FERNWESEN Twofie in Viñales. Im Hintergrund die Mogotes, eine Hütte und eine Kubanerin.

Etappe 2: Viñales

Auf nach Viñales

Nachdem wir am Flughafen in Havanna unseren Mietwagen entgegen genommen hatten, machten wir uns gleich auf unsere erste Fahrt durch Kuba. Viñales im Tal Valle de Viñales war unser Ziel. Es war eine spannende erste Fahrt. Die Straße war so wechselhaft wie das Wetter – gut, schlecht, gut, desaströs, schlecht, gut. Tatsächlich sind wir aber dennoch sehr gut durchgekommen. Trotz des wechselhaften Wetters war es einer schöner Ausblick über die weite Landschaft mit den unzähligen Tabakfeldern – ab und zu sieht man ein paar Mais-, Bohnen oder Malangafelder. Daneben sorgten zwei Ziegen, ein paar Pferde und die unzähligen Schlaglöcher für Unterhaltung.

Darüber hinaus waren auf dem Mittelstreifen der Autopista einige Straßenverkäufer anzutreffen. Einer streckte uns einen Hahn mit ausgebreiteten Flügeln entgegen, auch das konnte uns jedoch nicht zum Kauf anregen. Kurz nach dem wir die Autopista verließen, trafen wir auf die bekannten Jineteros, die natürlich auch uns übers Ohr hauen wollten. Wir ignorierten sie und fuhren zielstrebig weiter. Kurze zeit später kamen wir am Ziel an.

Lest hierzu auch unsere Artikel „Autofahren auf Kuba“ und „Kubanischer Jineterismo„.

Ankunft in Viñales

Viñales ist ein kleiner, bunter Ort mitten im Grün des Valle de Viñales. Wir wohnten in der Parallelstraße zur Hauptstraße und fanden unsere Casa Particulares ohne Probleme – jedoch mit Hilfe unseres Navis (lest hierzu auch unseren Artikel „Navigation). Leider hatten wir nur eine Nacht in Viñales eingeplant. Wir verstauten also schnell unser Gepäck in der Casa, schauten uns kurz zusammen mit unseren Gastgebern um und gingen los den Ort zu erkunden.

Hier sind ein paar Eindrücke unserer Casa und umzu:

Unser Tag in Viñales

Da es Mittag war und wir ca. 2 1/2 Stunden Autofahrt hinter uns hatten, suchten wir zunächst ein Restaurant auf. Auch hier gab es große, leckere Portionen und wir waren gut gestärkt. Leider machte uns nun das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es fing nämlich ordentlich an zu regnen. Wir setzten uns also ins Auto und improvisierten – wir hatten uns den Fahrplan des Busses fotografiert und fuhren Teile der Strecke nun selber ab.

So fuhren wir kurzerhand die Straße entlang in Richtung Pons und Minas de Matahambre. Auf der einen Seite die flachen, grünen Felder unter deren Pflanzen man die rote Erde des Valle de Viñales erkennen kann. Auf der anderen Seite die Mogotes, die für Viñales charakteristischen Kegelkarste. Die Kubaner nennen sie Elefantenrücken. Der die Mogotes umgebende Nationalpark wurde 1999 von der UNESCO mit dem Titel „Kulturlandschaft der Menschheit“ ausgezeichnet.

Hier entdeckten wir auch das Mural de la Prehistoria, eine 120 Meter hohe und 180 Meter breite Wandmalerei, die der Mexikaner Leovigildo González Morillo 1961 auf einem Kalkfelsen schuf. Wir fuhren so dicht wie möglich heran, sparten uns jedoch die 3 CUC Eintritt um noch dichter heran zu kommen.

Danach fuhren wir auf die andere Seite Viñales, um eine der vielen Höhlen zu besuchen. Ziel war die Cueva del Indio. Der Eintritt lag bei 5 CUC pro Person zzgl. 1 CUC Parkgebühr. Die damals von Ureinwohnern bewohnte Höhle ist mittlerweile elektrisch beleuchtet und ein fester Weg ist ebenfalls betoniert. Trotzdem ist der Besuch durchaus beeindruckend. Am Ende der Höhle fließt ein unterirdischer Fluss. Über diesen verlässt man die Höhle mit Motorbooten. Dies ist auch der Grund, warum sich durchaus lange Schlangen in der Höhle bilden können. Sehenswert ist diese Karsthöhle in jedem Fall.

Zu guter Letzt haben wir noch eine Tabakplantage besucht. Kurz vor/hinter Viñales liegt La Casa del Veguero. Auf dieser Tabakplantage ist es möglich ein in Betrieb befindliches Tabaktrockenhaus (secadero) zu besichtigen. Es wird einem kurz erläutert wie der Bearbeitungsprozess abläuft, von dem Anpflanzen des Tabaks, übers Trocknen bis zum Drehen der Zigarren.

Danach kann man hier natürlich auch Zigarren* günstig und stückweise erwerben – ich glaube nicht die Allerbesten, bin jedoch kein großer Zigarrenkenner. Ebenfalls auf der Plantage befindet sich ein Restaurant. Ein Besuch ist interessant, doch nach 15 Minuten hat man alles gesehen und gehört.

Unser Abend

Die Abendplanung war recht einfach, da in Viñales nicht so sehr viel los ist. Es ist eher ein verschlafenes Dorf inmitten eines wunderschönen Tals. An der Hauptstraße findet man ein paar Restaurants und eine Bar. Daneben gibt es noch einen Supermarkt und einen Zigarrenladen. Diesem statteten wir noch einen Besuch ab, um noch einen Zigarrenschneider* und ein Feuerzeug zu kaufen.

Dann aßen wir noch nett, kauften uns zwei Bier und gingen in die Casa. Dort nahmen wir Bier und Zigarre und setzten uns Rummikub* spielend in die Schaukelstühle auf der Veranda. So ließen wir unseren Abend in Viñales ganz entspannt ausklingen.

Letzte Momente

Am Frühstückstisch – es gab sehr viel leckeres Obst, Kaffee, Brot mit Aufschnitt, Ei nach Wunsch – trafen wir zwei Frauen aus Köln, die auch am Vorabend angereist sind – passenderweise an Weiberfastnacht. Die beiden sind mit einem Colectivo, einem sehr günstigen, meist sehr altem, amerikanischen Bus/Transporter von Havanna angereist.

Eine der Beiden war schon öfter in Viñales und genießt es immer wieder. Ihr ist aber aufgefallen, dass Kuba touristischer wird. Früher konnte sie noch alleine durch das Tal wandern, heute geht es nur mit einem Guide. Egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Pferd, es gibt für alles geführte Touren. Das ist aber nicht einmal unbedingt schlecht. Das Geld tut dem Land und den Leuten gut und das Wichtigste: Die Guides können bei ihren Führungen im Idealfall auf die Umwelt und die Erhaltung der wunderbaren Natur im Tal Valle de Viñales achten und durch ihre Kenntnis des Tals die Sicherheit der Touristen gewährleisten.

Wir haben aufgrund unseres kurzen Aufenthaltes keine Tour gemacht. Nach dem Frühstück fuhren wir tanken und danach ging es ein letztes Mal über die Hauptstraße von Viñales und sogleich weiter Richtung Cienfuegos.

Videos

Valle de Viñales 

Cueva del Indio

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