Bunte Fassaden in Havanna

Etappe 1: Havanna

Ankunft in Havanna

Unser Flieger landete abends am 31.01.2016 auf dem kleinen, sehr übersichtlichen Flughafen in Varadero. Die Einreise war trotz langer Schlangen vor der Passkontrolle recht zügig abgeschlossen. Mit frischem Stempel im Reisepass wurde unser Gepäck ein weiteres mal gescannt. Hier dauerte es dann etwas länger und die Angestellten waren auch ein wenig unfreundlicher.

Als wir mit allem fertig waren, gingen wir zu unseren Koffern, die schon am Gepäckband bereit standen. Draußen wurden wir dann direkt von dem schwül warmen Klima begrüßt. Bereits schwitzend gingen wir also zur Wechselstube und tauschten unsere letzten Euro in unsere ersten CUC. Die anschließende Fahrt nach Havanna dauerte ca. 1 1/2 Stunde, samt kurzer Pause.

Unsere erste Casa Particulares

Relativ spät und geschafft kamen wir in unserer ersten Casa Particulares an. Wir wurden bereits im Treppenhaus sehr freundlich von unserer Gastgeberin begrüßt. Als wir die Wohnung betraten, standen wir mitten im kubanischen Leben. Die Tochter saß mit dem Hund auf dem Schoß am Computer, die Oma hat mit dem Schwiegersohn Fernsehen geschaut. Drei Generationen unter einem Dach – ein typisches Bild in kubanischen Wohnungen.

Durchs Wohnzimmer, an der Küche vorbei und dann rechts. So gelangten wir in unser Zimmer. Ein kleines Badezimmer mit Dusche und WC war angeschlossen und eine (alte, aber fundktionierende) Klimaanlage war ebenfalls vorhanden.

Panaromabild unseres Zimmers in Havanna

Unser Zimmer in Havanna

Der Ausblick aus unserem Zimmer in Havanna

Der Ausblick aus unserem Zimmer

Gefrühstückt haben wir im Wohnzimmer der Casa Particulares. Berta, die Haushälterin, hat sich morgens trotz Sprachbarriere sehr lieb und aufmerksam um uns gekümmert. Zum Frühstück gab es Kaffee, Saft, (Rühr-) Eier (mit Schinken und/oder Käse), sehr leckere kleine Cracker sowie geröstetes Brot. An Naschkatzen wurde auch gedacht, es war immer eine Leckerei mit auf dem Tisch. So gestärkt konnten wir losziehen und Havanna entdecken.

Erste Entdeckungstour

Unsere Casa war ungefähr 4,5 km von der Altstadt entfernt. Also starteten wir unseren ersten Tag in Havanna mit einem ausgiebigen Spaziergang entlang des Malecón – Havannas berühmter Uferstraße. Auf dem Weg zum Malecón stieg uns die stickige, benzin- und abgashaltige Luft Havannas in die Nase. Abgas- bzw. Feinstaubfilter sind auf Kuba noch nicht angekommen, dementsprechend schwer liegen die Abgase der alten Straßenkreuzer in der Luft. Daran mussten sich unsere Lungen erst ein paar Meter gewöhnen.

Angekommen am Malecón änderte sich die Luft schlagartig. Der Smog wich der salzigen, frischen Luft die von der Floridastraße in Richtung Havanna strömte. Wir liefen über den, vom Wasser der an die Uferpromade schlagenden Gischt, nassen Fußweg bis zur Castillo de San Salvador de la Punta. Die gegenüberliegenden Gebäude zollen der salzhaltigen Meeresluft und dem Mangel an Geld für nötige Sanierungsarbeiten ihren Tribut. Die ehemalige Pracht dieser Kolonialbauten ist irgendwie dennoch gegenwärtig.

