Strand, Meer und ein Baumstamm im Sand - Idylle an der Garden Route

Garden Route: Ein Roadtrip über Südafrikas N2!

Die Garden Route erstreckt sich von Port Elizabeth bis Mossel Bay. Für viele gehört die Strecke von Mossel Bay bis Kapstadt allerdings genauso zur Garden Route. Egal, ob kurze oder lange Variante, diese Strecke entlang der südafrikanischen Südküste ist extrem abwechlungsreich. Die Big 7 im Addo Nationalpark, traumhafte Natur im Tsitsikamma Nationalpark, rauhe Küsten am indischen Ozean und schicke, kleine Städte. Diese wunderbare Vielfalt auf der Route übt den besonderen Reiz aus.

Allerdings ist die Garden Route keine klassische Küstenstraße. Die N2 führt euch ein wenig im Landesinneren entlang der Südküste. Für die Spots am Meer müsst ihr die Nationalstraße verlassen und noch ein Stück fahren. Daher gleich ein Tipp: Plant genug Zeit für die Fahrt ein – mindestens eine Woche. Wir sind etwa 4 1/2 Tage entlang der N2 gefahren und haben jeden Tag die Unterkunft gewechselt. Das war ein wenig stressig und es gibt so viel dort zu entdecken, dass wir einige Stopps schweren Herzens ausfallen lassen mussten.

Unsere Route und Unterkünfte

Wir starteten unsere Route in Port Elizabeth nach unserer letzten Safari im Addo Nationalpark. Von dort ging es für uns direkt weiter nach Stormsrivier, direkt am Tsitsikamma Nationalpark. Danach ging es weiter über Plettenberg Bay nach Mossel Bay, dem offiziellen Ende der Garden Route. Wir verlängerten sie allerdings bis Hermanus. Wenn man hier entlang fährt, gehört dieser Teil der N2 gefühlt auch zur Garden Route, obwohl sie noch weiter im Landesinneren verläuft.

Route

Hier könnt ihr die Route auf der Karte verfolgen:

Backpacker Hostel in Stormsrivier

Unseren ersten Stopp auf der Garden Route legten wir im Tsitsikamma Backpackers* in Stormsrivier ein. Stormsrivier  ist ein kleines Dörfchen ganz in der Nähe des Tsitsikamma Nationalparks. Ein paar Hostels und Hotels, ein paar Häuser, ein paar Restaurants und ganz viel grüne Natur gibt es dort. Das Hostel allerdings war sehr laut, vor allem am Abend, wenn die jüngeren Gäste sich in der Bar neben unserem Zimmer aufhielten. Außerdem war das Badezimmer etwas schäbig. Wir stellten hier fest, dass eine ruhige und saubere Unterkunft doch etwas Schönes ist und können das Hostel nicht unbedingt empfehlen.

Dafür können wir das Papa Africa (hier bei Google Maps) für eine sehr leckere Pizza und das Tsitrus Café (hier bei Facebook) für ein nettes Frühstück in Stormsrivier empfehlen. Beide Lokale sind sehr stylish eingerichtet (shabby chic) und das Essen war sehr gut. Im Papa Africa könnt ihr vier Zutaten für eure Pizza frei wählen – da bleibt kein Wunsch offen. Und im Tsitrus Café werden vom Müsli bis zum Omelett alle Frühstückswünsche erfüllt.

Stylishes Chalet in Plettenberg Bay

Weiter ging es nach Plettenberg Bay, wo wir im Treebia Self-catering* untergekommen sind. Wir haben uns sehr schnell in das Apartment verliebt. Es ist recht rustikal eingerichtet mit vielen Beton- und Holzelementen. Die Wohnküche ist sehr groß und bietet alles, was man als Selbstversorger benötigt. Für einen entspannten Abend in Plettenberg kann man sich auf die Terrasse zurückziehen und beim Grillen einen idyllischen Blick auf den begrünten Berg im Hintergrund genießen – wir haben es für euch getestet. Zudem war unser Host total sympatisch. Wir können dieses Apartment sehr empfehlen!

Traumhafte Aussicht in Mossel Bay

Im 4 On Montagu* in Mossel Bay genossen wir eine traumhafte Aussicht aus unserem schön eingerichteten 1-Zimmer-Apartment. Morgens die Tür öffnen und direkt vom Balkon hinunter aufs Meer schauen, ist einfach wunderbar. Morgens gab es ein kleines Frühstückchen mit dem gleichen grandiosen Blick aufs Meer. Darüber hinaus stehen ein paar Spiele und Ferngläser für euch bereit. Mit ein wenig Glück könnt ihr die Wale vom Balkon der Unterkunft aus beobachten. Unsere Gastgeberin Natascha war überaus nett und der Aufenthalt war wunderbar.

