Der weiße Turm zu Helsinki ober auf seinem Podest. Im Vordergrund eine Statue auf dem Senatsplatz.

Helsinki: Entdecke mit uns Finnlands Hauptstadt!

Nach unserem Schneeabenteuer in Rovaniemi ging es für uns noch zweieinhalb Tage nach Helsinki. Der Besuch in der finnischen Hauptstadt bot sich für uns ganz besonders an, da wir dort sowieso eine Zwischenlandung hatten. Die 630.000-Einwohner Stadt an der Küste des Finnischen Meerbusens eignet sich prima für einen Kurztrip.

Bei unserer Ankunft an unserem Airbnb-Apartment – Hotels sind ziemlich teuer in Helsinki, da ist Airbnb eine tolle Alternative – im Design District fühlten wir uns direkt wohl. Unser Host begrüßte uns sehr freundlich und herzlich, gab uns noch ein paar Tipps und zeigte uns alle Sehenswürdigkeiten auf der Karte, sodass wir von Beginn an einen guten Überblick hatten. Sie sprach dabei ein sehr gut zu verstehendes Englisch, wie eigentlich alle Finnen.

Das kleine Helsinki könnt ihr super zu Fuß erkunden, wobei ihr auf eine Bootsfahrt zu einer der 300 zu der Stadt gehörenden Inseln nicht verzichten solltet. Etwa die alte Festungsinsel Suomenlinna ist mit der Fähre vom Hafen aus, innerhalb von 15 Minuten zu erreichen und absolut sehenswert.

Wir haben bei unserem 2-tägigen Stadtspaziergang viel gesehen und auch viel gefroren. Die -8°C fühlten sich aufgrund des Windes direkt an der Küste weitaus kälter an. Aber wir ließen uns nicht abschrecken, außer das wir weniger Fotos als sonst mitgebracht haben..!

Temppeliaukio-Kirche

Raus aus der Tür an den Schaufenstern vieler Designerläden vorbei, schlenderten wir zu unserem ersten Ziel in Helsinki. Natürlich meisterten wir den Weg nicht, ohne uns das ein oder andere Geschäft näher anzusehen. Design wird in Finnland, allen voran in Helsinki, sehr groß geschrieben und es finden sich viele interessante Stücke in den Verkaufsregalen. Designfans werden sich hier richtig wohl fühlen – erfahrt hier mehr.

Ein bisschen Stöbern später, erreichten wir unser erstes Ziel, die Temppeliaukio-Kirche, eine moderne Felsenkirche in Finnlands Hauptstadt. Die Kirche wurde in einem Granitfels hineingebaut. Damit Licht in den Innenraum dringen kann, wurden in das Kupferdach 180 Fenster integriert. Dadurch entstehen sehr schöne Lichtspiele im Inneren der Felsenkirche. Ihr Wände bestehen aus unbehauenem Fels und geben der Kirche ihren einmaligen Charakter. Ganz besonders ist auch die Akustik, weshalb viele Konzerte in der Felsenkirche stattfinden.

Die Temppeliaukio-Kirche ist eine Kirche wie man sie nicht unbedingt erwartet und absolut sehenswert, zu Recht ist sie eine der Haupttouristenattraktionen in Helsinki. Der Eintritt von 3,00 € p.P. lässt sich auch ohne weiteres verknausern.

Dom zu Helsinki

Die Jacken wieder zu, Mütze und Kapuze auf den Kopf, machten wir uns weiter auf unsere Besichtigungstour durch Helsinki. Unser Spaziergang führte uns vorbei am Finnischen Nationalmuseum zum See Töölönlahti, wo wir eine kurze Pause einlegten. Nach unzähligen Jahren konnten wir wieder über einen gefrorenen See butschern. Ein Gefühl, dass wir schon lange nicht mehr hatten und uns am Anfang auch nicht ganz geheuer war. Aber nach ein paar Metern, war alles wie in unserer Kindheit, samt kleiner Schneeballschlacht.

