Hluhluwi-iMfolozi Park - ein Baum in der Savanne unter strahlend blauem Himmel

Hluhluwe-iMfolozi: Unsere erste Safari im ältesten Nationalpark Südafrikas!

Unsere erste Station in Südafrika war das Mpila Camp im Hluhluwe-Imfolozi Nationalpark (man spricht es Schluschluwie-iMfolozi). Der Park war mit dem Auto von Durban aus gut zu erreichen und vor allem leicht zu finden. Wir haben etwa 3 Stunden mit Zwischenstopps gebraucht. Über das Nyalazi Gate im Südosten haben wir den Park betreten.

An der Rezeption haben wir uns angemeldet, einen Eintritts-Bon bekommen (den Parkeintritt haben wir später im Mpila Camp bezahlt) und dann durften wir auch schon rein. Bei der Einfahrt wurden uns lediglich noch ein paar Fragen gestellt: Ob wir Waffen, Alkohol, Drohnen oder Haustiere dabei haben. Wilderei ist leider immer noch ein großes Thema in Afrika!

Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark

Angekommen. Unsere erste Safari konnte beginnen. Der in der Provinz KwaZulu Natal gelegene Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark ist der älteste Südafrikas. Bereits 1895 wurden die Gebiete Hluhluwe und iMfolozi zu Schutzgebieten erklärt. Erst 1989 wurden die beiden Schutzgebiete zusammengelegt und sind nur noch die R618 (Regionalstraße) getrennt. Eine Unterführung der Straße führt euch zu den unterschiedlichen Teilen des 960 km² großen Nationalparks.

Auf unseren ersten Metern durch den iMfolozi-Teil waren wir unsicher, ob wir überhaupt Tiere zu Gesicht bekommen. Rechts und links der Straße war es grün und buschig. Gar nicht wie wir es uns vorgestellt haben. Wir haben mit einer recht wenig bewachsenen Savanne gerechnet. Aber wir wurden schnell eines besseren belehrt.

Erste Tiersichtungen

In der ersten Senke sahen wir ein Auto stehen. Langsam fuhren wir weiter. Stück für Stück. Und dann: Unsere erste Tiersichtung: Giraffen und Zebras futterten gemütlich Blattwerk von den Bäumen und Büschen, direkt am Straßenrand. Gerade die Giraffen waren durch ihre stolze, erhabene Erscheinung extrem beeindruckend.

Allerdings mussten wir weiter, da wir bis 18:00 Uhr im Mpila Camp ankommen mussten. Nur wie verhalten wir uns? Können wir so dicht an den Wildtieren vorbei fahren? Ist das gefährlich? Wie reagieren die Tiere? Wir waren zunächst unsicher. Nachdem die ersten anderen Autos dann an der kleinen Herde vorbeigefahren sind, taten wir es ihnen gleich. Langsam und staunend, mit dem Finger am Auslöser.

Auf dem Weg zum Camp sahen wir noch einige weitere Tiere. Unsere anfängliche Sorge war komplett unbegründet. Ein Elefant, der in weiter Ferne über einen Berg stapfte, Nyalas, Nashörner, Gnus und einen Mistkäfer, der gerade den seinen Dungball über die Straße rollte. Hinweis: Diese kleinen Pillendreher sind wichtig für das Ökosystem, da sie mit ihren Dungbällen nicht nur ihre Larven ausbrüten, sondern gleichzeitig den Boden düngen. Deshalb sollte man auch sehr aufpassen keine Mistkäfer zu überfahren und auch nicht über Elefantenkot zu fahren!

Mpila Camp

Das Mpila Camp ist eines der beiden größeren Camps im Hluhluwe-iMfolozi Park. Im Gegensatz zum Hiltop Camp ist das Mpila Camp einfacher und nicht umzäunt. Lediglich vor Elfanten und Giraffen schützt ein in etwa 2 Meter Höhe angebrachter Elektrodraht. Alle kleineren Tiere können problemlos in das Camp. Gerade das macht es allerdings besonders: An unserem letzten Morgen z.B. verließen wir das Camp und sahen ungefähr 25 Impalas, die bei unseren Nachbarn frühstückten.

