Zwei Elefanten, die ihre Rüssel verhaken im Addo Elephant National Park

Addo Elephant Nationalpark: Ein Paradies für Elefanten!

Der Addo Elephant Nationalpark war der dritte Park, den wir in Südafrika besucht haben. Zu den vorher von uns besuchten Parks (Hluhluwe-iMfolozi, iSimangaliso) hat sich der Addo Nationalpark deutlich abgehoben. Wieder andere, immergrüne Pflanzenwelt und ein Schlaraffenland für Elefanten. Von den gutmütigen Dickhäutern gibt es in diesem Park nämlich eine Menge.

Unsere Anreise

Vom iSimangaliso Wetland Park hatten wir eine recht lange Anreise zum Addo Nationalpark. Zunächst ging es ca. 230 km über die Autobahn, von St.Lucia bis zum Flughafen in Durban. Unterwegs legten wir einen Stopp in Ballito ein. Julia wollte noch kurz an den Strand. Also aßen wir eine Kleinigkeit und tranken einen Kaffee in einem netten Restaurant direkt am Strand. Mit unseren Fernglas bewaffnet, konnten wir von dort noch ein paar Delfine im Meer beobachten.

Gestärkt ging es für uns weiter zum Flughafen in Durban. Bei der Abgabe unseres Mietwagens wurden wir auf die Bush-Scratches an den Türen hingewiesen. Gemeint waren damit Dreckschlieren von den Büschen, die man auf einer Safari durchaus mal touchiert. Eine Politur wäre notwendig und müsste von uns bezahlt werden, wurde uns erklärt. Ich hielt das für Quatsch und habe alle Bush-Scratches mit dem Daumen entfernt. Reichte nicht. Gut, dass wir versichert waren und die Diskussion dann schnell beenden konnten.

Knappe 1,5 Stunden flogen wir von Durban nach Port Elizabeth und konnten dort in einen neuen Wagen ohne Bush-Scratches einsteigen. Vor uns lagen nur noch 60 km über die R235. Doch es dauerte länger als geplant. Da es bereits dunkel wurde und die Straße sich nicht in dem allerbesten Zustand befand, mussten wir recht vorsichtig und entsprechend langsam fahren.

Eine tolle Unterkunft

Bei der Ankunft in unserer Unterkunft, dem Addo Wildlife*, wurden wir sehr nett und herzlich begrüßt, bevor wir zu unserem Häuschen geführt wurden. Wir waren in einem kleinen, sehr schicken Chalet untergebracht. Ein Ein-Zimmer-Apartment mit Wohnbereich, bequemen Bett, Bad (Dusche), Schreibtisch und Terrasse. Ein Kühlschrank ist ebenfalls vorhanden gewesen. Die Einrichtung ist sehr modern und unseren Wagen konnten wir direkt vor der Haustür abstellen.

Das Restaurant und die Bar waren in drei Minuten zu Fuß zu erreichen. Zwar hat das Essen im Restaurant ein wenig auf sich warten lassen, doch es war sehr, sehr lecker. Sowohl das Abendessen als auch das Frühstück haben wir in einer tollen Atmosphäre genossen. Zum Ausklang des Abends bieten euch tolle Lounge-Möbel die Möglichkeit ein wenig zu chillen. Und wer auf Safari noch nicht genug Tiere gesehen hat, besucht einfach den Kleintierzoo auf dem Gelände. Eine absolut empfehlenswerte Unterkunft!

Addo Nationalpark

Der Addo Nationalpark ist der drittgrößte Nationalpark Südafrikas und wurde 1931 gegründet. Zu der Zeit lebten in dem Gebiet noch elf Elefanten. Alle anderen Elefanten sind damals den Elfenbeinjägern und Farmern, die ihre Felder schützen wollten, zum Opfer gefallen. Mittlerweile hat sich der Bestand so gut erholt, dass mehrere hundert Elefanten hier beheimatet sind. Doch nicht nur Elefanten haben im Addo Nationalpark ihre neue Heimat gefunden. Auch Kudus, Antilopen, Warzenschweine, Zebras und Hyänen könnt ihr hier antreffen. Das Highlight bleiben aber die sogenannten Big 7: Elefanten, Nashörner, Büffel, Leoparden, Löwen, Südkapern und Weiße Haie.