Am Abend fuhren wir zum Essen ins Kaai 4. Es ist ein wenig versteckt am Hafen und wenn man nicht davon liest, läuft man vermutlich nicht spontan vorbei. Von außen sieht es aus, wie eine alte Hütte mit einem großen Holztor. Doch weit gefehlt. Die „Bestell- und die Küchenhütte“ sowie die alten Holzmöbel um der offenen Feuerstellen in der Mitte des Restaurants sind schon sehr lässig. Dazu der freie Himmel – nur von ein paar Sonnensegeln versperrt -, der Sandboden und das Meer direkt vor der Nase. Doch das allerbeste ist: die Burger sind total lecker!

Verrücktes Grilllokal mit Sand auf dem Boden, alten Holztischen und einer Feuerstelle in der Mitte

Kaai 4

Zu Gast bei Rudi

Im The Gables Hermanus* wurden wir sehr nett von unserem Gastgeber Rudi begrüßt. Er gab uns gleich ein paar Restaurant-Tipps, sodass wir am Abend genüsslich essen gehen konnten. Für größere Ausflüge hatten wir leider keine Zeit. Das Apartment war übrigens auch super. Ein großer Wohn-/Schlafbereich mit Zugang zum gemeinsamen Außenpool, eine kleine „Küchenzeile“ mit Wasserkocher, Kühlschrank & Co. und ein komfortables Bad. Wir haben uns wohl gefühlt.

Unsere Spots entlang der Garden Route

Es gibt sehr, sehr viele geniale Spots an der Garden Route, sodass wir nur ein paar Wenige ansteuern konnten. Furchtbar gerne wären wir an fast jeder Stelle von der N2 abgefahren, um ein weiteres Highlight zu entdecken. Allerdings mussten wir auch weiter, Kapstadt wartete ebenfalls noch auf uns. Die Hotspots unseres Roadtrips:

 Offroad Segway-Tour in Stormsrivier

Direkt nach Ankunft im Hostel in Stormsrivier nutzen wir das Angebot eine Segway-Tour in den Wald zu unternehmen. Da wir vorher schon Segway gefahren sind, mussten wir nur ganz kurz auf den Übungs-Parcours und dann ging es direkt Richtung Wald. Dort sind wir mit unserem Guide über Stock und Stein gefahren, sind an ein paar Stellen angehalten, an denen er uns etwas über die Natur erklärt und uns immer wieder für Fotos und Videos in Szene gerückt hat. Er war ein richtiger Romantik-Ninja. Bis es am Ende ein wenig dramatisch wurde, als ich über einen etwas zu großen Stein fahren wollte und spontan von Segway springen musste, da ich hängen geblieben bin und das Gleichgewicht verloren habe – aber Glück gehabt, nichts passiert!

Suspension Bridge

Am Nachmittag machten wir uns auf in den Tsitsikamma Nationalpark. Unser Ziel war die Hängebrücke, die über die Mündung des Storm River erbaut ist. Dorthin führt euch der etwa 1 km lange Mouth Trail. Ein Wanderweg entlang der schroffen Felsklippen mit stetem Blick auf den rauen Ozean. Blöderweise machte das Wetter uns einen kleinen Strich durch die Rechnung – es fing an zu regnen. Also mussten wir uns ein wenig beeilen und sehr schnell den Ausblick auf die Natur genießen und aufsaugen.

Auf dem Rückweg sahen wir noch ein paar der größeren Meeresbewohner. Sie waren nur – trotz Fernglas – so weit vom Ufer entfernt, dass wir uns nicht ganz sicher sind, ob es große Delfine oder kleine Wale waren. Wir vermuten jedoch, dass es Südkapern waren…

Robberg Nature Reserve

Auf dem Weg von Stormsrivier nach Plettenberg Bay unternahmen wir keine größeren Stopps. Unser Ziel für den Vormittag war das Robberg Nature Reserve, eine wunderschöne Halbinsel in der Plettenberg Bay Bucht. Ihr könnt zwischen drei Wanderwegen wählen: The Gap (2,1 km), Witsand (5,5 km) oder The Point (9,5 km).

Wir entschieden uns für Witsand. 5,5 km sind entspannt zu wandern, dachten wir uns. Und die Natur um uns herum war einfach traumhaft. Tolle Strände, grüne, atemberaubende Klippen und an deren Fuß eine Robbenkolonie.

Was anfangs nach einem netten Spaziergang aussah, wurde trotz aller Schönheit zu einem anstrengenden Hike. So bahnten wir unseren Weg entlang der Klippen durch Büsche, über Stock und Stein, provisorische Stufen hinauf und die Sanddüne wieder hinunter. Auf dem Rückweg durften wir noch ein wenig klettern und uns zwischen Felsen quetschen. Doch so anstrengend es war, es war mindestens genauso schön.

Tipp: Zieht festes Schuhwerk an und nehmt ausreichend Wasser mit – macht es besser als wir.

