Julia und Marcel auf dem Jet Ski über das Meer fahrend

Etappe 6: Varadero

Letzte Route

Unsere letzte Tour führte uns von Cayo Coco nach Varadero. Von Ost nach West über die halbe Insel. Ein letztes Mal über kleine, bunte Dörfer, an saftig grünen Landschaften vorbei und immer vor dem nächsten Schlagloch gewappnet, in Bereitschaft auszuweichen. Mittlerweile ist das Fahren auf Kuba kein großes Ding mehr für uns, es macht schon fast Spaß den Umständen zu trotzen und sicher ans Ziel zu kommen. Lest hier mehr zum Autofahren auf Kuba!

Darüber hinaus haben wir hier noch ein paar (landwirtschaftliche) Eindrücke unserer Fahrt von Cayo Coco nach Varadero – es geht auch mit alten Mitteln:

Bienvenidos Varadero

Angekommen in Varadero fuhren wir zunächst direkt zu unserem Hotel, dachten wir zumindest. Wir parkten vorm Hotel und gingen zielstrebig zur Rezeption. Dort erfuhren wir dann nach kurzer Verwirrung – die Sprachbarriere -, dass das Sol Sirenas und Sol Coral zusammen gehören, aber dennoch zwei getrennte Komplexe darstellen – das Sol Sirenas Coral Resort.

Eine 50 %-ige Wahrscheinlichkeit im richtigen Hotel zu landen und wir lagen daneben. Kein Problem, rüber in den anderen Komplex und schnell aufs Zimmer. Dachten wir zumindest. Schnell ging es dann leider doch nicht, da scheinbar ein kleines Durcheinander bei der Zimmervergabe herrschte. Es dauerte eine halbe Stunde bis wir unsere Zimmerkarten bekamen. Stichwort: Kubanische Gelassenheit!

Aber dann: Koffer geschnappt und los. Quer durch die Lobby, über den Flur, dann den nächsten Flur entlang und fast bis zum letzten Zimmer. Da waren wir. Unser Zimmer. Drinnen war es wie erwartet: Ein wenig abgewohnt, dafür mit großem Bad. Die Sauberkeit? Sagen wir, es war in Ordnung. Keine Katastrophe, keine europäischen Verhältnisse. Uns erwartete ein großes Doppelbett und (wie immer auf Kuba) ein kleines Bett daneben, Kühlschrank, Sitzgelegenheit, Kleiderschränke und ein Balkon mit zwei Plastikstühlen und einem kleinen Beistelltisch. Technisches Highlight war der alte, graue Röhrenfernseher. Doch das war uns ziemlich egal, wir sind nicht zum fernsehen nach Kuba geflogen. Stranderholung ist das Motto für Varadero.

Leider können wir euch nur ein (dunkles) Foto des Zmmers anbieten:

Hotelzimmer in Varadero

Hotelzimmer in Varadero

Hotelanlage

Als Gast ist es möglich beide Hotelanlagen zu nutzen, sowohl das Sol Coral als auch das Sol Sirenas. Beide Anlagen sind recht gut gepflegt. Natürlich muss man den ein oder anderen Abstrich machen. Und es liegt auch schon mal eine Verpackung am Boden oder Blumen sind nicht perfekt zurück geschnitten. So sieht eine durchschnittliche kubanische Hotelanlage aus.

Das Sol Sirenas bietet zwischen Pool und Meer noch eine Gartenanlage, ist somit grüner als das Sol Coral. Zudem hat es den schöneren Pool. Der Pool im Sol Coral hat seine besten Tage leider hinter sich und die Farbe bröckelt an überaus vielen Stellen ab. Das Wasser im Pool des Sol Sirenas war sehr, sehr kalt und ein kurzes Bad kostete viel Überwindung – ein direkter Sprung ins Wasser hätte vermutlich eine Herzattacke ausgelöst.

Ansonsten wurde uns in beiden Hotels eine Poolbar sowie eine Bar in der Lobby geboten, ein Kiosk mit Souvenirs, Rum und Zigarren* im Angebot, eine Disco – die wir aber nicht besuchten -, WLAN ab 19:00 Uhr – wenn es denn lief -und ein teils ansprechendes Animationsprogramm. Zudem gab es ein gutes Sportangebot mit zwei Tennisplätzen, Fußballplatz, Tischtennisplatz und kleinem Fitness- und Spa-Bereich.

Die Bars waren oft voll mit Bierpong spielenden kanadischen Jungtouristen. Einige Urlauber fühlten sich durch die saufende Meute gestört, aber auch das ist eben Varadero. Wir betrachteten das Spektakel und wechselten das eine oder andere Wort mit den Betrunkenen, ließen uns aber nicht stören. Wer sich hier gestört fühlen würde, sollte von vornherein eins der Luxus-Ressorts buchen. Dort wird es ruhiger zugehen.

