Weißer Strand und blaues meer in Jimbaran

Bali: Werft einen kurzen Blick auf Indonesiens Inselschönheit!

Während meines längeren Work & Travel-Aufenthaltes in Australien (2011) habe ich mich entschieden, im Anschluss noch 3 Wochen auf Bali zu verbringen. Was ich erlebt habe und wie meine Eindrücke waren, möchte ich euch hier in aller Kürze und neu recherchiert erzählen.

Flug und Ankunft

Von Darwin, Australien nach Denpasar – der Hauptstadt Balis – gibt es ziemlich günstige Flüge mit Jetstar Airways (Dauer ca. 1:20 Stunde). Flüge aus Deutschland landen nach einem Zwischenstopp ebenfalls in Denpasar. In Indonesien gibt es unterschiedliche VISA-Arten. Welche das sind und welches das richtige für euch ist, könnt ihr sehr gut bei Katrin von Viel Unterwegs in ihrem Artikel „Visum für Indonesien beantragen – so geht´s!“ nachlesen.

Wenn man den Flughafen in Denpasar verlässt wird man mit vielen lauten „Transport, Transport“-Rufen begrüßt. Ich habe diese ignoriert und bin vom Flughafengelände runtergegangen, um ein Blue Bird Taxi zu nehmen. Bei diesem Taxiunternehmen kann man sicher sein, dass man nicht abgezockt wird. Allerdings hat das Unternehmen keine Zugangsrechte zum Flughafen, daher muss man das Flughafengelände verlassen.

Unterkünfte

Ich habe hauptsächlich Couchsurfing gemacht. Da ich alleine unterwegs war, fand ich den Gedanken ganz gut in Gesellschaft zu sein und habe damals auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Dabei lernte ich einige nette Leute kennen, die auf Bali zu Hause waren oder die Insel ebenfalls erleben wollten.

In Padang Bai übernachtete ich nicht auf der Couch, sondern im Mimba House Inn, das ich vor Ort für 5 Euro/Nacht gebucht hatte – mittlerweile kostet es über Airbnb schon 24 Euro/Nacht. Ihr könnt auf Bali aber wirklich sehr günstig in tollen Unterkünften unterkommen, wenn ihr nicht Couch surfen wollt. Obwohl die Preise aufgrund der Beliebtheit Balis spürbar gestiegen sind, sind sie für europäische Verhältnisse immer noch sehr günstig.

Meine Route

Ich bin die gesamte Strecke über die Insel mit dem Roller gefahren. Die Ziele meiner Route waren

  • Pecatu, mit Abstechern nach Kuta,
  • Ubud,
  • Padang Bai und
  • Denpasar.

Ich habe mir meine Route immer vorher auf GoogleMaps angeschaut und habe mich dann an Schilder gehalten. Das klappte so mehr oder weniger gut und ich musste oft nach dem Weg fragen. Das war auch nicht problematisch. Ansonsten empfiehlt sich eine Karte, wie die im  DuMont direkt Reiseführer mit großen Faltplan*.

Roller fahren

So ziemlich jeder fährt Roller auf Bali. Es gibt sogar im balinesischen Kalender eine Art „Motorbike-day“. An diesem Tag soll es besonders gut sein, einen Roller zu kaufen. Rollerfahren auf Bali ist ein besonderes Erlebnis, das ich euch hier ein wenig näher bringen möchte.

Wo kann man auf Bali Roller mieten?

Eigentlich kann man sich an jeder Ecke auf Bali einen Roller mieten. Ich habe mir einen in Kuta bei einem Straßenhändler gemietet. Es ist wirklich sehr günstig: Ich habe 40 Euro für 3 Wochen bezahlt. Ihr solltet auf jeden Fall handeln! Versicherungen gibt es eher selten, man haftet also für jeden Schaden. Macht euch deswegen aber nicht verrückt. Es kann vielleicht sein, dass mal ein Reifen platzt und ihr für ca. 5-10 Euro einen neuen kaufen müsst. Aber das ist ja noch zu verkraften.

Sicher bekommt ihr auch vor Ort in eurem Hotel, eurer Unterkunft oder von eurem Host Hilfe dabei einen Roller zu mieten. Das solltet ihr dann auch unbedingt in Anspruch nehmen. Und notiert euch, wo ihr den Roller gemietet habt. Ihr bekommt nicht unbedingt Unterlagen und auf dem Roller steht es auch nicht drauf. Ich musste leider auch ziiiiemlich lange suchen, als ich den Roller wieder abgeben wollte.

Wie ist es auf Bali Roller zu fahren?