Blick entlang des Malecon in Havanna

Havannas berühmter Malecon

Vom östlichen Ende des Malecón liefen wir den Paseo de Marti direkt auf das Kapitol zu. Auf dieser Straße ist das ehemals prunkvolle Havanna deutlich zu erkennen. Rechts und links des zentralen Fußweges – angelegt als Allee – finden sich wunderschöne Kolonialbauten. Dies war ein schöner Ort für einen ersten kurzen Stopp auf einer der vielen Bänke. Ein Stück weiter erreichten wir den Parque Central. An diesem kleinen Park gegenüber des Gran Teatro de La Habanna herrscht ein reges Treiben. Es ist ein typischer Touristen-Hotspot: Zentrale Bushaltestelle für Sightseeing-Busse unweit des Kapitol, direkt gegenüber das Gran Teatro de La Habanna und nur eine Minute zu Fuß entfernt das El Floridita, eine der Stammkneipen von Ernest Hemmingway.

Gran-Teatro-und-Kapitol

Gran Teatro de La Habana und Kapitol

Julia und Marcel vor dem Kapitol in Hvanna

Marcel, Julia und das Kapitol (v.l.)

Das El Floridita vor dessen Tour sich die Touristen tummeln

Das El Floridita

Wir sind geradewegs am überfüllten El Floridita vorbei und auf die Calle Obispo. Die Calle Obispo ist eine wirklich sehr schöne Straße zum Bummeln. Rechts und links befinden sich überwiegend Bars und Restaurants und ab und zu mal ein kleiner Laden. Bei der guten Gelegenheit probierten wir in einer der vielen Bars direkt das kubanische Bier (die verbreitesten Marken sind Cubanero* und Cristal). Zwar sind wir keine Kenner, doch wir können schon sagen: Es schmeckt. In fast allen Bars wurde Livemusik gespielt und man konnte sein Bier und die Salsa-Klänge in super Atmosphäre genießen.

Gut hydriert ging es wieder in den Trubel, um La Habana Vieja weiter zu erkundschaften. Dabei schlenderten wir einfach durch die Gassen und ließen die Eindrücke auf uns wirken. Bei unserem Spaziergang kamen wir noch an einigen sehenswerten Plätzen Havannas vorbei. Am Ende der Calle Obispo am Plaza de Armas konnten wir z.B. noch auf einem kleinen (Bücher-) Markt schnüstern. Am Plaza San Francisco bestaunten wir die beeindruckende Basilica Menor de San Francisco de Asís oder die nicht minder imposante Kathedrale San Cristóbal am Plaza de la Catedral. Der schönste Platz für uns war jedoch der Plaza Vieja mit seinen vielen pastellfarbenen Fassaden und den einladenden Cafés.

Plaza de Armas in Hvanna

(Teil-) Panorama des Plaza de Armas

Plaza San Francisco mit seiner beeindruckenden Basilica

Plaza San Francisco mit seiner beeindruckenden Basilica

Kathedrale San Cristobal am Plaza de la Catedral

Kathedrale San Cristóbal am Plaza de la Catedral

Panorama vom Plaza Vieja in Havanna

Panorama vom Plaza Vieja

Plaza Vieja in Havannas Altstadt

Plaza Vieja in Havannas Altstadt

Sightseeing im Bus

Nach unserem ersten Tag in Havanna waren unsere Füße stark in Mitleidenschaft gezogen, da wir doch einige Meter gelaufen sind. Wir entschlossen uns dann spontan den Sightseeing-Bus durch Havanna zu nutzen, zumal er direkt neben unserer Casa vom Hotel Presidente startete. Die Habana Bus Tour ist eine typische Hop-on/Hopp-off Tour im roten Doppeldeckerbus und mit 10,00 CUC pro Person ziemlich teuer – unsere Füße haben es uns aber gedankt.