Im Mpila gibt es kein Restaurant. Lediglich in einem kleinen Shop gibt es bisschen was zu kaufen. Am besten kauft ihr eure Lebensmittel vorher und bringt sie mit ins Camp. Falls ihr grillen möchtet: Holzkohle bekommt ihr im dem Shop. Auf WLAN müsst ihr auch verzichten. Dafür gibt es allerdings eine kleine Tanke. Der Sprit geht euch also nicht aus auf Safari. Für eure Unterkunft könnt ihr zwischen großen 7-Bett-Cottages, 2- oder 5-Bett-Chalets oder 2- oder 4-Bett-Safarizelten wählen.Wir buchten das volle Safaripaket und übernachteten in einem 2-Bett-Safarizelt. Es werden auch Game Drive und Walks angeboten. Die solltet ihr am besten im Vorfeld reservieren, da die Plätze immer nur begrenzt sind.

Zeltausstattung

Die Zelte sind recht groß und haben jeweils ein eigenes Badezimmer mit warmen Wasser. Die eigene Küche ist in einem angrenzenden kleinen Häuschen untergebracht und mit Gasherd, Kühlschrank, Gefrierschrank, Waschbecken und Geschirr gut ausgestattet. Allerdings wird von 22:00 Uhr bis in den frühen Morgen der Strom abgeschaltet (Tipp: Haltet Taschenlampen bereit!). Jedes Zelt hat eine kleine Terrasse und einen Grillplatz. Besonders das Grillen kann abends/nachts aber die Hyänen anlocken. Was jedoch eher ein aufregendes als furchterregendes Erlebnis ist – sofern ihr die Hyänen aus sicherer Entfernung von der Terrasse beobachten könnt.

Nachts im Zelt

Die erste Nacht war dann vor allem für Julia sehr aufregend. Und ziemlich kalt. In zwei Wolldecken eingehüllt konnte man es allerdings aushalten und nur die Nase war frostig. Besonders aufregend für Julia waren die vielen Geräusche um uns herum. Und während ich seelenruhig geschlafen habe, ist sie sich sicher, dass ein Tier um unser Zelt geschlichen ist. Jedoch weiß sie nicht, was es war. Sie wollte wohl auch nicht so gerne raus um nachzusehen. Eine Hyäne auf Futtersuche oder ein niedliches Impala? Wir werden es nie erfahren.

Die zwei Übernachtungen im Safarizelt waren eine tolle Erfahrung. Mitten in der Wildnis, nahezu ohne Barriere und mit wilden Tiere um einen herum zu schlafen ist ein besonderes Erlebnis. Wir würden beim nächsten Mal wieder im Safarizelt übernachten!

Ab auf Safari!

Um 06:30 Uhr sind wir am ersten Morgen aufgestanden. Die Sonne strahlte bereits über die weite Savanne. Ein schnelles Müsli-Frühstück und schon ging unsere Suche nach den Big Five weiter. Die fünf Tiere Afrikas deren Jagd als am schwierigsten und gefährlichsten gilt: Löwe, Leopard, Nashorn, Büffel und Elefant. Drei der Big Five haben wir schon gesehen. Nummer Vier hätten die Löwen werden können. Im Norden des Parks wurden ein paar gesichtet. Tipp: Meldet euch in einer WhatsApp-Gruppe an, in der Tiersichtungen bekannt gegeben werden. Die Nummern hierfür findet ihr an der Rezeption beim Parkeingang. Außerdem findet ihr dort eine Übersichtskarten mit den aktuellen Sichtungen.

Die Karte mit markierten Tiersichtungen im Hluhluwe-iMfolozi

Zebras auf der Straße

Unser Ziel stand fest. Wir fuhren vom iMfolozi-Teil des Parks nach Norden in den Hluhluwe-Teil. Eine ganz schöne Strecke. Mittags machten wir Halt im Hiltop Camp und stärkten uns mit Burgern und entkoffeiniertem Kaffee (es gab keinen richtigen). Wieder auf der Straße dauerte es nicht lange bis zum nächsten Stopp. Mitten auf der Fahrbahn hat es sich eine kleine Herde Zebras gemütlich gemacht. Seelenruhig standen sie da in ihrem Streifenkleid. Perfekt um viele Fotos zu schießen. Nach einer Weile wollten wir jedoch weiter. Langsam und vorsichtig schlängelten wir uns also an den Zebras vorbei. Nur das Gefühl war jetzt eher etwas mulmig, schließlich wollten keinen Abdruck vom Zebrahuf in unserem Mietwagen. Letztendlich passierte das auch nicht. Die Zebras waren scheinbar viel entspannter als wir im Auto.