Das Rollerfahren erfordert wohl ein kleines bisschen Mut. Lasst euch nicht vom Fahrstil der Balinesen abschrecken. Sie fahren schnell und viel, d.h. es ist ziemlich voll auf den Straßen. Zudem herrscht Linksverkehr. Daran gewöhnt man sich allerdings sehr schnell.

Beim Fahren muss man unbedingt auf die vielen Schlaglöcher achten, da die Straßen auf Bali teilweise in einem echt schlechten Zustand sind. Zudem wird viel gehupt – erschreckt euch nicht und macht einfach mit: Vor einer Kurve, beim Überholen und immer wenn ihr jemanden auf euch aufmerksam machen wollt – also wirklich häufig. Noch ein kleiner Tipp: Merkt euch wie eurer Roller aussieht. Ich musste mal 2 Stunden damit verbringen meinen Roller wieder zu finden ;).

Tanken auf Bali

Sprit ist sehr, sehr günstig. An den Tankstellen wird für euch getankt, sodass ihr nur vom Roller absteigen müsst und alles Weitere wird für euch erledigt. Wenn es mit dem Sprit mal eng wird und es ist keine Tankstelle in der Nähe, könnt ihr auch Sprit bei lokalen Händlern bekommen. Das erkennt ihr direkt an den Ständen, an denen ihr vorbeikommt.

Von der Polizei angehalten werden?

Die Polizei auf Bali ist leider in einigen Teilen korrupt. Wichtig ist als Ausländer: Wirklich immer einen Helm aufsetzen! Hält die Polizei euch doch mal aus irgendeinem Grund an, müsst ihr in der Regel je nach Laune der Polizisten einen entsprechenden – für europäische Verhältnisse – kleinen Betrag bezahlen.

Habt aber bloß keine Angst vor der Polizei. Die Balinesen versicherten mir, dass es sich trotz der Korruption auch auf Bali um den Freund und Helfer handelt, wenn ihr mal wirklich in Schwierigkeiten stecken solltet.

Kuta

Kuta ist der wohl lebhafteste Ort auf Bali. Hier ist sehr viel los – es gibt viele Hotels und viele Clubs. Auch die Strände sind voll. Vielleicht fand ich sie auch deshalb nicht so besonders schön. Wer Ruhe sucht, wird sie hier sicher nicht finden.

Aber einige Shopping Malls, wie die Discovery Mall, und die Clubs in der Poppys Lane II (der größte ist der SkyGarden und ein ganz netter Club) werdet ihr hier finden. Für Ausländer war der Eintritt in sämtlichen Clubs immer frei. Die Einheimischen hingegen mussten zahlen.

Ein paar Balinesen haben mir in Kuta folgende Restaurants/ Warungs empfohlen:

  • Nasi Pedas Ibu Andhika, Jl. Raya Kuta, Kuta
  • Soto Ceker, Jl. Raya Kuta No.138,, Kuta
  • Made’s Warung, Jl. Raya Seminyak, Banjar Seminyak, Kuta

Ubud

Ubud ist eine kulturelle Hochburg. Zwar ist es auch hier recht voll, jedoch nicht mit trinkwütigen Australiern wie in Kuta (für die ist Bali unser Ballermann), sondern mit kulturell interessierten Touristen.

In Ubud kann man sehr gut:

  • Schöne Restaurants und Cafés besuchen.
  • Auf einem netten Markt bummeln.
  • Den Monkey Forest besuchen (sehr zu empfehlen).
  • Einfach durch die Gegend fahren und wundervolle Reisterassen bestaunen.
  • Abends verschiedene balinesische Tänze anschauen.
  • Zum Wasserfall Tegenungan fahren, der mittlerweile wohl auch stärker besucht ist, als damals. Dieser ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Man kann über die Steine klettern und versuchen direkt am Wasserfall zu schwimmen. Aber Vorsicht! Man rutscht schnell auf den Steinen aus. Ich landete so mit all meinen Sachen im Wasser.
  • Einen Kochkurs besuchen, z.B. bei der Lobong Cooking Class: Ich wurde bei meiner Unterkunft abgeholt, wir waren auf einem Markt, auf dem wirklich nur Einheimische zu finden sind, haben viele balinesische Gerichte gekocht und viel über Traditionen gelernt.

Padang Bai

Padang Bai ist ein recht kleiner Ort, von dem eine Fähre zur Nachbarinsel Lombok fährt. Ich selber war nicht auf Lombok, aber ihr könnt „15 Dinge, die man auf Lombok sehen sollte“ im Blog von Tobi und Marcel entdecken.

