Blick von oben auf den Parque de Marti in Cienfuegos.

Etappe 3: Cienfuegos

Zwischenstopp in der Schweinebucht

Auf unserem Weg nach Cienfuegos hielten wir an der berühmten Bahía de Cochinos, der Schweinebucht. Der Ort an dem 1961 eine große, von der CIA unterstützte Invasion durch Exilkubaner schief ging. Die beiden größten Strände an der Bahía de Cochinos sind der Playa Larga und der Playa Girón. Wir entschieden uns jedoch für einen Zwischenstopp an der Cueva de los Peces.

Hier kann man auf der einen Seite über eine Leiter in das glasklare, azurblaue Wasser der Bucht klettern, was sehr beliebt ist bei den Besuchern. Auf der anderen Seite kann man im gegenüberliegenden Naturpool planschen und schnorcheln oder – als fortgeschrittener Taucher – die Höhle unter Wasser auf einem Tauchgang erkunden. Der Pool sah für uns jedoch nicht so einladend aus, als das wir gerne reingesprungen wären.

Direkt am Naturpool befindet sich zudem ein – etwas überteuertes – Restaurant zur Stärkung. Wir schauten uns ein wenig um, genossen den herrlichen Blick auf das karibische Meer und machten uns dann weiter auf unseren Weg nach Cienfuegos.

Bienvenido a Cienfuegos

Unsere Unterkunft fanden wir auch in der „Perle des Südens“ – Kubaner nennen Cienfuegos aufgrund seiner Attraktivität so – ohne große Probleme. Der erste Eindruck war jedoch: Die Gegend ist heruntergekommen. Dieser Eindruck wurde aber schnell von einem positiven abgelöst. Wir wurden im Hostel Tania & Adrian, wie in unseren Casas zuvor, sehr nett begrüßt. Wobei man sagen muss, dass das Hostel Tania & Adrian keine klassische Casa Particulares ist. Es ist, wie der Name vermuten lässt, eher ein Hostel. Es gibt 7 Zimmer, eine Rezeption, Bar und „Restaurant“ sind auf dem Dach.

Das Frühstück (Obst, Pancakes, Joghurt, Brot, etc.) und das Abendessen waren super lecker und es gab immer reichlich – das Abendessen kostete 10,00 CUC und konnte vormittags angemeldet werden. Die Lage des Hostel stellte sich am späten Abend auch als sehr gut heraus. Auf jeden Fall ist es sehr zu empfehlen, wir hatten einen tollen Aufenthalt im Hostel Tania & Adrian.

Abendspaziergang

Nachdem wir am späten Nachmittag ankamen und uns kurz mit dem Barkeeper und zwei Gästen aus Israel bei einem Mojito unterhalten haben, wollten wir essen gehen und einen kleinen Spaziergang machen. Ich erwähnte bereits, dass sich die gute Lage erst spät abends herausstellen sollte.

Wir haben von einem nobleren Viertel, der Punta Gorda, gelesen und vermuteten dort den Triumphbogen, das Teatro Tomás Terry und alle anderen Sehenswürdigkeiten, die man von unzähligen Fotos kannten. Um diese zu finden schlenderten wir zielstrebig die Hauptstraße hinunter. Hier gibt es einen breiten Mittelstreifen für Fußgänger, was sehr schön war. Am Malecon und an wunderschönen neoklassizistischen Villen vorbei liefen wir bis zum Südzipfel Cienfuegos.

Die gesuchten Sehenswürdigkeiten? Immer noch nicht entdeckt. Was haben wir falsch gemacht? Wir mussten doch nur geradeaus? Erst einmal was essen. In einem kleinen Paladar an der Hauptstraße aßen wir zu Abend und gingen dann, nach einem langen Marsch zurück Richtung Hostel. „Morgen finden wir alles!“, sagten wir uns. Aber dann bogen wir doch noch einmal ab und wähnten uns im Zentrum. Rechts und links Geschäfte – das sah vielversprechend aus. Nach gut 200 Metern waren wir dann recht unverhofft am Ziel: der Parque José Marti!

Cienfuegos am Tag

Nach einem leckeren Frühstück in super Atmosphäre auf unserer Dachterrasse starteten wir unseren zweiten Spaziergang durch Cienfuegos. Tagsüber erkennt man den französischen Klassizismus, der Cienfuegos Fassaden prägt, noch besser – auch wenn hier, wie im restlichen Kuba, viele Gebäude ein wenig heruntergekommen sind. Zusammen mit den typisch karibischen Pastelltönen der Fassaden hat Cienfuegos dennoch ein unglaubliches Flair.