Kleiner Hinweis: Unsere Fotos können optisch nicht mit denen auf der Hotelwebsite mithalten, dafür sind sie authentisch…

Strand

Wir wollten Stranderholung. Es sollte aber wieder nicht sein. Wie schon auf Cayo Coco war auch in Varadero nicht unbedingt bestes Karibik-Wetter. Es war zum Teil sehr windig, so dass sich die Strandbesucher Burgen aus ihren Liegen bauten und sich dahinter verschanzten.

Der breite Sandstrand des Ressorts ist trotzdem ganz cool. Azurblaues Wasser und feiner Sand, lediglich ein klein wenig sauberer könnte es sein. Und wäre nur dieses Wetter nicht gewesen. Ein bisschen mehr Sonne, weniger Wolken, lieber zwischendurch eine Brise anstatt der ständige Wind – das wäre es gewesen.

Service & Essen

Sowohl Service als auch Essen waren in diesem Ressort leider nicht so gut wie zuvor in Cayo Coco.

Der Service war sehr langsam und unaufmerksam. Der Tisch wurde oft erst auf Nachfrage neu eingedeckt, Getränke gab es meist nur auf Nachfrage, wenn mal eine Servicekraft am Tisch vorbeikam.

Das Essen war geschmacklich nicht sehr gut und leider des Öfteren kalt. Man konnte es schon noch gut essen, es war im Gegensatz zum Sol Cayo Coco jedoch 1,5 Sterne schlechter.

An einem Tag, dem Valentinstag, war alles schön geschmückt und es gab Hummer. Katastrophe. Die Gäste sind ausgeflippt. Wow, es gibt Hummer. Lange Schlangen, keine freien Tische im Sol Coral. So kann Essen keinen Spaß machen und wir haben das Ganze sehr schnell abgebrochen und sind ins Sol Sirenas gegangen. Hier war es etwas entspannter und man fand auch einen Tisch an dem man „in Ruhe“ essen konnte.

Im Restaurant des Sol Sirenas war es insgesamt deutlich besser als im Sol Coral.

Leider haben wir nur ein Foto aus dem Restaurant des Sol Coral für euch:

Im Hintergrund das Buffet, im Vordergrund die Gäste an den Tischen auf den braunen Rattan Stühlen

Restaurant im Sol Coral

Aktivitäten

Jet Ski Tour

Aufgrund des auch hier nicht so tollen Wetters fielen Wasseraktivitäten wieder größtenteils aus. Die Brandung war doch sehr stark und Kanu fahren oder Stand Up Paddling – hatten wir uns fest vorgenommen – mussten tatsächlich ausfallen. Das war schon ein wenig ärgerlich.

Im Hotel konnte man glücklicherweise diverse Touren buchen. Die (unfreundliche) Dame des Anbieters wollte uns gleich einen Tagesausflug mit dem Segelschiff andrehen. Wir hatten aber eine klare Vorstellung: Jet Ski. Trotzdem versuchte sie immer wieder uns den teuren Tagestrip schmackhaft zu machen – sehr penetrant. Irgendwann kam ihr Vorgesetzter und die Beiden unterhielten sich. Dabei hatten wir den Eindruck als würden sie über uns sprechen und zwar nicht gerade positiv…

Nach den Diskussionen war sie dann doch bereit die Jet Ski Tour anzufragen. Ergebnis: Kein Termin am Folgetag. Also fing sie wieder mit dem Segelausflug an. Aber an unserem letzten vollen Tag wollten wir definitiv keinen Tagesausflug machen. Irgendwann hat sie das auch akzeptiert – natürlich nur sehr widerwillig – und siehe da, plötzlich sind noch zwei Plätze bei der Jet Ski Tour frei geworden.

Am nächsten Morgen wurden wir am Hotel abgeholt. Nachdem wir alle anderen Teilnehmer auch eingesammelt hatten, ging es zum Hafen. Wir bekamen unsere Schwimmwesten, eine kurze Einweisung und konnten durchstarten.

Wir fuhren ein paar mal eine Acht über das Meer und konnten nach der Hälfte der Strecke die Fahrer tauschen. Unsere erste Jet Ski Fahrt war ein klasse Erlebnis und hat richtig Spaß gemacht. Vor allem die kurzen Etappen über die Wellen auf dem offenen Meer waren klasse. Schaut euch am besten das Video dazu an.

Rollerfahrt

Gegenüber vom Sol Coral befindet sich eine kleine Auto- und Rollervermietung. Wir nutzten die Möglichkeit um kurz ins Zentrum zu fahren. Den Roller mieteten wir für 9,00 CUC pro Stunde inkl. ein bisschen Sprit.