Knysna Heads

Auf dem Weg Richtung Mossel Bay hielten wir bei den Knysna Heads. Diese Sandsteinklippen bilden die Hafeneinfahrt nach Knysna und bieten eine erstklassige Aussicht. Ihr habt einen wundervollen Blick auf die Lagune und auf die ungestüme Brandung des Indischen Ozeans. Das ist wirklich ein Punkt an dem man es lange aushalten kann, allein indem man die Natur beobachtet und auf sich wirken lässt.

Knysna Waterfront

Die Knysna Waterfornt lädt mit einigen kleinen Läden direkt am Hafen zum Shoppen ein. Da ließen wir uns auch nicht zweimal bitten und schlenderten auf der Suche nach ein paar Souvenirs durch die Waterfront. Wir wurden auch fündig und kauften einen kleinen Elefanten. Direkt am Hafenbecken gönnten wir uns ein Eis und schauten einer Gruppe beim Kanupolo zu. Ein sehr interessanter Sport – vor allem bei leckerem Eis.

Map of Africa

Von Knysna aus machten wir uns auf den Richtung Wilderness. Nach einer kurzen Kaffeepause ging es zum nächsten Aussichtspunkt: der Map of Africa. Von hier schaut man auf den Wilderness Nationalpark. Das besondere an diesem Punkt ist, dass der Teil den man von hier betrachtet durch den Lauf des Flusses (Kaimaans River) wie der südliche Teil des afrikanischen Kontinents aussieht. Es war nicht so spektakulär, wie wir zunächst dachten, dennoch hat sich der kleine Umweg gelohnt.

Whale Watching

In Hermanus wollten wir eigentlich eine Whale-Watching Tour machen. Doch als wir dort waren, war es so windig, dass Rudi (unser Gastgeber) uns davon abgeraten hat. Ohne Tabletten gegen Übelkeit wäre es wohl nur schwer zu bewältigen gewesen und der Spaß würde sich dann auch in Grenzen halten.

Aber wir hatten auch so Glück: Nachdem wir beim Spaziergang durch Mossel Bay schon einen Buckelwal – oder zumindest seine Schwanzflosse – beobachten konnten, zeigten sich in Hermanus noch ein paar Südkapern ziemlich nah am Ufer beim Gearing’s Point. Teilweise kamen sie auch mit den Köpfen aus dem Wasser und wir standen trotz lausig kaltem Wind eine ganze Zeit am Ufer um die Meeresriesen zu betrachten. Ein tolles Erlebnis! Dazu huschten ganz viele quirlige Klippschliefer über die Felsen.

Zuvor liefen wir schon ein ganzes Stück des Hermanus Cliff Path, der vom Strand bis ins Stadtzentrum führt. Die Wale zeigten sich zwar erst zum Schluss. Der Weg ist jedoch allein aufgrund der unglaublichen Klippenlandschaft absolut klasse für einen Spaziergang.

Muizenberg

Viele von euch kennen sie z.B. vom Cover des Lonely Planet: Die bunten Strandhütten in Muizenberg. Natürlich wollten wir sie live gesehen haben, wenn wir schon in der Nähe sind. Unser Besuch war jedoch ein bisschen erschwert. Es war weiterhin extrem windig und der Sand schoss uns nur so in die Augen. Die Sonnenbrille war dabei kein großer Schutz. Also machten wir tapfer ein paar Fotos und sind dann schnell wieder weiter gezogen. Trotzdem bleiben die Hütten für uns einer der top Foto-Spots in Südafrika!

Weitere Sehenswürdigkeiten auf der Garden Route

Wie wir schon erwähnten: Leider konnten wir in der Kürze der Zeit nicht an allen sehenswerten Stopps auf der Garden Route halten. Daher möchten wir euch hier ein paar Tipps bzw. Hinweise auf weitere wundervolle Erlebnisse und reizvolle Orte, die ihr entlang der N2 entdecken könnt, mitgeben:

  • Ein Stopp in Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas an dem der Indische und Atlantische Ozean aufeinander treffen.
  • De Hoop Nature Reserve, ein fantastisches Naturschutzgebiet mit riesigen Dünenlandschaften, Gezeitenpools und ein unglaublich vielfältigen Flora und Fauna.
  • Der Besuch einer Straußenfarm oder der Cango Caves in Oudtshoorn.
  • Wagemutige können einen Bungeespung von der Bloukrans Bridge wagen.
  • Oder gehen in Gaansbai tauchen – im Käfig, direkt neben Weißen Haien.
  • Pinguine beobachten am Stony Point in Betty’s Bay.

Diese kleine Liste mit Zielen entlang der Garden Route ist nicht abschließend und gerne nehmen wir weitere Tipps von euch auf! Also,…

…seid ihr auch schon die Garden Route entlang gefahren? Welche Orte habt ihr besucht? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular und teilt eure Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns auf euer Feedback!