Es gibt drei Touren zur Auswahl und bei uns starteten die Touren T1 + T2. Sie führten uns unter anderem zum Plaza de la Revolución, an der Universität und am Cementario Colon vorbei und durch die Altstadt (u.a. vorbei am El Floridita und am Museo de la Revolución) zum Hafen. Vieles kannten wir schon durch unseren ausgiebigen Spaziergang am Vortag, trotzdem war es sehr interessant auch die etwas außerhalb liegenden Stadtteile Havannas zu sehen. Ein paar Impressionen:

Plaza de la Revolución und Museo de la Revolución

Am Plaza de la Revolución stiegen wir aus um ihn auf uns wirken zu lassen. Auch wenn es eigentlich eine Betonwüste ist, ist der Platz durch das 109 Meter hohe José-Martí-Denkmal samt Statue auf der einen und die riesigen Schattenrisse von Che Guevara (am Innenministerium mit dem Spruch: „Hasta la Victoria Siempre“ – dt. „Immer bis zum Sieg!“) und Camillo Cienfuegos (am Informationsministerium mit dem Spruch: „Vas bien Fidel“ – dt. „Du machst es gut, Fidel!“) auf der anderen Seite äußerst imposant.

Wenn man in der prallen Sonne über den Platz geht und sich umsieht, kann man sich vorstellen, wie hier der Sieg der Revolutionäre gefeiert wurde und wie hunderttausende Kubaner Fidel Castro zujubelten. Dieser Platz hat definitiv eine geschichtsträchtige Ausstrahlung. Leider konnten wir nicht auf das José-Martí-Denkmal hinauf fahren, da der Fahrstuhl kaputt war. Ansonsten muss man dort – es ist das höchste Gebäude der Stadt – eine tolle Aussicht über Havanna haben.

Vom Plaza de la Revolución sind wir dann mit einem kleinen Tuktuk (ein dreirädriges Motorrad-Taxi) zum Museo de la Revolución gefahren. Nach den Eindrücken am Plaza de la Revolución wollten wir mehr über die Revolution erfahren. Im Museo de la Revolución warten viele alte Ausstellungslücke, um die bereits im Vorfeld entstandenen Bilder und Fantasien, wie es wohl zu der damaligen Zeit ausgesehen hat, abzulösen und zu ersetzen. Viele Ausstellungsstücke sind alte Uniformen und Waffen, aber auch darüber hinaus gibt es vieles zu entdecken. Vor dem Museum könnt ihr schon einen alten Panzer und hinter dem Museum z.B. ein altes Kampfflugzeug entdecken. Es ist sicher nicht das beste und informativste Museum, aber da Che Guevara und die Revolution in Kuba immer noch allgegenwärtig sind, kann man ruhig einen Blick in das Museum werfen.

Der letzte Abend in Havanna

Unseren letzten Abend in Havanna genossen wir bei Bier und Mojito in den Kneipen der Calle Obispo. Gegessen haben wir auf dem schmalen Balkon des Paladar Sevillas. Es war eine sehr nette Atmosphäre. Auch wenn der Balkon tatsächlich ziemlich schmal ist, bietet er einen sehr netten Blick auf die Calle Obispo. Zwischendurch kam ein Sänger samt Gitarren-Begleitung und sorgte für die typisch kubanische, musikalische Untermalung des Essens – natürlich nicht ohne nach Trinkgeld zu fragen. Für unseren Geschmack war das auf dem schmalen Balkon jedoch etwas zu aufdringlich, zumal lediglich ein anderes Pärchen mit in dem Lokal war.

Gegessen haben wir eine riesige Portion Fleisch und eine riesige Portion Fisch. Dazu gab es eine große Schüssel Reis, Bohnen, Salat und Tostones (frittierte Bananen-Chips -sehr lecker!). Die Portionen waren wirklich sehr, sehr groß und bezahlt haben wir zwischen 12,00 – 15,00 CUC pro (Haupt-) Gericht, was eher dem oberen kubanischen Durchschnitt entspricht und auf Touristen ausgerichtet ist, da die Kubaner sich diese Preise in der Regel nicht leisten können. Geschmacklich war es super und somit ist das Paladar Sevillas absolut zu empfehlen.

Videos

Spaziergang durch Havanna

Sightseeing mit dem Bus

Tuktuk Fahrt

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