Besonderheiten des Parks

Neben der Tatsache, dass ihr die Big 7 entdecken könnt, hat der Addo Nationalpark noch eine ganz große Besonderheit: Laut Aussage unseres Guides wurden hier noch nie Elefanten zur Bestandsregulierung geschossen. Das macht den Park auch so besonders. An den künstlich angelegten Wasserlöchern tummeln sich haufenweise Elefanten, die direkt an euren Autos vorbeischlendern. Sie sind zum Greifen nah, da sie keine schlechten Erfahrungen mit Menschen haben und sie aus ihrer Sicht keine Gefahr darstellen. Trotzdem: Rückt ihnen nicht zu dicht auf die Pelle und habt Respekt vor diesen sanften Riesen!

Es ist verboten Zitrusfrüchte mit in den Park zu nehmen. Dies liegt daran, dass damals, als man den Park noch nicht betreten durfte, die Elefanten mit Zitrusfrüchten an die Zäune gelockt wurden. Daran erinnern sie sich noch heute und sind vernarrt in sie. Die Elefanten könnten also sehr aufdringlich werden, wenn sie diese bei euch wittern. Deshalb solltet ihr sie definitiv nicht mit in den Park nehmen.

Kurz vor dem Haupteingang – aus Richtung Süden kommend – auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Parks könnt ihr eine Mistkäfer-Farm sehen. Vor einigen Jahren wurden hier tatsächlich noch Mistkäfer gezüchtet. Heute ist es nur noch eine Zitrusfarm, die allerdings weiterhin auf die Wichtigkeit der vom Aussterben bedrohten Käfer aufmerksam macht. Wie wir bereits in unserem Artikel zum Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark erwähnten: Schützt diese Käfer und fahrt nicht über Elefantenhaufen. Mistkäfer sind äußerst wichtig für das ökologische Gleichgewicht!

Das Eingangsschild des Addo Nationalpark,

Safari im Addo Nationalpark

Ihr könnt eure Safari in Nordwesten über das Main Entrance Gate oder im Süden über das Matyholweni Entrance Gate starten. An beiden Toren benötigt ihr zum Einlass einen Reisepass und/oder Führerschein. Um die Tiere vor Wilderern zu schützen werden vor der Einfahrt eure Daten aufgenommen. Die Tageskarte kostet 272 Rand (ca. 19,00 Euro) pro Erwachsenen. Die Öffnungszeiten sind abhängig von der Jahreszeit.

Eine Karte des Parks findet ihr unter diesem Link oder ihr ladet sie direkt hier bei uns als (komprimierte) PDF herunter: Addo Nationalpark 1 & Addo Nationalpark 2

Safari mit Guide

Für den Morgen hatten wir eine Jeep-Safari über unsere Unterkunft gebucht. Beim Frühstück hat sich unser Guide schon bei uns vorgestellt. Ein sehr netter, lustiger Geselle. Zwei deutsche und ein holländisches Pärchen starteten mit uns nach dem Frühstück auf die Safari im offenen Jeep. Während unser Guide uns anmeldete, konnten wir ein wenig im Shop des Parks schnüffeln oder noch einmal zur Sicherheit auf die Toilette gehen – im Park gibt es nur eine Möglichkeit um auf die Toilette zu gehen.

Direkt am Anfang unserer Safari hatten wir schon eine interessante Szene zu beobachten: An einem kleinen, künstlichen Wasserloch kühlten sich zwei Elefantenkühe ab. Es waren immerhin weit über 30°C. Dicht daneben schauten zwei Ranger nach der Pumpe. Bis ein sehr dominanter Elefantenbulle kam und deutlich zu erkennen gab, dass er nicht einverstanden war und das Wasserloch für sich allein beanspruchte. Die Elefantenkühe und die Ranger taten das einzig Richtige und zogen von dannen.