Diesmal waren wir glücklicherweise bereits ortskundiger. Kurz den Paseo El Prado Richtung Süden und dann rechts in die San Fernando, die Shopping-Straße Cienfuegos, hier immer geradeaus und da waren wir wieder: der Parque José Marti! Dieses mal bei Tageslicht – noch beeindruckender. Doch bevor wir ihn ausgiebig bewunderten, gingen wir noch eine Straße entlang Richtung Hafen. Der hier aufgebaute Markt lud uns zum Schlendern nur so ein. Letztendlich gab es aber nur Touristen-Nepp zu kaufen.

Zurück zum Parque José Marti. Dieser Platz gehört sicherlich zu den schönsten Plätzen auf Kuba. Alles ist restauriert und in harmonisch abgestimmten Farbtönen gehalten. In der Mitte des Platzes steht die Statue des José Marti. Weiterhin findet man auf diesem Platz einen Kompass, der zeigen soll an welcher Stelle die Stadt im Jahre 1819 gegründet wurde, den Arco de Triunfo (übrigens der einzige Triumphbogen auf Kuba), die Catedral de la Purisma Concepción, das Teatro Tomás Terry und weitere sehr sehenswerte Gebäude.

Besonders zu empfehlen können wir eine Besichtigung des Casa de la Cultura Benjamin Duarte. Es ist das Gebäude mit dem Dachturm, den eine gusseiserne Treppe hinaufführt, am Westrand des Parque José Marti. Für 2 CUC pro Person könnt ihr das Gebäude besichtigen.

Der abblätternde Putz und die Marmorböden können den damaligen Prunk des Gebäudes erahnen lassen. Auf dem Dach hat man einen tollen Blick auf den Parque José Marti. Das absolute Highlight ist jedoch der Ausblick vom Dachturm. Ihr solltet aber schwindelfrei sein, viel Platz habt ihr oben auf dem Turm nicht. Um genau zu sein: Eine Treppenstufe. Daher könnt ihr immer nur einzeln nach oben. Auf der mittleren Plattform des Turmes habt ihr mehr Platz.

Der Ausblick vom Turm ist genial, einfach toll – schaut euch unbedingt die Bilder und das Video an.

Ab an den Strand

Nachmittags sind wir an der Strand gefahren. Wenn man schon in der Karibik ist, darf das natürlich nicht fehlen. Unser Ziel lag 18km südlich von Cienfuegos und war mit dem Auto schnell und gut zu erreichen: Rancho Luna, ein kleines Strandresort. Leider war es recht windig und regnerisch an dem Tag, so dass das Baden im karibischen Meer leider verschoben werden musste. Dennoch machten wir einen kleinen Strandspaziergang und entdeckten auch die ersten Meeresbewohner – einen Seestern und einen Seeigel (ein Verwandter von ihm spielt in Trinidad noch eine Rolle).

Der Strand ist ganz nett, aber es gibt weit schönere Strände auf Kuba, wir werden euch noch ein paar zeigen. Direkt neben dem Strand befindet sich ein Delfinario. Es soll sich um das beste Delfinario der Insel handeln und für 50 CUC (Erwachsene) ist es möglich mit den Delfinen zu schwimmen (fünf sind hier zu Hause). Von außen sah es jedoch recht klein und nicht sehr einladend aus, daher entschieden wir uns gegen einen Besuch.

Wir aßen noch ein Sandwich am Strand (geschmacklich und preislich nicht zu empfehlen!) und fuhren weiter.

Jardin Botanico Soledad de Cienfuegos

Nach unserem Strandbesuch sind wir in den botanischen Garten gefahren und waren sehr enttäuscht. Es gibt ein kleines „Gewächshaus“ und einen großen „Wald“. Leider ist dieser botanische Garten geprägt von Wildwuchs. Ordentliche Wege sind nicht angelegt. Erläuterungen zu den durchaus (optisch) interessanten Pflanzen findet man nicht. Insgesamt mangelt es hier schon an Pflege. Wir hätten uns 2,50 CUC pro Person im Nachhinein besser sparen können. Für uns war es ein (bezahlter) Spaziergang in einem Park. Kenner und Puristen werden das vielleicht anders sehen.

Abschiedstour

Nach unserer letzten Nacht und unserem letzten Frühstück in Cienfuegos, holten wir unser Auto – es wurde nachts netterweise, gegen eine Gebühr von 1 CUC pro Nacht, von dem Nachbarn unserer Casa bewacht – und machten uns auf den Weg. Doch bevor wir Richtung Trinidad fuhren, ging es noch einmal den Malecón und die Punta Gorda hinunter. Ein letztes Mal die Architektur Cienfuegos bewundern.

Cienfuegos wird definitiv nicht zu Unrecht „Perle des Südens“ genannt!

Videos

Parque José Marti

Jardin Botanico Soledad de Cienfuegos

Paseo el Prado

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