Wo sind die Löwen?

Auf der Suche nach den Löwen begegneten uns noch viele Tiere. Auf einem Loop entdeckte Julia auf einmal einen Büffel, der ganz gemütlich etwa 1,5 m von unseren Auto entfernt Blätter futterte. Dazu noch Antilopen und sich im Dreck suhlende Warzenschweine bis wir ein nächstes Highlight entdeckten. Fünf Dickhäuter schlenderten durch die hohen Gräser und hielten immer wieder an um zu fressen. Elefanten aus nächster Nähe. Wow! Einfach unglaublich! Diesen mächtigen und doch anmutigen Säugetieren so nah zu sein und sie beobachten zu können, ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Dementsprechend lang haben wir es ausgekostet.

Aber wo waren die Löwen? Wir haben sie nicht gefunden. Und auch in der WhatsApp-Gruppe wurden keine neuen Sichtungen gemeldet. Also machten wir uns auf den Rückweg. Vor Einbruch der Dunkelheit sollten wir wieder im Camp sein. Ohne Löwen. Ohne Leoparden. Schade!

Ab in den Süden

Unsere zweite Nacht im Zelt war deutlich wärmer und Julia konnte auch besser schlafen. Ausgeschlafen ging es am letzten Vormittag dann noch einmal auf Safari. Südlich vom Mpila Camp gingen wir auf die Suche und fuhren einen großen Loop. Eine wirklich schöne Route mit wundervollen Savannen. Allerdings ist dieser komplette Loop eine Dirt Road, d.h. nicht befestigt. Neben den „üblichen Verdächtigen“ trafen wir auf dem Loop noch auf ein paar Paviane. Sofort schlossen wir die Fenster, Affen soll man ja nicht trauen. Aber sie interessierten sich gar nicht für uns.

Auf dem Rückweg erlebten wir eine krasse Begegnung mit einem Elefanten. Plötzlich tauchte der Riese etwa 30 m vor uns aus dem Gebüsch auf. Durch die dort stehenden Bäume am Straßenrand war er nicht zu sehen. Er drehte sich um und lief unvermittelt auf uns zu. Er sah nicht aggressiv aus, trotzdem wurden wir ein wenig nervös und ich legte den Rückwärtsgang ein. Scheinbar war es das, was er wollte. Als wir ein wenig zurücksetzten, spazierte er wieder ins Dickicht. Ganz vorsichtig, aber mit dem Fuß auf dem Gaspedal fuhren wir an ihm vorbei. Puh! Auf dem Rückweg zum Camp mussten wir erst einmal unseren Puls wieder runterbringen. In der Situation haben wir auch nicht an Fotos oder Videos gedacht. Im Nachhinein müssen wir sagen: Leider!

Wunderbarer Abschied

Unsere letzte Fahrt im Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark führte uns wieder über die Hauptstraße auf direkten Weg zum Nyalazi Gate. Wie schon die beiden Tage zuvor waren hier wieder sehr viele Tiere versammelt und versüßten uns den Abschied. Affen, Antilopen, Giraffen, Nashörner, Zebras, Gnus. Alle waren friedlich zusammen am Grasen. Besser hätten wir uns die Kulisse auf unserer Abschiedstour nicht vorstellen können!

Und die dicke Überraschung kam zum Schluss. Direkt vor dem Nyalazi Gate stand ein Elefant und aß genüsslich die saftig, grünen Blätter eines Baumes. Einfach toll!

Lohnt es sich?

Gar keine Frage! Auf jeden Fall! Wir finden den Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark wundervoll. Faszinierende Savannen, Landschaften wie gemalt und eine hohe Tierdichte. Dazu kommt, dass der Park sehr weitläufig ist und man relativ selten auf andere Autos und Safari-Jeeps trifft. Insgesamt können wir den Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark ohne wenn und aber empfehlen!

Seid ihr auch schon im Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark gewesen? Oder habt ihr einen anderen Nationalpark besucht? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular und teilt eure Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns auf euer Feedback!