationen an denen man lustige Bilder machen, Videos drehen, ein Field-Goal (Rugby) schießen, ein imaginäres Bier zapfen oder Playstation spielen kann. Das war definitiv auch eine kurzweilige und spaßige Etappe. Der obligatorische Fan-Shop zum Abschluss nach der Bar fehlte auch nicht.

Heineken gehört zu Amsterdam wie Beck’s zu Bremen. Wir fanden die Heineken Experience ansprechend und durchaus einen Besuch wert!

Im Anschluss an unseren Besuch fuhren wir wieder nach Hause!

Habt ihr Fragen oder Anregungen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!