Vom Schneeballschlachtfeld spazierten wir vorbei an der Finlandia Halle, eine große Konzert- und Kongresshalle, in Richtung Zentrum. Unser Ziel war der Senatsplatz über dem der Dom von Helsinki thront. Er ist das Wahrzeichen der Stadt, da er aufgrund seiner erhöhten Lage jeden Besucher bereits aus der Ferne in Empfang nimmt.

Uspenski-Katedrale

Jetzt musste erst eine Stärkung her. Wir entschieden uns für das Café DaJa. Ein kleines, sehr niedliches Café in der Nähe des Doms. Erst als wir unseren Kaffee tranken und langsam wieder auf Temperatur kamen, stellten wir fest, dass die Besitzer Daniel und Jan aus Deutschland kommen. Sehr interessant. Wir überlegten sogar, ob es irgendwann, irgendwo vielleicht das Café JuMa geben wird…

Gestärkt ging es ans Meer, zum Norra hamnen, ein kleiner Hafen im Osten der Stadt. Da Helsinki vom Wasser des Finnischen Meerbusens umschlossen ist, ist man von fast jedem Fleck schnell am Meer und kann die frische Seeluft einatmen. Wir blickten vom Anleger auf die zugefrorene See, mussten uns dem lausig kalten Wind aber schnell geschlagen geben. Es war einfach zu frostig.

Wir flanierten weiter entlang des Wassers und schon bald kamen wir an den Fuß der Uspenski-Kathedrale. Die im russisch-byzantinischen Stil erbaute Kathedrale steht auf einem Felsen und war damals schon von weitem ein Zeichen für die russische Herrschaft. Im westlichen Europa ist sie bis heute die größte orthodoxe Kirche und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Helsinkis. Wir waren für den Aufstieg aber doch zu steif gefroren.

Marktplatz und Alte Markthalle

Vorbei am Riesenrad über eine kleine Fußgängerbrücke erreichten wir den Marktpatz (Kauppatori). Hier auf dem Markt finden sich Stände mit traditionellem Essen, Handwerk und Souvenirs, sodass sich ein Besuch für jeden lohnt. Wir hatten ein wenig Pech, oder es lag an dem Wetter, denn es waren nur 3-4 Stände aufgebaut als wir dort eintrudelten.

Zum Glück ist die Alte Markthalle (Vanha kauppahalli) nur knapp 70m entfernt. In dieser 1889 eröffneten, kleinen Markthalle findet ihr viele (kulinarische) Köstlichkeiten von traditionellen finnischen Anbietern. Wenn ihr nicht so experimentierfreudig seid und es lieber weniger ausgefallen mögt, müsst ihr keinen Rentierschinken probieren. Ihr findet hier auch viele andere Spezialitäten von Brot bis Lachs. Zwar ist es etwas eng in der Halle, das Ambiente ist dennoch sehr einladend und super für eine kurze Mittagspause zur Stärkung. Die wichtig sein könnte, zumal die Shoppingmeilen nicht weit entfernt sind.

Esplanadi-Park

Direkt am Markt befindet sich der auch der Esplanadi-Park. Ein schöner, idyllischer kleiner Grünstreifen zwischen zwei Hauptstraßen im Zentrum und ein guter Platz für den Besuch eines der vielen Cafés, Restaurants oder Biergärten. Eine der Straßen, die den Esplanadi-Park einschließt, ist die Pohjoisesplanadi. Die Straße ist das zu Hause vieler bekannter, finnischer Designer-Läden.

Weitere bekannte Shoppingstraßen sind die Parallelstraße der Pohjoisesplanadi, die Aleksanterinkatu und die Fredrikinkatu. Letztere ist optimal, wenn ihr kleine, stylische Boutiquen bevorzugt. Solltet ihr ein Kaufhaus suchen, ist das Stockmann im Zentrum Helsinkis eine top Adresse – vergleichbar mit dem Berliner KaDeWe.

