Ein gähnendes Hippo durch das Blattwerk des iSimangaliso Wetland Parks hindurch fotografiert.

iSimangaliso Wetland Park: Überall Hippos?

Der iSimangaliso Wetland Park war unser zweites Safari-Ziel. Der Park ist direkt vor den Toren der kleinen Stadt St. Lucia gelegen und bekannt für die vielen Flusspferde, die sich überall im Umland tummeln. Vom Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark sind wir entspannt nach 1,5 Stunden Autofahrt in St. Lucia angekommen. Unser Programm an der Ostküste: Zwei Selbstfahrer-Ausflüge, ein Game-Drive am Abend und eine Bootstour.

Wir hatten wieder viel vor in kurzer Zeit. So gab es zur Ankunft in St. Lucia lediglich ein schnelles Mittagessen für uns, um den Ostteil des iSimangaliso Wetland Parks zu erkunden bevor wir am Abend in unsere wunderbare kleine Unterkunft, dem Pompano Guest House*, eincheckten.

Wilde Tiere, unbändige Strände

Von St. Lucia bis zum Gate des Eastern Shore (Ostteil) sind es nur ein paar Meter. Der Eintritt mit Zugang zu den Stränden kostet für zwei Personen samt Auto etwa 150 Rand (hier findet ihr die genauen Preise). Im Zentrum des Parks liegt Südafrikas größter See, der 300km² große Lake St. Lucia. Dadurch und durch die Lage am Indischen Ozean umfasst der iSimangaliso Wetland Park viele Feucht- und Küstengebiete. Eine perfekte Heimat für Krokodile und Flusspferde.

Bis auf zwei Hippos in einem Wasserloch haben sich jedoch alle versteckt. Wahrscheinlich lag es daran, dass wir wieder zur Mittagszeit unterwegs waren und alle Wildtiere Schutz vor der Sonne suchten. Wir fuhren also ein paar Loops im iSimangaliso Wetland Park und hielten Ausschau nach ein paar Bewohnern. Anfangs war es sehr schwer, da das grüne Dickicht oftmals bis an den Rand der ungeteerten Straßen drang und perfekte Versteckmöglichkeiten für die Tiere bot. Mehr Glück hatten wir später in den Sumpf- und Savannengebieten, die wir auf einigen Loops noch durchquerten. Dort zeigten sich noch Büffel, Nashörner, Zebras und Antilopen.

Im Park findet ihr auch viele schöne Aussichtspunkte. Um diese zu erreichen, müsste ihr allerdings das Auto verlassen – auf eigene Gefahr, da die Wege nicht eingezäunt sind. Wir halten das für ein überschaubares und lohnenswertes Risiko – zumal ihr dort auch Toiletten vorfindet. So haben wir die ein oder andere tolle Aussicht auf die Wildnis genießen können.

Julias Highlight waren, neben den wilden, zerklüfteten Küsten, die scheinbar unendlich weiten und extrem breiten, weißen Sandstrände am Indischen Ozean. Allen voran bietet Cape Vidal  eine atemberaubende Kulisse. Ein wunderschöner Sandstrand direkt am wilden Ozean und im Rücken die fast unberührte Natur des iSimangaliso Wetland Parks. Dazu ein paar freche Äffchen als Begrüßungskomitee. Doch es gab auch einen Makel: Der Wind! Es war so windig, dass uns der Sand an die Beine und ins Gesicht schlug.  Also machten wir ein paar Fotos und fuhren weiter. An chillen oder baden war leider nicht zu denken. Man muss aber auch dazu sagen: Baden ist dort nicht ungefährlich. Hippos, Krokodile oder auch Haie können eine erhebliche Gefahr darstellen, es ist also äußerste Vorsicht geboten.

Und die Hippos?

Uns fehlten bei allen atemberaubenden Naturerlebnissen immer noch die versprochenen Hippo-Momente. Im Park sahen wir lediglich zwei kleine Hippos. Am Abend in der Stadt begegneten wir auch keinem – vielleicht auch besser so. So entschlossen wir uns eine Bootstour zu unternehmen. Es gibt unterschiedliche Anbieter für die Touren über den Meeresarm der den Lake St. Lucia mit dem Indischen Ozean verbindet. Tipp: Wir entschieden uns für Heritage Tours, da dort nur kleine Boote (max. 12 Personen) eingesetzt werden und die Tiere dadurch weit weniger gestört werden.

Die Tour startet direkt am Touristenzentrum vor den Toren der Stadt. Wir stiegen auf eines der zwei Boote und kurz darauf ging es schon los über das braune, schlammige und undurchsichtige Wasser. Nach ein paar Metern bogen wir ab Richtung Docks. Unsere Guides haben auf dem Hinweg zwei große Krokodile entdeckt, die am Uferrand in der Sonne fläzten. Absolut imposante und furchteinflößende Kreaturen. Nur ein paar Meter weiter dann das Kontrastprogramm: Kleine knallgelbe Webervögel, die am Schilf im Wasser Ihre runden Nester gebaut haben und neben Ihrer Farbe durch ihr lautes Gepiepe auffielen. Sehr interessant sind auch die Hisbiskus-Blüten, die hier wachsen. Sie blühen nur sehr kurz und wechseln dabei innerhalb eines Tages ihre Farbe von orange zu rot. Es ist sicher sehr faszinierend das zu beobachten.

