Blick vom Cape Point in Richtung des Dias beach und des Kap der Guten Hoffnung. Grüne Natur, schroffe Felsen und das weite Meer.

Die Kaphalbinsel: Von Pinguinen und genialen Ausblicken!

Unser vorletztes Etappenziel auf unserem Südafrika-Roadtrip war die Kaphalbinsel: Beginnend in Kapstadt am Tafelberg, erstreckt sich die Kaphalbinsel 35 km Richtung Süden bis zum Cape Point. Zwischen diesen beiden Punkten liegen viele weitere Sehenswürdigkeiten, wie die große Brillenpinguin-Kolonie am Boulder’s Beach, der atemberaubende Chapman’s Peak Drive oder das berühmte Kap der Guten Hoffnung. Diese drei Top-Spots haben wir auf unserem Weg nach Kapstadt besucht.

Die letzte Strecke führte uns also von Hermanus über die Kaphalbinsel bis nach Kapstadt. Das erste Highlight, das für uns anstand, war daher Boulder’s Beach. Die Abfahrt nach Betty’s Bay haben wir nämlich leider verpasst. Hier soll ein noch besserer, nicht so überlaufener Pinguin-Spot sein. Umzudrehen hätte uns jedoch 1,5 Stunden gekostet. Also ging es direkt zum Bouder’s Beach. Tipp: Behaltet Betty’s Bay im Hinterkopf, die Bilder zu der Kleinstadt und Ihrer Küste sind schon sehr schön. Wenn ihr Zeit und die Gelegenheit habt, fahrt dort vorbei.

Pinguine auf der Kaphalbinsel

Der Boulder’s Beach liegt in Simmon’s Town im Osten der Kaphalbinsel, an der False Bay. Hier fühlen sich etwa 3.000 putzige Brillenpinguine pudelwohl. Sie tummeln sich am Strand, auf den Felsen und im türkisblauen Wasser. Ganz zur Freude der vielen Besucher.

In unmittelbarer Nähe zum Strand könnt ihr kostenfrei parken. Wir gaben den netten inoffiziellen „Parkwächtern“ aber dennoch ein kleines Trinkgeld. Der Zugang zum Strand hingegen ist nicht kostenlos, da dieser zum Table Mountain National Park gehört (etwa 75 Rand p. P.). Der Park ist in zwei Abschnitte aufgeteilt: Den Boulder’s Beach, an dem ihr auch schwimmen könnt, natürlich direkt neben den Brillenpinguinen. Und den Foxy Beach. Hier lebt der Großteil der Pinguin-Kolonie und hier ist das Baden nicht erlaubt.

Es war nicht gerade warm und extrem windig, daher kam baden für uns nicht in Frage und wir gingen direkt zum Foxy Beach. Auf dem Weg zum Eingang sieht man schon ein paar Pinguine im Gebüsch nahe der künstlichen Brutstätten. So niedliche und tollpatschige Tiere sieht man selten in freier Natur. Die einen watschelten ungeschickt durch das Unterholz, die anderen chillten scheinbar im Stehen. Dazu ließ sich noch der ein oder andere Klippschliefer blicken.

Am Strand gelangten wir über zwei Holzstege ans Meer zu den Pinguinen. Zwischendurch entdeckte man auch hier ein paar der kleinen Frack-Träger im Gebüsch. Die Tiere waren teilweise wirklich zum Greifen nah und man konnte sie wunderbar beobachten. Wäre es nicht so voll und so extrem windig gewesen. Das war schon unangenehm. Trotzdem schauten wir dem Treiben am Strand eine Weile lang zu. Immer mal wieder stolperte einer der Pinguine und man konnte nicht anders als zu lachen. Irgendwie gemein…

Cape of Good Hope Nature Reserve

Dieses Naturreservat steht seit 1939 unter Naturschutz. Es beherbergt über 2.000 unterschiedliche Pflanzenarten und einige Tiere. Ihr könnt hier Zebras, Straußen, Pavianen, Kormoranen und (giftigen) Schlangen über den Weg laufen. Doch trotz der überwiegenden Fynbos-Vegetation (niedrige Büsche und Sträucher) müsst ihr eure Augen sehr gut offen halten, um sie zu entdecken.  Für etwa 135 Rand (etwa 9,21 €) p. P. Eintritt könnt ihr diese tolle und einmalige Natur in dem Park bewundern. Es lohnt sich, auch wenn man nur wenig Zeit hat, wie wir.