Suomenlinna

Am nächsten Morgen spazierten wir wieder durch den Esplanadi-Park. Unser Ziel war die Fähre nach Suomenlinna. Die Seefestung erstreckt sich über 6 verbundene Inseln und wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Seit 1991 gehört Suomenlinna zum UNESCO-Weltkulturerbe. Heutzutage leben hier noch etwa 800 Bewohner. Die kurze Fährüberfahrt kostet 2 Euro p.P. und die Tickets bekommt ihr an den Automaten direkt am Anleger (aktueller Fahrplan). Während der Überfahrt standen wir anfangs noch an Deck und beobachteten unsere Fahrt durch die kleine Schneise in der sonst gefrorenen See. Lange hielten wir es jedoch nicht aus, der Wind war fürchterlich kalt und fand irgendwie immer seinen Weg unter unsere Kleidung – brrr.

Auf der Insel angekommen wurde es nicht wärmer, vor allem in Wassernähe. Doch auf den 80ha gibt es so viele historische Bauten und andere Überbleibsel – wie einige große Kanonen -, dass die Kälte nebensächlich wird (hier findet eine Karte der Insel). Und zum zwischenzeitlichen Aufwärmen findet ihr viele kleine Restaurants und Cafés. Eine Stärkung ist auch notwendig. Es gibt einfach viel zu entdecken. Eine Kirche, die gleichzeitig als Leuchtturm dient, Museen, Bastionen, begehbare (dunkle, unbeleuchtete) Tunnel, Aufgänge, alte Munitionsdepots und natürlich die schon erwähnten Kanonen. Und nicht zu vergessen: Suomenlinna ist Natur pur! Helsinki ist nicht besonders hektisch, aber Suomenlinna ist noch ruhiger. Trotz ihres Daseins als Touristenattraktion kann man hier viel Ruhe und Entspannung finden – auch bei -8°C.

Im Sommer muss es auf der Festungsinsel ebenfalls traumhaft schön sein. Wenn kahle Bäume, Schnee und Wolken saftig grünen Wiesen, bunten Blumen und der Sonne weichen.

Nachmittagsspaziergang

Zurück von Suomenlinna gingen wir auf unseren zweiten Stadtspaziergang. Auf unserem Zettel standen noch der Bahnhof, das Theater und die Universität, bevor wir nach unserem Besuch im Escape Room noch ein kleines Shopping-Center besuchten.

Der Hauptbahnhof hat durch seine Fassade aus finnischem Granit bereits eine imposante Erscheinung. Verstärkt wird dies noch durch den Uhrenturm sowie die vier Statuen, die in der Fassade am Haupteingang integriert sind. Die Statuen dienen gleichzeitig der Beleuchtung des Bahnhofs. Jede einzelne trägt eine große Lampe in ihren Händen, die für ein schönes Licht am Haupteingang sorgen. Dabei harmonieren die patinagrünen Dächer sehr schön mit dem rötlichen Granit. Dieser Bahnhof ist ein wirklich sehenswertes Bauwerk im Stil der Nationalromantik.

Zur Rechten des Bahnhofs befindet sich das Finnische Nationaltheater, welches ebenfalls in einem sehr schönen Gebäude zu Hause ist. Direkt vor dem im finnischen Jugendstil erbauten Theater steht die Statue von Aleksis Kivi, einem finnischen Schriftsteller. Sehr nett ist auch die in unmittelbarer Nähe aufgebaute Eislaufbahn. Wir hatten sogar das Glück eine Aufführung von finnischen Nachwuchseisläuferinnen zu sehen. Die beiden waren ca. 5 Jahre alt, haben aber schon eine bezaubernde Show geboten. Ein schöner Abschluss unseres Helsinki-Besuchs.

Lohnt sich ein Kurztrip nach Helsinki?

Wir sagen: Auf jeden Fall! Ihr kommt in eine kleine, nette Stadt, die ihr einfach zu Fuß erkunden könnt. Es gibt einiges zu sehen und direkt in der Nähe zur Stadt findet ihr viel Natur. Auch Shoppingbegeisterte kommen hier – vor allem im Design District – auf ihre Kosten.

Helsinki drängt sich nicht durch überwältigende Sehenswürdigkeiten auf, sondern vielmehr durch seine natürliche Schönheit gepaart mit dem finnischen Charme.

Als kleine Zugabe haben wir noch vier Abendfotos aus dem Zentrum:

Seid ihr auch schon in Helsinki gewesen? Wie hat es euch gefallen? Habt ihr Fragen oder Ergänzungen? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf euer Feedback!