Wir fuhren auf dem Meeresarm weiter entlang der Mangroven am Ufer in Richtung Lake St. Lucia. Zwischendurch entdeckten wir einen Fischadler, der in den Baumwipfeln Ausschau nach Beute hielt. Ziemlich schwierig in der braunen Brühe, doch einige Fische trauen sich (zu) dicht an die Oberfläche und er kann zuschlagen. Kurz darauf war es dann soweit: Unseren Weg kreuzte eine Hippofamilie, die es sich im Wasser gemütlich gemacht hat. Tagsüber schlafen die Flusspferde hier im Wasser und nutzen sich dabei gegenseitig als Kopfkissen. Dazu stehen sie dicht nebeneinander. Sie schwimmen auch nicht zur Fortbewegung sondern gehen durch das Wasser. Dies konnten wir auch beobachten als sich ein sehr großes Flusspferd auf den Weg Richtung Schilf machte, um Schutz vor dem starken Wind zu suchen. Das Wasser verlassen sie sonst in der Regel erst bei Sonnenuntergang, wenn sie sich zum Fressen in Richtung nahe liegender Grasflächen aufmachen.

Hippos sind extrem massige und zugleich niedliche Tiere. Ziemlich gefährlich sind sie allerdings auch. Stellt man sich einem schlecht gelaunten Flusspferd oder einer Mutter mit Jungtier in den Weg oder kommt ihnen zu Nahe, hat man schlechte Karten: Sie haben riesige Hauer und können ihre enorme Masse auf bis zu 50 km/h beschleunigen. Keine guten Voraussetzungen, um eine Attacke unbeschadet zu überstehen. Tipp: Haltet sehr viel Sicherheitsabstand sollte euch ein Hippo zufällig auf der Straße in St. Lucia begegnen – das soll abends/nachts nicht unwahrscheinlich sein.

Tief im Westen

Nachmittags erkundeten wir dann den westlichen Teil des iSimangaliso Wetland Parks auf eigene Faust. Tipp: Ihr erreicht diesen Teil des Parks über das Dukuduku Gate, dass direkt an der Hauptstraße Richtung St. Lucia liegt.

Auf dem großen Loop in dem Park sahen wir allerdings nur sehr wenige Tiere. Die Route zum Charters Creek war gesperrt – Straßenbauarbeiten. Sehr schade, da wir an diesem Aussichtspunkt nahe am Lake St. Lucia gelegen auf Hippos gehofft haben.

Unser letzter Loop in diesem jungen Nationalpark war dafür umso schöner. Wir sahen an einem Teich chillende Nashörner, Zebras, Büffel, im Gras liegende Giraffen und viele andere Bewohner der afrikanischen Wildnis. Ein wirklich wunderschöner Loop zum Abschluss.

Wobei der eigentliche Abschluss erst am Abend erfolgte. Schließlich hatten wir noch einen Night-Drive über Heritage-Tours gebucht. Wir wurden  an unserer Unterkunft abgeholt und fuhren oben in dem offenen Jeep sitzend und in warme Decken eingemummelt wieder in die Natur. Bei dieser Tour waren ebenfalls nur acht weitere Teilnehmer mit an Bord, sodass auch diese Gruppe sehr ruhig und übersichtlich war. Doch wie entdeckt man die Tiere bei Nacht? Richtig, man hält mit zwei Suchscheinwerfern Ausschau nach reflektierenden Augen. Dabei mussten wir auch mithelfen und bekamen abwechselnd die Aufgabe des zweiten Suchers  – neben unserem Guide – übertragen.

Das Highlight des Abends kam direkt zu Beginn: Zwei Tüpfelhyänen samt Nachwuchs. Eine ganze Weile beobachteten wir diese nicht unbedingt hübschen, doch trotzdem sehr faszinierenden Raubtiere. Die Kleinen reckten ihre Köpfe immer wieder aus ihrem Versteck. So klein sind sie noch niedlich. Die restlichen zwei Stunden entdeckten wir die üblichen Verdächtigen in der Nacht: Zebras, Antilopen, Büffel und Co.

Allerdings fanden wir die Tour nicht so gut. Man sieht die Tiere nur im dämmrigen Scheinwerferlicht und hat dabei das Gefühl, dass man sie noch weit mehr stört als am Tage. Die Wahrscheinlichkeit Raubtiere beobachten zu können, ist jedoch höher als am Tage, wie auch wir festgestellt haben. Daher sind wir sehr unentschlossen, ob wir eine solche Tour empfehlen würden.

iSimangaliso hat sich gelohnt

Wir haben zwar wieder keine Löwen und weit weniger Hippos als erwartet gesehen. Gelohnt hat sich der Ausflug nach St. Lucia dennoch. Eine komplett andere Natur mit unbändigen Stränden, sumpfigen Gebieten und dem großen Lake St. Lucia hat uns hier begrüßt. Die Tiere in dem Nationalpark sind allerdings ein wenig ängstlicher als z.B. im Hluhluwe-iMfolozi. Das wird daran liegen, dass der Park noch sehr jung ist und die Tiere uns Menschen bzw. die Autos noch als größere Bedrohung wahrnehmen. Daher sollte man in diesem Park besonders rücksichtsvoll auf Entdeckungstour gehen!

St. Lucia selbst ist ein schicker, verschlafener Ort. Das ganze Leben spielt sich hier an der Hauptstraße ab. Hier findet ihr nette Restaurants, urige Bars und kleine Märkte. Darüber hinaus seid ihr umgeben von wundervoller Natur und einigen tollen Stränden. Wir würden wieder kommen!

Seid ihr auch schon im iSimangaliso Wetland Park gewesen? Oder habt ihr einen anderen Nationalpark besucht? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular und teilt eure Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns auf euer Feedback!