Cape Point

Vom Parkeingang bis zum Cape Point fährt man die Hauptstraße im Park etwa 15 Minuten entlang. Auf der Strecke könnt ihr schon sehr viel der wundervollen Natur aufnehmen und habt dabei immer das Meer im Blick. Richtig voll wird es dann tatsächlich erst kurz vor dem Cape Point, da hier die ersten Parkplätze sind. Unzählige Autos parken bereits dort, viele weitere Touristen suchen noch nach einem Stellplatz und zwischendrin flitzen die (hier offiziellen) Parkanweiser herum. Wir hatten Glück und konnten in unmittelbarer Nähe zum Aufstieg einen Parkplatz ergattern.

Zwischen uns und dem alten Leuchtturm lagen noch 585 Meter bei 87 Höhenmetern. Man könnte laufen. Wir waren aber faul und kauften uns Tickets für die Flying Dutchmen, eine elektrobetriebene Standseilbahn. Im 3-Minuten-Takt fahren zwei Gondeln hoch zum Leuchtturm und können pro Fahrt etwa 40 Passagiere transportieren. Für 58 Rand (etwa 3,68 €) p. P. haben wir diese durchaus besondere Art zum Leuchtturm zu kommen gerne genutzt.

Am Cape Point angekommen erwarten euch traumhafte Ausblicke über die steilen, grün bewachsenen Klippen auf den unbändigen Ozean. Wasser soweit so das Auge reicht. Und in etwa 200 Metern Tiefe tosen die Wellen auf der einen Seite unaufhörlich gegen die schroffen Felsen. Und auf der anderen Seite könnt ihr traumhaft weiße Strände bewundern.

Vom alten Leuchtturm könnt ihr super auf Wanderungen gehen. Die Strecke entlang der Klippen zum neuen Leuchtturm verspricht unglaublich schöne Ausblicke bis zur Südspitze des Cape Points. Hin und zurück seid ihr etwa 1,5 Stunden unterwegs. Oder ihr wandert vom Cape Point über den Dias Beach bis zum Kap der Guten Hoffnung. Hier benötigt ihr für eine Strecke etwa 1,5 Stunden. Für uns leider beides zu lang, da wir einen straffen Zeitplan hatten.

Kap der Guten Hoffnung

Mit dem Auto ging es für uns wieder hinab und Richtung Kap der Guten Hoffnung. Das wahrscheinlich berühmteste Kap der Welt. Ehrlich gesagt, ist dieser Steinstrand meerseitig von dem bekannten Schild gar nicht so eindrucksvoll. Auch die Tatsache, dass es der südwestlichste Punkt Südafrikas ist, ist nicht so beeindruckend. Es ist die Geschichte, die heute noch viele Urlauber für ein Erinnerungsfoto anlockt: Bartolomeu Dias und Vasco da Gama waren die ersten Seefahrer, die 1488 das Kap auf dem Seeweg umschifften. So wurde es für viele Jahrzehnte zum wichtigsten Seeweg nach Indien. Damals hatten die Seefahrer mit ordentlichen Stürmen zu kämpfen, aber sie meisterten die Überfahrt. Deshalb ursprünglich „Kap der Stürme“ getauft, entwickelte sich das Kap über die Jahre zum „Kap der Guten Hoffnung“.

Chapman’s Peak Drive

Richtung Kapstadt fuhren wir über den Chapman’s Peak Drive. Eine atemberaubende Küstenstraße. Ihr kurvt hier 10 Kilometer etwa 150 Meter über dem Atlantischen Ozean entlang. Genießt dabei einen unglaublichen Blick auf das Meer, während unter euch die Wellen an die Klippen donnern und die Gischt in die Luft spritzt. Hinter jeder der etwa 114 Kurven erwartet euch ein neues „Ah!“ und „Oh!“. Einige Parkbuchten auf der Strecke laden zum Zwischenstopp ein. Man kann dort perfekt diese grandiosen Ausblicke aufsaugen und genießen.

Die Fahrt über den Chapman’s Peak Drive kostet etwa 45 Rand (etwa 3,07 €). Dies liegt daran, dass er an ein privates Unternehmen verpachtet wurde, da sich der südafrikanische Staat die Sanierung der Route Anfang des 21. Jahrhunderts nicht leisten konnte. Diese Strecke ist das Geld allemal wert! 

Seid ihr auch schon auf der Kaphalbinsel gewesen? Welche Orte habt ihr besucht? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular und teilt eure Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns auf euer Feedback!