Ich war in Padang Bai eigentlich nur an zwei Stränden. Zum einen an der Blue Lagoon. Hier muss man für die Liegen zahlen und es ist nur recht wenig Platz vorhanden. Dafür ist es sehr schön dort. Richtig wohl gefühlt habe ich mich allerdings nicht.

Zum anderen war ich noch am White Sands Beach. Dieser war schwer zu erreichen. Es ging über Stock und Stein, durch einen kleinen Wald. Aber dafür ist der Strand wunderschön und viel netter als der Blue Lagoon.

Sanur

In Sanur gibt es vor allem All Inclusive Hotels und alles was das Touristenherz begehrt. Es ist deutlich ruhiger und auch kleiner als in Kuta.

Einkäufe habe ich hier oft bei Hardy’s erledigt. Dies ist ein großer Supermarkt, in dem es einfach alles gibt. Ansonsten lag ich in Sanur viel am Strand. Dieser ist zwar ganz schön, aber es gibt viel schönere Strände auf Bali.

Denpasar

Denpasar ist mit ca. 788.000 Einwohnern die Hauptstadt von Bali. Hübsch fand ich Denpasar nicht so wirklich und eine Unterkunft würde ich daher direkt am Meer empfehlen und nicht in der Innenstadt.

Zufällig war ich gerade bei der Eröffnung des Bali Arts Festival in Denpasar. Die Eröffnungsfeier war ein tolles Spektakel, jedoch versteht man vieles auch nicht (z.B. die Comedy-Nummern). Sie findet meist am 2. Samstag im Juni statt.

Super und vor allem günstige Souvenirs kann man bei Erlangga (Jalan Nusa Kambangan No.162, Denpasar Bar., Kota Denpasar) kaufen.

Besondere Sehenswürdigkeiten

Drei Sehenswürdigkeiten möchte ich euch besonders ans Herz legen: Die Tempel Pura Tanah Lot und Pura Besakih und den Mount Batur.

Pura Tanah Lot

Pura Tanah Lot ist ein Hindutempel im Wasser. Trocken erreicht man ihn nur bei Ebbe. Man kann jedoch das Pech haben, dass man trocken beim Tempel ankommt und dann durchs Wasser zurück muss. Neben dem Tempel kann man sich die Höhle Ular Suci anschauen. Hier befinden sich Heilige Schlangen. Da ich mich mit Schlangen so gar nicht arrangieren kann, habe ich lieber auf die Höhle verzichtet.

Daneben ist es dort besonders schön den Sonnenuntergang zu beobachten. Wirklich toll!

Pura Besakih

Der Pura Besakih, im Nord-Osten, ist der Muttertempel auf Bali. Insgesamt gibt es hier 30 Tempel auf unterschiedlichen Ebenen. Dementsprechend kann es hier sehr voll werden. Man sollte daran denken einen Sarong (Wickeltuch für die Hüfte) mitzubringen, notfalls kann man sich aber auch einen leihen.

Aufpassen sollte man bei den Tourguides, die einem versuchen, weiß zu machen, dass man den Tempel nur mit Guide besuchen kann, was nicht stimmt. Ihr könnt auch einfach auf eigene Faust loslaufen. Lasst euch nicht reinlegen!

Mount Batur

Der Mount Batur ist ein aktiver Vulkan, auf dessen Gipfel (1.717 Meter) man wunderschöne Sonnenaufgänge sehen kann. Unsere Tour wurde von meinem Host aus Bali gebucht, sodass ich leider keine Tipps für Touranbieter geben kann.

Wir haben den abenteuerlichen Aufstieg in der Nacht mit Taschenlampe begonnen, damit wir nach ca. 2 Stunden Aufstieg pünktlich zum Sonnenaufgang am Gipfel ankamen. Auf dem Gipfel hatten wir einen tollen Blick über das langam im Sonnenaufgang erstrahlte Tal. Dabei kann man sich auf den heißen Quellen des Vulkans ein Ei kochen. Und es gibt sogar ein Warung in dem man sich Snacks kaufen kann (der Besitzer marschiert jeden Tag den Berg hoch – puh!).

Den Mount Batur hinab nahmen wir einen anderen Weg – einen Umweg. Zum Teil war es so steil, dass wir nur rennen konnten bzw. mussten. Das Ganze war sicher nicht ganz ungefährlich und wichtig für euch sind unbedingt gute Schuhe, genug Verpflegung und eine dickere Jacke, da es in dieser Höhe schon noch sehr frisch ist bei Sonnenaufgang.