Auch im Zentrum merkt man, dass Varadero ein klassischer Touristenort ist. Überall sind Stände und z.T. kleine Märkte an denen die gleichen Souvenirs und der gleiche Nepp verkauft werden. Zwischendrin erkennt man immer wieder kleine Bars, einen Supermarkt, einen Tabakladen und ein Einkaufszentrum. Varadero hat nichts mit dem Kuba zu tun, das wir vorher kennen gelernt haben.

Wir schlenderten ein wenig durchs Zentrum, schauten am Strand vorbei – der wesentlich leerer aber ebenso schön ist wie die Strände der Hotels (Tipp eines Kubaners) – und schossen ein Foto vorm The Beatles Barestaurant. Danach brachten wir unseren Flitzer wieder zurück.

Weitere Aktivitäten

In Varadero gibt es noch viel mehr zu erleben. Bei gutem Wetter könnt ihr baden, Kanu fahren, etc. Ihr könnt super Drachen steigen lassen, oder einfach am Strand chillen. Es gibt einen schönen, aber für unser Gefühl teuren Golfplatz. Ferner könnt ihr hier ebenfalls Höhlen besuchen oder an den zahlreichen Ausflugsangeboten teilnehmen – Tagestouren mit dem Segelboot, Tauchausflüge, Schnorcheltrips, etc.

Langeweile sollte nicht aufkommen. Anderenfalls ist unser Tipp: Eine Partie Rummikub* an der Hotelbar.

Heimreise

Unsere Heimreise stand unter keinem guten Stern. Wir sollten eigentlich um 11:00 Uhr beim Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht werden. Unser Flug sollte um 16:30 Uhr starten. Wir saßen natürlich pünktlich vorm Hotel und warteten auf den Bus. Und warteten. Und warteten. Nach 45 Minuten wurde es uns zu bunt. Wir wollten den Veranstalter kontaktieren.

Julia ging dafür wieder ins Sol Coral, da es nur dort Münzfernsprecher gab. Das Telefonieren auf Kuba ist eine Wissenschaft für sich. Unzählige Vorwahlen für jede Art von Verbindung. Erstaunlich wie die Kubaner hier den Überblick bewahren können. Während ich also weiterhin vorm Hotel wartete, sprach Julia mit einem Agenten von Sprachcaffé. Leider konnte dieser uns auch nicht wirklich helfen und gab uns letztendlich lediglich den Tipp nicht zu lange zu warten und ein Taxi zu nehmen, um den Flug nicht zu verpassen. Den Plan hatten wir auch schon…

Nach etwa 75 Minuten wurde es uns dann auch zu viel. Außerdem kam zufällig ein Taxi. Wir stiegen also in den alten Lada – ohne Gurt oder Nackenstützen, dafür gut gepflegt – und ließen uns zum Flughafen bringen. Zwischendurch noch ein kurzer Stopp am Geldautomaten, da wir uns erinnerten, dass der Automat am Flughafen kaputt war. Ca. 20 Minuten später waren wir (pünktlich) am Flughafen.

Vorm Schalter stellten wir recht schnell ein bisschen Unruhe fest. Der Flieger hatte Verspätung, so die erste Info die Durchdrang. Wir konnten leider nicht in Erfahrung bringen wie lange wir warten müssen. Der Infostand war auch nicht besetzt, sodass wir uns auch keine Internetkarte kaufen konnten. Also, was soll´s? Gepäck abgeben, ausreisen, Sicherheitskontrolle, weiter sehen.

Informationen blieben weiterhin Mangelware. Irgendwann flimmerte eine Uhrzeit über die Monitore. Um 19:30 Uhr sollten wir jetzt fliegen. Noch eine knappe Stunde warten. Es sickerte durch, dass die Condor Maschine aus technischen Gründen in München bleiben musste und wir mit Wamos Air zurück fliegen würden.

Einige andere Passagiere wurden schon sehr ungeduldig und raunzten die Angestellten an. Julia und ich wären natürlich auch gerne früher geflogen, machten aber das beste aus der Situation und genossen die leckeren Eclairs am Flughafen und flachsten viel rum. So „rannte“ die Zeit für uns.

Abgeflogen sind wir letztendlich um 22:30 Uhr mit ca. 6,5 Stunden Verspätung. Glücklicherweise hatten wir für den Rückflug eine Boeing 747 und somit eine Menge Platz an Bord. Daher konnte jeder eine 3er-Reihe für sich beanspruchen und in Ruhe schlafen – was anderes blieb uns auch nicht übrig, da das Entertainment-System leider nicht funktionierte.

Ausgeschlafen in München angekommen, konnten wir glücklicherweise direkt einen Anschlussflug nach Bremen erwischen und hatten am Ende nur ca. 3 Stunden Verspätung. Alles halb so wild, sofern man sich nicht unnötig aufregt…

Mehr Infos über eure Rechte bei Flugverspätungen findet ihr hier

Videos

Hotelanlage

Jet Ski Fahrt

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