Unser Ausflug wurde jedoch noch viel beeindruckender: Unser nächstes Ziel war ein großes Wasserloch. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir schon einige Dickhäuter. Am Wasserloch tummelten sich allerdings schon viel mehr. Und es kamen mehr und mehr. Sie stapften direkt an unserem offenen Jeep vorbei durch das Gebüsch Richtung Wasserloch. Wir blieben eine halbe Stunde hier, beobachteten die Elefanten und unser Guide erzählte informative, spannende und lustige Geschichten. Eine überragende und intensive Erfahrung!

Während einer kurzen Getränkepause konnten wir den Blick am Kadouw Lookout Point über die Landschaft streifen lassen. Wie in den anderen Parks ist das Aussteigen an den Lookouts auch im Addo Nationalpark auf eigene Gefahr. Es sei denn, ihr steuert Jack’s Picnic Site an. Dieser Picknickplatz ist eingezäunt. Dementsprechend könnt ihr euch dort sicher und frei bewegen. Auf den Sitzgelegenheiten könnt ihr euch in Ruhe stärken, quatschen und ein wenig chillen. Außerdem gibt es hier – neben denen am Eingang – die einzigen Toiletten im Addo Nationalpark.

Im eigenen Auto

Nachdem wir gegen Mittag wieder an der Unterkunft angekommen waren, entschlossen wir uns noch einmal auf eigene Faust in den Park zu fahren. Unser Guide empfahl uns den südlichen Teil zu befahren. Am Parkeingang haben wir auf dem „Sichtungsschild“ gesehen, dass dort ein paar Löwen unterwegs sein sollen. Klar, dass wir noch einmal auf die Pirsch gingen, in der Hoffnung, doch noch diese anmutigen Raubkatzen zu entdecken.

Wir fuhren also vorbei an den Wasserlöchern direkt zum 15,9 km langen Harvey’s Loop im Süden. Am späten Nachmittag waren es immer noch um die 30°C. Dazu die immergrünen Büsche. Es war wieder schwer die Tiere zu entdecken. Also tuckerten wir mit ca. 20 km/h über den Loop und hielten intensiv Ausschau. Viele Bewohner ließen sich auch blicken: Kudus, Strauße, ein paar Vögel und wild über die Straße jagende Wildschweine waren genauso am Start wie Büffel. Wobei die Büffel durch die Dürre sehr schwach sind und von den 15 Löwen des Parks relativ stark dezimiert wurden. Um dies einzudämmen, hat man drei Löwen vom Rudel getrennt und in ausreichender Entfernung wieder ausgesetzt.

Doch am ende des Tages war es für uns wieder nichts mit Löwen und Leoparden. Dafür schlenderte ein großer Elefant seelenruhig auf der Straße an uns vorbei und es zeigten sich, neben den üblichen Verdächtigen, auch noch eine kleine Schildkröte und ein Schakal.

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Unser Fazit

Der Addo Nationalpark ist nicht nur ein Traum für Elefanten, sondern ebenso für Safari-Fans. Es wird alles geboten, was eine Safari ausmacht. Die Chance auf eine Sichtung der Big 5 und vieler anderer interessanter Tierarten. Eine außergewöhnliche, immergrüne Flora und Fauna. Und tolle Aussichtspunkte sowie einen zentralen, sicheren Picknickplatz. Darüber hinaus sind fast alle Straßen Dirt Roads, was das Safari-Erlebnis noch authentischer macht. Die Straßen sind leicht zu befahren und ein Allrad-Fahrzeug ist nicht notwendig.

Wir können den Addo Elephant Park allen Safari-Fans wärmstens empfehlen. Tolle Erlebnisse und einige unvergessliche Momente prägen unsere Erinnerung an den Besuch!

Seid ihr auch schon im Addo Nationalpark gewesen? Oder habt ihr einen anderen Nationalpark besucht? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns über unser Kontaktformular und teilt eure Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns auf euer Feedback!