Weitere Tipps

Ein paar kurze Tipps zum Shopping und zum Essen auf Bali möchte ich euch auch noch geben. Ihr könnt auf Bali noch ein paar Schnäppchen machen und den ein oder anderen Gaumenschmaus kennen lernen.

Einkaufen auf Bali

Hier ein paar Shopping-Tipps:

In Denpasar bei Erlangga (Jalan Nusa Kambangan No.162, Denpasar Bar., Kota Denpasar) kann man sehr günstig Souvenirs, Flip-Flops, Sarongs und alles was das Herz sonst begehrt, finden. Und das ohne ständig angequatscht zu werden.

In Kuta gibt es einen Billabong-, Roxy- und Rip-Curl-Outlet-Store (Jl. By Pass Ngurah Rai, Kuta). Hier findet man mit etwas Glück super Schnäppchen. Und es handelt sich hier natürlich um Original-Ware!

Lebensmittel findet man in den vielen kleinen Supermärkten (z.B. Circle K). Wenn man etwas mehr einkaufen möchte, bieten sich unter anerem Hardy’s in Sanur, der Coco Supermarkt in Batubulan oder der Bintang-Supermarkt in Seminyak an.

Essen auf Bali

Essen gehen ist auf Bali ebenfalls sehr günstig. Gefühlt steht alle paar Meter ein Warung, ein Straßenstand. Dort schmeckte das Essen immer super und eine Portion kostete bloß 0,80 Euro. Sehr gut und günstig isst man aber auch in den balinesischen Restaurants.

Leider ist nicht verständlich was sich hinter den Mahlzeiten so verbirgt. Es sei denn, ihr sprecht balinesisch. Da das wahrscheinlich eher selten der Fall ist, habe ich ein paar Übersetzungen zusammengestellt, die mir immer geholfen haben:

  • Ayam lalapal: Reis mit Hühnchen
  • Cop Cay: Gemüse
  • Ikan: Fisch
  • Batur: gegrillt
  • Pedas: Scharf
  • Bakso: Hackbällchen in Brühe
  • Udang: Garnele
  • Lawar: Gewürztes Hack
  • Kukus: Gedämpft
  • Lablap: Gekocht
  • Panggang: Geröstet
  • Nasi: Reis
  • Mi: Nudeln
  • Pisang: Banane
  • Gado-Gado: Indonesischer Salat

Verrücktes & Wissenswertes zum Schluss

Zum Abschluss meines Berichtes möchte ich euch noch ein paar Fakten über Bali näher bringen. Zum Teil klingen sie kurios und verrückt, zum Teil ist es einfach Wissenswertes. Vielleicht könnt ihr die Liste noch ergänzen:

  • Circa alle 2 Meter wird eine Massage oder ein Transport angeboten.
  • Überall gibt es Warungs und jeder kann einen eröffnen.
  • Reis wird mittags, morgens und abends gegessen.
  • Standardmäßig wird gesüßter Instantkaffee getrunken.
  • Die Frauen basteln täglich Opferschalen, in die etwas vom Essen getan wird. Die Straßenränder sind voll von ihnen und die Balinesen fahren einfach mit Autos/ Rollern darüber, da das Opfer schon erbracht wurde.
  • Im Tempel müssen Sarongs getragen werden.
  • Überall laufen streuende Hunde herum.
  • Man muss/sollte bei fast allem Handeln.
  • Es hält sich niemand an Geschwindkeitsbegrenzungen.
  • Gegessen wird nicht zum beisammen sein, sondern lediglich zur Nahrungsaufnahme.
  • In allen Cremes ist Whitener.
  • Balinesen fragen immer wo man herkommt, wie man heißt und wo man wohnt.
  • Sie haben einen eigenen Kalender. Es gibt gute und schlechte Tage (z.B. für Restauranteröffnungen, Einkäufe, den bereits erwähnten Motorbike-day, etc.).
  • Verbringen die meiste Zeit draußen.
  • Balinesen kommen grundsätzlich viel zu spät.
  • Die Vorbereitungen für Zeremonien dauern tagelang und die Zeremonie selber meist nur recht kurz.
  • Die meisten Erwachsenen kennen ihren eigenen Geburtstag nicht.
  • Zum 3. Geburtstag werden den Kindern die Haare geschoren.
  • Stirbt jemand auf einem Berg, wird er nicht begraben, sondern öffentlich hingelegt.
  • Beerdigungen sind fröhliche Feste auf Bali.
  • Seht ihr jemanden mit Bintang-Shirt, ist er zu 80% Australier.
Schale mit Opfergaben, wie sie am Straßenrand auf Bali häufig stehen

Opfergaben

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